Schlagwort: Verkehrssicherheit

Radwegsperrung an der Weiherfeldbrücke

Wie viele Fahrradpendler aus den Bergdörfern fahre ich jeden Morgen über die Weiherfeldbrücke in Richtung Innenstadt und abends denselben Weg wieder zurück. Seit kurzem hat sich die Situation dort für Radfahrer aufgrund von Bauarbeiten in der Straße Links der Alb verschärft. Erst konnte man die Baustelle noch in Richtung Brücke rechts passieren, jetzt ist der Weg versperrt und die Absperrgitter sogar mit Ketten und Schlössern gesichert, damit ja niemand die Absperrung beiseite stellt, wie bisher an Wochenenden und nach Feierabend geschehen.

Radweg Richtung Innenstadt gesperrt, obwohl nicht notwendig




Halbwissen auf Rädern

Seit dem 19. Januar 2013 hat der Führerschein nur noch eine Lebensdauer von 15 Jahren. Danach muss es umgetauscht werden, damit das Dokument und das Lichtbild immer auf einem halbwegs aktuellen Stand sind. Ob der Führerscheinbesitzer, dem dieses Dokument gehört, auch auf dem aktuellsten Stand ist, was seine Kenntnis der Straßenverkehrsordnung anbetrifft, interessiert komischerweise niemanden. 




Mit Abstand gefallt ihr mir am besten

Ich bin kein Freund von Warnwesten für Radfahrer. Wovor wollen wir warnen? Vor uns? Stellen wir denn eine Gefahr dar? Wohl kaum! Nichtsdestotrotz bin ich mir natürlich bewusst, dass ich gerade jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und es morgens noch dunkel ist, wenn ich mich auf den Weg zur Arbeit mache, schneller von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werde, je heller ich gekleidet bin.
Statt Warnweste habe ich mir einen neuen Regenschutz für meinen Rucksack zugelegt. Er hat mich nicht nur wegen seiner Leuchtkraft, sondern auch wegen seiner Botschaft überzeugt.

Thomas hat mich unlängst auf den Onlineshop Glückskind aufmerksam gemacht. Es hätte dort auch noch einen Regenschutz mit folgendem Spruch gegeben

Organspender – bitte vorsichtig überfahren

Aber da man ja nie weiß, wie wörtlich man genommen wird, habe ich mich dann doch lieber für ein klassisches Modell entschieden.




Smileys und Heulies für Radfahrer

Wissenschaftler der Hochschule Karlsruhe haben im Rahmen des Forschungsprojekts Reallabor Go Karlsruhe in der Erbprinzenstraße und der Waldstraße sogenannte Dialog-Displays für Radfahrer aufgestellt. Fährt man zu schnell, gibt’s einen „Heulie“ und fährt man mit moderatem Tempo, einen Smiley.

Zusätzlich zum Smiley bekommt man noch eine Dankeschön. Wer zu schnell unterwegs ist, wird durch ein „langsam“ darauf hingewiesen, doch bitte die Geschwindigkeit zu drosseln.

Theoretisch finde ich die Idee gar nicht schlecht. Für Autofahrer gibt es solche Dialog Displays ja schon lange. Untersuchungen haben ergeben, dass sie verglichen mit reinen Geschwindigkeitsanzeigen das Fahrverhalten von Autofahrern nachhaltiger beeinflussen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich bei uns im Dorf am Ortsschild, wo so ein Dialog Display für den MIV installiert ist, immer rechtzeitig abbremse, um ja einen Smiley zu bekommen.

Ich habe mir heute Nachmittag eine Weile das Treiben in der Erbprinzenstraße angeschaut. Es waren jede Menge Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Auch das eine oder andere Auto hat die Anzeigetafel passiert. Meist blieb das Display dunkel, obwohl Radfahrer daran vorbeifuhren. Entweder befindet sich der jeweilige Sensor an einer extrem weit entfernten Stelle oder zu weit rechts / links am Rand – was keinen Sinn machen würde, weil ich als Radfahrer dann ja nicht sehe, ob ich zu schnell oder zu langsam bin – oder die Daten werden zu träge übermittelt. Jedenfalls entsprach das Feedback der Tafeln nach meinem Geschmack nicht der Fahrweise der einzelnen Radfahrer. Wenn ich so eine Tafel passiere, will ich sehen wie ich fahre und nicht wie jemand fährt, der vor oder hinter mir unterwegs ist.
Sechs bis acht Wochen bleiben uns die Anzeigetafeln erhalten. Dann werden die Daten ausgewertet. Ich bin schon mal gespannt aufs Ergebnis und die Schlüsse, die daraus gezogen werden.




Es braucht mehr Kontrollen u. höhere Strafen

Es wurde in den letzten Jahren viel Farbe auf Karlsruher Straßen verteilt. So sind vor allem Schutz- und Radfahrstreifen entstanden, aber auch der eine oder andere baulich getrennte Radweg ist aus dem Boden gestampft worden.

Es wurden Fahrradstraßen ausgewiesen, in denen Radfahrer zumindest in der Theorie Vorrang haben.

Die Realität sieht leider anders aus. Denn in Karlsruhe mangelt es weniger an der Radinfrasturktur, als an der Kenntnis der StVO und am Unrechtsbewusstsein einzelner Verkehrsteilnehmer.




Lingen (Ems)

Zwei Tage sind nicht viel, um eine Stadt richtig kennenzulernen, aber als Radfahrer bekommt man schon einen ganz guten ersten Eindruck. Dieser lässt mich hoffen, dass sich meine Jüngste für ihr Master-Studium für Lingen entscheidet, denn dann hätte ich noch oft Gelegenheit, die Stadt und das Umland mit dem Rad zu erkunden und wüsste dann, ob mein erster unter dem Strich positiver Eindruck getrogen hat oder nicht.

Die Kleinstadt mit ca. 53 Tausend Einwohnern hat mir nicht nur wegen der vielen Radfahrer gefallen. Sie hat einfach Charme. Lingen ist eine lebendige Stadt, der man ansieht, dass die Stadtväter sich hier mächtig in Sachen nachhaltiger Stadtplanung ins Zeug gelegt haben. Statt 1-Euro-Läden, Dönerbuden und Hörgeräteakkustiker bietet die Innenstadt einen Mix aus erwartbarer Ketten und erstaunlich vielen alteingesessenen Geschäften, die wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten im Familienbesitz sind. Das Stadtzentrum ist, wenn man mal vom Lieferverkehr absieht, komplett autofrei. Radfahrer dürfen die Fußgängerzone nur zwischen 18 und 10 Uhr morgens befahren, ansonsten ist schieben angesagt. Das hört sich im ersten Moment schlimm an, ist es aber nicht, denn so riesig ist die Fußgängerzone nun auch wieder nicht, dass man kilometerweit schieben müsste.




Nicht geschimpft ist genug gelobt

Egal ob bei Tisch, in der Beurteilung von Mitarbeitern oder auf Twitter – wir haben die Kunst des Lobens verloren. Die meisten Menschen – und ich leider auch – haben das Prinzip des Net gschimpft isch globt gnug schon so verinnerlicht, dass nur noch gemeckert wird. Wenn das Essen lecker ist, sagt keiner was, aber wehe es fehlt Salz!

Auf Twitter findet man die Kunst des Lobens leider eher selten. Meist wird gescholten oder abgelästert – in meiner Timeline in der Regel gegen Autofahrer oder besser gesagt DIE Autofahrer. Ich muss gestehen, dass ich allergisch bin gegen das DIE in DIE Autofahrer, DIE Radfahrer, DIE Frauen, DIE Deutschen, DIE Wasauchimmer, …

Ich möchte hier ein Beispiel aus Twitter anführen und hoffe, dass die Autoren mir deshalb nicht böse sind. Ich bin offen für Kritik und freue mich auf eure Kommentare:




Rechts am Stau vorbei

Als Radfahrer darf man vorsichtig rechts am Stau vorbeifahren. Ein mulmiges Gefühl bleibt, denn so ein Schutzstreifen schützt nicht wirklich. (Die Breite dieses Schutzstreifens habe ich übrigens gemessen. Breite von Außenkante zu Außenkante der gestrichelten Linie = 1,40 m. Damit ist meines Wissens die Mindestanforderung an einen Schutzstreifen erfüllt).
Die meisten PKW Fahrer überfahren aber die gestrichelte Linie, und von rechts droht ebenfalls Gefahr, wenn jemand die Fahrer- oder Beifahrertür aufreißt, ohne nach hinten zu blicken oder jemand ausparken will. Als Radfahrer muss man hier höllisch aufpassen und seine Augen überall haben. Ich war im Stillen froh, dass ich von der Radfahrerin vor mir ausgebremst wurde. Normalerweise passiere ich den abendlichen Stau nämlich schneller.

Der Schutzstreifen ist Teil der Fahrbahn und darf von Autofahrern durchaus überfahren werden, solange Radfahrer nicht gefährdet werden. Ich nehme mal an, dass die PKW Fahrer links von uns hier keine Gefährdung erkennen konnten. Ob sie auch noch so denken würden, wenn sich ihre eigenen Kinder mit dem Rad auf dem Schutzstreifen befänden? Ich glaube nicht.

 




WISO Tipps

Es ist Frühling und viele Menschen haben ihre Räder aus dem Winterschlaf geholt. ZDF-WISO hat dem Rechnung getragen und ein paar Tipps zum Thema Überholabstand auf einer Grafik zusammengefasst. Bei Licht betrachtet ist ein friedliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer ganz einfach. Es braucht nämlich nur gegenseitige Rücksichtnahme und regelkonformes Verhalten.

Quelle: @ZDFwiso

Eigentlich sollten diese Regeln ja jedem Führerscheinbesitzer bekannt sein, aber es kann ja nie schaden, sie regelmäßig ins Gedächtnis zurückzurufen.




Gut gemeint

Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht. Über die Osterfeiertage war ich mit meiner Familie in Norddeutschland. Die Autobahnen waren am Gründonnerstag randvoll, es staute sich gefühlt von Karlsruhe bis Bremen. Für die knapp 600 Kilometer brauchten wir diesmal gut zehn Stunden. Ich hatte also Muße, mir beim Stop-and-Go die Rückseite so manch eines LKWs anzusehen.

Dort sind mir dann vereinzelt Aufkleber aufgefallen, von denen ich im Netz schon gehört hatte:

Achtung: Toter Winkel (Quelle: Kinder-Unfallhilfe)

Die Macher dieses Aufklebers haben es mit Sicherheit gut gemeint, haben aber für meine Begriffe voll daneben gelangt. Dies ist Victim Blaming par Excellence. Was will man Kindern sagen, die mit ihrem Rad hinter einem LKW mit solch einem Aufkleber herfahren? Wenn du Vorfahrt hast und dich der LKW beim rechts Abbiegen überfährt, dann hast du selbst Schuld. Der LKW Fahrer bekommt mit diesem Aufkleber – auf dem das Kind ja auch schon durchgestrichen ist – einen Freifahrschein zum rücksichtslosen Abbiegen ohne Sorgfaltspflicht.