Schlagwort: Urban Mobility

Critical Mass Juni 2018

Lag es am schönen Wetter, am fußballfreien Tag oder an der Liebe zum Radfahren? Wahrscheinlich an allem ein bisschen. Wir konnten in diesem Jahr schon das dritte Mal in Folge mehr als 200 Teilnehmer – genauer gesagt 214 – auf der Critical Mass in Karlsruhe verzeichnen.

Gut gelaunt setzte sich der Tross kurz nach 18 Uhr in Bewegung. Bis alle Radfahrer den Kronenplatz verlassen hatten, war die Spitze des Zuges schon auf die Ludwig-Erhard-Allee eingebogen. Für die musikalische Untermalung sorgten gleich mehrere Musikbikes, was nur zu Dissonanzen führte, wenn sie zu dicht nebeneinander fuhren.

 

Auf der Durlacher Allee habe ich versucht, mich vom Ende des Feldes ein wenig nach vorne zu arbeiten. 214 Teilnehmer hört sich ja nicht nach viel an. Obwohl ich flott rechts auf dem Radweg am munter plaudernden Tross der Radler vorbeigefahren bin, ist es mir nicht gelungen, bis an die Spitze des Zuges zu gelangen. Wir waren so viele Radfahrer in Durlach, dass wir den kompletten Altstadtring eingenommen haben 🙂
Die Route war schön, die Teilnehmer gut gelaunt und bunt gemixt und die Polizei war wie schon so oft tiefenentspannt und hat uns sicher ans Ziel geführt. Einige Polizisten haben unterwegs schon fast so etwas wie Lobbyarbeit für uns betrieben, indem sie fragenden Autofahrern ausführlich erklärten, wer wir sind und was wir da gerade machen. Vielen Dank dafür von meiner Seite.
Auch das Ziel – die Oktave an der Kirche St. Bernhard in der Karlsruher Oststadt – war ideal. Viele Teilnehmer verweilten noch auf dem Platz, um was zu trinken, zu fachsimpeln oder andere Räder zu bestaunen.




modalyzer – das Mobilitätslogbuch

Wer wie ich bei Amazon einkauft, Suchmaschinen wie Google verwendet, seine gelaufenen / gefahrenen Kilometer per Fitnesstracker (z.B. Runtastic) oder GPS-Geräte (Garmin, TomTom, etc.) dokumentiert und außerdem in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter unterwegs ist, der ist im Grunde schon heute ein gläserner Mensch.

Karikatur aus Word Cliparts

Karikatur aus Word Cliparts

Amazon weiß, was ich lese und welche Musik ich höre, Google kennt meine sonstigen Interessen und TomTom und Garmin wissen, wie es um meine Fitness bestellt ist. Jetzt gibt es ein neues Smartphone gestütztes Erhebungsinstrument – neudeutsch App – mit dem ich mein sonstiges Mobilitätsverhalten überprüfen kann. modalyzer erkennt automatisch, wie lange und mit welchem Verkehrsmittel ich unterwegs war. Wie viel Kilometer ich mit dem Fahrrad gefahren bin und wie oft ich den Bus genutzt habe. Ein essentieller Unterschied zu den üblichen Fitnesstrackern ist, dass die auf dem Smartphone installierte App acht verschiedene Verkehrsmittel automatisch unterscheiden kann. Ich muss nichts machen, nur die App einschalten und mein Smartphone mitführen. Standardmäßig findet die Datenübertragung vom Smartphone zum modalyzer Server nur bei WLAN Internetverbindung statt. Über Karten und Statistiken kann ich dann ablesen, wann und wo ich welches Verkehrsmittel genutzt habe, wie lange ich damit unterwegs war und welche Entfernung ich dabei jeweils zurückgelegt habe.




Fahrradfreundliche Städte

Wenn man fahrradfreundliche Städte aufzählen soll, dann fallen einem ad hoc Amsterdam, Kopenhagen oder Münster ein. Eine Stadt, die ich überhaupt nicht auf dem Schirm hatte, ist Bogota. Meine Kollegin, die aus Kolumbien kommt und gerade von einem Urlaub aus der alten Heimat zurückgekehrt ist, hatte uns bereits über diesen Trend hin zum Fahrrad und weg vom Auto berichtet. Wir wollten es nicht so recht glauben. Jetzt bin ich über Twitter auf einen Bericht gestoßen, der diese Eindrücke mit Zahlen belegt.

Fahrrad nutzen heißt Kosten sparen

Fahrrad nutzen heißt Kosten sparen

In der kolumbianischen Hauptstadt Bogota, hat sich der Anteil der Radfahrer unter den Verkehrsteilnehmern von praktisch 0 auf derzeit 5 Prozent erhöht. Die Stadtväter sind davon überzeugt, diesen Anteil innerhalb kurzer Zeit noch auf 10 Prozent verdoppeln zu können. Was ist das Geheimrezept? Einfach, eine fahrradfreundliche Infrastruktur. Was ein paar Fahrradwege, Abstellanlagen und ein Gefühl der Sicherheit auf dem Rad doch bereits ausmachen können!

In Bogota hat der Bürgermeister Enrique Peñalosa für die Wende im Denken und Handeln der Bürger gesorgt.

An advanced city is not one where even the poor use cars, but rather one where even the rich use public transport

Ein Schwellenland wie Kolumbien, das eher für Drogen bekannt ist als für urbane Mobilitätskonzepte zeigt uns, was möglich ist, wenn man den Willen hat etwas zu verändern.