Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht. Über die Osterfeiertage war ich mit meiner Familie in Norddeutschland. Die Autobahnen waren am Gründonnerstag randvoll, es staute sich gefühlt von Karlsruhe bis Bremen. Für die knapp 600 Kilometer brauchten wir diesmal gut zehn Stunden. Ich hatte also Muße, mir beim Stop-and-Go die Rückseite so manch eines LKWs anzusehen.

Dort sind mir dann vereinzelt Aufkleber aufgefallen, von denen ich im Netz schon gehört hatte:

Achtung: Toter Winkel (Quelle: Kinder-Unfallhilfe)

Die Macher dieses Aufklebers haben es mit Sicherheit gut gemeint, haben aber für meine Begriffe voll daneben gelangt. Dies ist Victim Blaming par Excellence. Was will man Kindern sagen, die mit ihrem Rad hinter einem LKW mit solch einem Aufkleber herfahren? Wenn du Vorfahrt hast und dich der LKW beim rechts Abbiegen überfährt, dann hast du selbst Schuld. Der LKW Fahrer bekommt mit diesem Aufkleber – auf dem das Kind ja auch schon durchgestrichen ist – einen Freifahrschein zum rücksichtslosen Abbiegen ohne Sorgfaltspflicht.