Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Thank you for travelling with Deutsche Bahn

Thank you for travelling with Deutsche Bahn – diese englischsprachige Durchsage in den deutschen Fernreisezügen kam mir in den Sinn, als wir am vergangenen Freitag in Pforzheim gestrandet waren, um mit unseren Rädern von der Goldstadt nach Karlsruhe zurückzufahren.

Ein Wespenstich hatte den Arm meiner Begleiterin derart anschwellen lassen, dass wir beschlossen hatten, den Zug zu nehmen statt mit dem Rad von Vaihing über Maulbronn und Bretten nach Hause zu radeln. Am letzten Tag unserer Radreise trauten wir uns noch 30 relativ flache Kilometer zu. Also fuhren wir mit unseren Rädern von Vaihingen über Mühlacker nach Pforzheim. Die Sonne brannte vom Himmel, der Arm meiner Begleiterin schmerzte und juckte zugleich und wir wollten nur eins, so schnell wie möglich nach Hause.

Thank you for travelling with Deutsche Bahn

Thank you for travelling with Deutsche Bahn

Wir kauften also am Automaten ein Ticket, wurden dabei auch noch von zwei Bahnbeamten bezüglich der Fahrradmitnahme beraten und quetschten uns in den Fahrstuhl, um unsere Räder und das Gepäck nicht die jeweiligen Treppen rauf und runter wuchten zu müssen. Am Bahnsteig war es seltsam leer. Keine Anzeige, keine Ankündigung, nur Bauarbeiter in Warnwesten wuselten herum. Peu à peu trudelten andere Reisende ein. Nichts passierte. Da erblickten wir ein Hinweisschild, die Überschrift war noch lesbar „Aufgrund von Bauarbeiten fahren vom 1. bis zum 5. September keine Züge zwischen Karlsruhe und Pforzheim“. Der Rest war nicht lesbar, da in 6-Punkt-Schrift gehalten.

Wir schnappten uns wieder unsere Räder, rein in den Fahrstuhl, raus aus dem Fahrstuhl, schieben, rein in den Fahrstuhl und wieder raus aus dem Fahrstuhl. Wozu gibt es eine Information. Das dachten sich andere Mitreisende allerdings auch, denn die Schlange vor der Auskunft kreuselte sich bereits bis in die Bahnhofsvorhalle. Sechs Schalter gab es, drei davon waren besetzt, zwei Mitarbeiter standen den Wartenden zur Verfügung, der dritte Bahnbeamte hatte ein Geschlossen Schild vor sich aufgestellt und tat sehr geschäftig.

Die Atmosphäre war dementsprechend gereizt. Aus den Fragen der Mitreisenden erfuhren wir, dass es einen Schienenersatzverkehr (Bus) gab, der aber keine Fahrräder mitnehmen würde. Auf die Frage, wie wir denn jetzt mit unseren Rädern nach Karlsruhe kommen sollten, bekamen wir die lapidare Antwort wir könnten doch mit dem Rad fahren. Alternativ gäbe es noch die Möglichkeit, mit dem Zug zurückzufahren nach Mühlacker, dort in die S4 einzusteigen und dann über Bretten nach Durlach zu fahren. Das Ticket, das wir bereits gekauft hatten, würde da aber nicht gelten.

Thank you for travelling with Deutsche Bahn!

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    Ich hatte ein ähnliches „Erlebniss“ vor 2 Monaten. Zum Glück, war an dem Tag mein Bruder nicht bei der Arbeit, und konnte uns vor dem einbrechen der Dunkelheit mit seinem Van nach Hause fahren. 🙁

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