Schlagwort: Verkehrssicherheit

WISO Tipps

Es ist Frühling und viele Menschen haben ihre Räder aus dem Winterschlaf geholt. ZDF-WISO hat dem Rechnung getragen und ein paar Tipps zum Thema Überholabstand auf einer Grafik zusammengefasst. Bei Licht betrachtet ist ein friedliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ganz einfach. Es braucht nämlich nur gegenseitige Rücksichtnahme und regelkonformes Verhalten.

Quelle: @ZDFwiso

Eigentlich sollten diese Regeln ja jedem Führerscheinbesitzer bekannt sein, aber es kann ja nie schaden, sie regelmäßig ins Gedächtnis zurückzurufen.




Gut gemeint

Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht. Über die Osterfeiertage war ich mit meiner Familie in Norddeutschland. Die Autobahnen waren am Gründonnerstag randvoll, es staute sich gefühlt von Karlsruhe bis Bremen. Für die knapp 600 Kilometer brauchten wir diesmal gut zehn Stunden. Ich hatte also Muße, mir beim Stop-and-Go die Rückseite so manch eines LKWs anzusehen.

Dort sind mir dann vereinzelt Aufkleber aufgefallen, von denen ich im Netz schon gehört hatte:

Achtung: Toter Winkel (Quelle: Kinder-Unfallhilfe)

Die Macher dieses Aufklebers haben es mit Sicherheit gut gemeint, haben aber für meine Begriffe voll daneben gelangt. Dies ist Victim Blaming par Excellence. Was will man Kindern sagen, die mit ihrem Rad hinter einem LKW mit solch einem Aufkleber herfahren? Wenn du Vorfahrt hast und dich der LKW beim rechts Abbiegen überfährt, dann hast du selbst Schuld. Der LKW Fahrer bekommt mit diesem Aufkleber – auf dem das Kind ja auch schon durchgestrichen ist – einen Freifahrschein zum rücksichtslosen Abbiegen ohne Sorgfaltspflicht.




Es schneit …

… da fährt doch niemand mit dem Rad! Dieses Vorurteil kann ich nicht bestätigen.

Spuren im Schnee – Weg zwischen Wolfartsweier und Oberwald Stadion




Interessantes rund ums Rad

Hier ein paar interessante Zahlen rund ums Rad. Ihr findet weitere Fakten auf der Website der FahrradBande. Ich habe mir mal drei Bike-Facts herausgegriffen, deren Zahlen mir in ihrer erschreckenden Deutlichkeit so nicht bewusst waren bzw. mir gezeigt haben, wie viel Halbwissen ich noch habe.

Fahrradbesitzer, die ihr Rad nur mit einem dünnen „Geschenkband für Diebe“ absichern, sollten angesichts dieser Zahlen doch noch mal in sich gehen, ob die Investition in ein hochwertiges Schloss nicht vielleicht doch Sinn macht.




Wie laut müssen Klingeln sein?

Diese Frage geisterte jüngst durch Twitter. Das Gesetz (§ 64 a der StVZO) sagt Folgendes:

Fahrräder und Schlitten müssen mit mindestens einer helltönenden Glocke ausgerüstet sein; ausgenommen sind Handschlitten. Andere Einrichtungen für Schallzeichen dürfen an diesen Fahrzeugen nicht angebracht sein. An Fahrrädern sind auch Radlaufglocken nicht zulässig.

Das Gesetz selbst schreibt keine bestimmte Lautstärke vor. Die Glocke bzw. Einrichtung für Schallzeichen – so einen Begriff können nur wir Deutsche uns ausdenken – muss lediglich helltönend sein.

Nehmen wir die Klingeln, die ich an meinen diversen Rädern montiert habe. Die winzige Klingel an meinem Mountainbike – ja, auch Mountainbikes, Rennräder oder Kinderräder müssen mit einer Klingel ausgerüstet sein – erzeugt einen eher höflich leisen Ton mit etwa folgendem Tenor:

Wären Sie so nett – aber nur, wenn es wirklich keine Umstände macht – mal kurz beiseite zu treten, damit ich geschwind vorbei fahren kann?

Die Klingel an meinem Alltagsrad dagegen ist so laut, dass ich vorsichtshalber schon aus weiter Entfernung klingle, damit niemand vor Schreck einen Herzinfarkt bekommt. Beide Klingeln sind helltönend, aber sie trennt Welten.




KA-Feedback im Test

Vor ein paar Tagen habe ich über den unsäglichen Radweg entlang der Michelin Reifenwerke berichtet. Boris fragte mich daraufhin, ob ich denn schon Widerspruch gegen die Anordnung der Radwegbenutzungspflicht eingelegt habe. Ehrlich gesagt wusste ich gar nicht, dass ich das kann. Wenn auf einem Radweg kein Platz ist, weiche ich einfach dahin aus, wo Platz ist und denke mir meinen Teil. Gefahrenstellen, wie z.B. Scherben auf auf dem Radweg oder Überflutungen, habe ich zwar schon gemeldet, aber widersinnige Beschilderungen und Wegmarkierungen noch nicht. Da der besagte Radweg innerhalb der Stadtgrenzen verläuft, nehme ich mal an, dass die Stadt auch dafür zuständig ist. Wir haben in Karlsruhe ein Online-Portal, das nennt sich KA-Feedback. Über dieses Portal können wir der Stadt mitteilen, wo wir eine Verunreinigung, eine Gefahrenstelle oder eine falsche bzw. irreführende Beschilderung festgestellt haben.

Geben Sie uns Feedback, damit wir uns kümmern können.

Letzten Freitag habe ich mein „Feedback“ gegeben. Ich habe mein Anliegen kurz geschildert und mit einem aussagekräftigen Foto verdeutlicht.




Schutzstreifen – Wunsch und Wirklichkeit

Je länger ich mit dem Rad in der Stadt unterwegs bin, desto weniger glaube ich an die schützende Wirkung der sogenannten Schutzstreifen. Und das denke ich nicht nur, weil mir vor zwei Jahren auf eben genau so einem Schutzstreifen jemand die Vorfahrt genommen hat, so dass ich unsanft über den Lenker absteigen musste.

Was will man mit Schutzstreifen erreichen und wie sieht die Wirklichkeit aus? Die Stadt Hamburg hat einen Flyer herausgeben mit dem Titel Radfahrstreifen und Schutzstreifen – Sicher und komfortabel Rad fahren. Auf diesen Flyer werde ich mich im Folgenden beziehen.

  • These 1: Schutzstreifen bieten hohen Fahrkomfort und die Möglichkeit schnell voranzukommen.
    Theoretisch mag das stimmen, aber praktisch komme ich als Radfahrer nur in den Genuss dieses Komforts, wenn die Straße leer ist – also sonntags – und keine Fahrzeuge widerrechtlich auf dem Schutzstreifen parken.

Zugeparkter Schutzstreifen




Stressfrei in die City?

Die Stadt Karlsruhe rüstet sich wieder für den Weihnachtsansturm. Unter Stressfrei in die Weihnachtsstadt  findet man Informationen zur Verkehrsführung.

Der Verkehr soll fließen

Damit meint man allerdings in erster Linie den Autoverkehr. Damit dieser Verkehr noch „besser“, sprich schneller durch die City direkt am ECE und am Rondellplatz vorbei Richtung Fritz-Erler-Straße fließen kann und Autofahrer auf den für sie anscheinend lästigen Schulterblick komplett verzichten können, hat man den Radfahrstreifen auf  der Markgrafenstraße für Radfahrer kurzerhand aufgehoben, zu unserem Schutz, wie es in der Pressemeldung lapidar heißt.

Wieso man den Autoverkehr hier lang führt, ist mir absolut schleierhaft. Wegen der paar Stellpätze in der IHK Tiefgarage? Auf dem Friedrichplatz eröffnet bald der Weihnachtsmarkt, vom ECE  laufen täglich Tausende von Fußgänger in Richtung Kaiserstraße und die Markgrafenstraße ist Hauptverkehrsader für Radfahrer. Ausgerechnet hier leitet man jetzt zusätzlich den Autoverkehr lang? Dann sieht das bis Anfang nächsten Jahres hier wohl so aus, bloß noch schlimmer, da die Weihnachtszeit ja noch kommt:

 

Man konnte förmlich spüren, dass der Autofahrer die vor ihm fahrende Radfahrerin am liebsten zur Seite gefegt hätte. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ist er mit überhöhter Geschwindigkeit an ihr vorbeigebraust, nur um an der nächsten Kreuzung gleich wieder eine Vollbremsung hinzulegen, um links abzubiegen. So viel zum Thema Der Verkehr soll fließen.




Gut gemeint, aber auch gut gemacht?

Zwei Radfahrer sind innerhalb kürzester Zeit in Karlsruhe durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die Critical Mass Karlsruhe hat daraufhin spontan beschlossen, zwei Ghost Bikes aufzustellen. Es wurde geplant, auf die Schnelle zwei Räder organisiert, diese weiß angestrichen und Gedenktafeln beschriftet.
Eigentlich alles richtig gemacht und dennoch frage ich mich, ob wir die beiden verunglückten Radfahrer nur als Vorwand genommen haben, um auf Missstände im Radverkehr hinzuweisen.

Impressionen von der Critical Mass Oktober 2017

Wieso komme ich darauf, obwohl ich selbst an der Planung beteiligt war? Woher rühren meine Zweifel?




CM KA will Ghost Bikes aufstellen

Hintergrund der Aktion sind die beiden schrecklichen Fahrradunfälle, die sich Ende September / Anfang Oktober in Karlsruhe ereignet haben. Am 28. September wurde ein 80-jähriger Pedelec-Fahrer bei einem tragischen Unfall in Mühlburg tödlich verletzt. Der genaue Unfallhergang ist noch immer ungeklärt. Der zweite Unfall ereignete sich eine Woche später in der Nordweststadt. Ein vorfahrtsberechtigter 74-jähriger Radfahrer wurde von einem rechtsabbiegenden LKW erfasst und schwer verletzt. Der Radfahrer erlag wenig später seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Es ist geplant, morgen Abend (= letzter Freitag des Monats) an beiden Unfallorten (Rheinhafen-/Eckenerstraße bzw. Landauer Str./Wilhelm-Hausenstein-Allee) ein Ghost Bike zur Erinnerung an die verunglückten Radfahrer aufzustellen. Die Critcal Mass startet wie gewohnt um 18 Uhr auf dem Kronenplatz.

Streckenverlauf – Critical Mass Karlsruhe / Oktober 2017