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Hilfe, Akku defekt!

So der panische Anruf einer Kundin am Freitagmorgen. Sie hatte sich einen Tag zuvor bei uns ein Scott E-Spark 710 gekauft. Es war Liebe auf den ersten Blick gewesen, was ich nachvollziehen kann, da auch ich schon das Vergnügen hatte, damit eine Runde drehen zu dürfen.

Scott E-Spark 710

Scott E-Spark 710

Was war passiert? Die Kundin hatte  das Rad am Donnerstagabend abgeholt. Mein Kollege hatte es vormittags aufgebaut, eingestellt, gründlich gecheckt, Probe gefahren und den Akku voll geladen. Voller Begeisterung und Vorfreude auf die kommenden Radtouren war die Kundin vom Hof gefahren. Ich weiß nicht, ob sie den Ausführungen und Erklärungen zu den technischen Details wirklich gelauscht hatte oder im Geiste schon auf dem Rad saß. Jedenfalls rief sie am nächsten Morgen voller Panik an. Der Akku sei defekt. Sie sei doch abends nur damit nach Hause gefahren und der Akku somit noch randvoll. Trotzdem würde das Diplay im Eco-Mode nur eine maximale Reichweite von 30 Kilometern anzeigen. Das könne doch unmöglich stimmen, schließlich habe sie doch ein Pedelec erworben, das laut Hersteller eine max. Reichweite von 160 Kilometern hätte.

Sollte euch so was Ähnliches passieren, keine Panik. Im Gegensatz zu manchen Zweibeinern ist so ein Pedelec nämlich lernfähig. Wenn man wenig bis gar nicht damit gefahren ist, geht es davon aus, dass man eine faule Socke ist und wenig Tretunterstützung leistet. Wäre die Kundin ein paar Kilometer mehr mit Ihrem Pedelec gefahren, hätte der Bordcomputer einen neuen, genaueren Wert ermittelt und auf dem Display angezeigt. Ohne irgendwelche Erfahrungswerte muss der Bordcomputer ja vom Worst-Case-Szenario ausgehen: kaum Tretunterstützung, bergauf, Gegenwind, hoher Rollwiderstand, schwerer Fahrer. Je länger man mit dem Rad fährt, desto mehr Daten hat der Bordcomputer Nyon zur Verfügung. Er merkt sich das Fahrverhalten und all die anderen Daten und zeigt nach einer Weile dann auf Basis dieser Erfahrungswerte die tatsächliche Reichnweite viel schneller an. Dieses „sich merken“ ist aber bitte nicht mit dem sogenannten Memory Effekt zu verwechseln. Die neuen Lithium-Ionen-Akkus haben keinen Memory Effekt mehr. Der einzige, der sich was merkt, ist der Bordcomputer.

Wir konnten die Kundin also beruhigen. Der Akku war natürlich nicht defekt, dem Bordcomputer fehlten anfangs lediglich ausreichend Daten für eine genaue Angabe der Reichweite.




Bild der Woche

Scott Mountainbike

Scott Genius 720 vor ehrwürdiger Kulisse

Auch so kann man Urlaub machen: mit dem Fully Scott Genius 720 durchs südliche Bayern radeln und dabei die Schönheiten der Natur und der Baukunst genießen.




Gernsbach – Rote Lache – Badener Höhe – Toter Mann – Gernsbach

Am letzten Sonntag hätten wir einen Werbefilm für den Fahrradhersteller Scott machen können:

Unser Fuhrpark:

  • Nachtigall, Rote Lache, Badener Höhe, Toter Mann, Holohturm

Die Tour könnt ihr euch hier runterladen. Es gab zwei knackig Steigungen. Wie ihr dem GPS Track entnehmen könnt, sind wir anders als vor einer Woche direkt von Gernsbach zur Nachtigall gefahren, sozusagen um warm zu werden. Unser erstes Ziel war ja auch nicht die Nachtigall, sondern die Rote Lache,  ein Hotel/Restaurant/Cafe auf gleichnamiger ca. 690 m ü. NN gelegenen Passhöhe zwischen Forbach und Baden-Baden. Die Steigung dahin war eher moderat, wir waren ja auch noch ausgeruht, dann kommt einem sowieso alles leicht vor. Die Waldwege sind für Mountainbiker und Wanderer durchweg gut beschildert. Professionelle, ambitionierte Mountainbiker würden die Tour, die wir gefahren sind, als Waldautobahn abtun, ich habe sie genossen – wegen ihrer Stille und ihrer konditionellen Herausforderung.

Die Rote Lache ist nicht nur wegen des Ausblicks eine Reise wert, auch das gut bestückte Kuchenbuffet des gleichnamigen Cafes ist nicht zu verachten. Und Rad fahren macht ja bekanntlich Appetit. Die Passhöhe ist ein beliebtes Ausflugziel für Radler und Motorradfahrer. Als Radfahrer wird man aber vom Lärm der Motorengeräusche kaum belästigt. Dafür gibt es einfach zu viele Wege fernab öffentlicher Straßen, die man befahren kann.

Die Strecke zwischen der Roten Lache und der Badener Höhe ist zwar, was die Steigung anbetrifft, nicht einfach, aber man wird belohnt durch atemberaubende Ausblicke über das Rheintal, die Nordvogesen, den Battert und den Merkur.

Die Badener Höhe haben wir wahrscheinlich nur wegen der Höhenmeter erklommen, denn mein Chef-Chef hat uns geführt. Er hat in seinem Kopf mehr Wege gespeichert, als Google Maps. Er liebt die Berge und eine Radtour ohne Höhenmeter ist keine Radtour. Also wussten wir, dass die Strecke nicht einfach werden würde.

Friedrichsturm auf der Badener Höhe

Ihr müsst unbedingt auf den Turm klettern. Von oben gibt es bei klarem Wetter eine Wahnsinnsaussicht.

Wir sind von der Badener Höhe zunächst auf demselben Wege wieder zurückgefahren, den wir gekommen waren. Es gibt auch noch einen anderen, schöneren Trail wieder nach unten. Aber am  Wochenende sind dort nicht nur Radfahrer, sondern auch viele Wanderer und Familien mit Kindern unterwegs. Da gibt es dann immer Konflikte zwischen Radfahrern und Wanderern.

Von der Badener Höhe ging es runter zur Schwarzenbach Talsperre.

Schwarzenbach-Talsperre

Schwarzenbach-Talsperre

Sie liegt etwa auf 660 m Höhe und staut das Wasser des Schwarzenbachs und einiger anderer Bäche. Sie ist ein beliebtes Ausflugziel. Ein Badestrand lädt zum Schwimmen ein und Boote kann man sich auch ausleihen.

Wir haben aber nur eine kurze Rast eingelegt und sind dann den Murgtalradweg ein Stück weit nach unten gefahren. Nachdem wir ca. 43 km zurückgelegt hatten, mussten wir uns entscheiden: entweder direkt auf dem Murgtalweg zurück nach Gernsbach oder noch einen „kleinen“ Abstecher zum Toten Mann.

Wir haben uns für Zweiteres entschieden. Knapp 9 Kilometer ging es stetig bergauf. Weil wir ja schon eine Weile unterwegs waren, hatte dieser Streckenabschnitt schon etwas Zermürbendes. Lediglich ein Stein signalisierte das Ziel:

Toter Mann

Toter Mann

Vom Toten Mann ging es dann in Wellen wieder nach unten, am Holohturm vorbei nach Loffenau. Die Strecke zwischen Loffenau und Gernsbach bot dann noch mal ein richtiges Schmankerl. Vielleicht nicht unbedingt für Mountainbiker, aber für Radfahrer, die gern Kurven fahren. Doch aufgepasst: auf den ersten 500 Metern sind quer über dem Radweg fiese V-förmige Rillen eingelassen. Kurz danach kommt noch eine Baumwurzel, die den Asphalt des Weges gesprengt hat. Wenn man da nicht aufpasst, kann es schon mal gefährlich krachen.

Fazit: eine tolle Tour. Kein Wunder, dass mir meine Jeans im Sommer immer wie Presswürste vorkommen. Bei den vielen Höhenmetern, die ich zurücklege!

 

 




Mein erstes Mal – Scott Genius 730

Wenn man wie ich leidenschaftlich gerne mit dem Rad fährt und in einem Fahrradgeschäft arbeitet bzw. Fahrräder und Zubehör online vertreibt, dann ist das in etwa so, als ließe man ein Kind in der Spielzeug- oder Süßigkeitenabteilung eines großen Kaufhauses aushelfen. Was bin ich froh, dass wir keine Laufschuhe im Programm haben, dann würde ich wahrscheinlich noch mehr Geld ausgeben.

Langer Rede kurzer Sinn – ich bin wieder schwach geworden. Nachdem sich drei weitere Mitglieder meines Lauf-/Radtreffs unlängst ein neues Fully gegönnt hatten, war klar, dass auch ich mir eines zulegen würde. Denn die Vorstellung mit meinem Crossrad – so gerne ich auch darauf fahre – hinter den anderen hinterher zu rutschen und auf schwierigem Terrain zu schieben, während alle anderen im Sattel bleiben können, war einfach unerträglich.

Also habe ich mein Sparschwein geschlachtet und mir was ganz Edles gekauft – das Scott Genius 730.

Scott Genius 730 (2014)

Scott Genius 730 (2014)

Die Evolution des genialsten Fullys auf dem Planeten!

Das Zitat stammt natürlich nicht von mir, sondern vom schweizer Hersteller Scott selbst, aber das Scott Genius 730 ist wirklich geil. Nachdem ich mir ja im Dezember erst ein neues Trekkingrad gekauft hatte, habe ich verständlicherweise mit mir gerungen, ob die Anschaffung eines Mountainbikes, noch dazu eines Fullys, wirklich nötig ist oder purer Luxus. Aber da ja bekanntlich die ideale Anzahl von Rädern, die man besitzen sollte, x + 1 ist, wobei x die Anzahl der Räder ist, die man gerade sein Eigen nennt, bewege ich mich noch im grünen Bereich.

Donnerstag ist das Scott Genius 730 endlich gekommen. Mein Kollege, der weiß, dass Geduld nicht gerade zu meinen starken Seiten gehört, hat es gleich für mich aufgebaut. Also habe ich mein Trekkingrad stehen lassen und bin mit dem Fully abends nach Hause gefahren. Mein Heimweg beträgt ziemlich genau 16 Kilometer. Donnerstag war die Strecke gut doppelt so lang, denn ich bin natürlich nicht direkt, sondern mit vielen Umwegen nach Hause gefahren. Was bin ich froh, dass bei uns schon der Schwarzwald anfängt und Hunderte von hügeligen bis steilen Waldwegen nur darauf warten, von mir erfahren zu werden. Ich hätte nie gedacht, dass es so viel Spaß machen kann, bergauf und bergab über Baumwurzeln, Schlaglöcher oder Schotter zu fahren. Bin ich sonst bei jeder Bodenwelle aus dem Sattel gegangen, kann ich auf dem neuen Scott Genius 730 im Sattel bleiben. Übertrieben ausgedrückt könnte man mein altes Crossrad mit einer harten Bahnhofsbank und das Genius mit einer bequemen Couch vergleichen.

Ich bin 172 cm groß und habe mir auf Anraten meines Kollegen das S Modell der Herrenserie zugelegt. Eine gute Wahl! Das Damenmodell, das Scott Contessa Genius 710, dass übrigens auch toll aussieht, wäre mir wahrscheinlich bei meinem verhältnismäßig langen Oberkörper zu kompakt gewesen.

Freitagabend haben wir mit unseren neuen Fullys gleich eine 30 Kilometer Feierabend-Tour durch den Nordschwarzwald gemacht. Ich habe zwar norddeutsche Gene, aber bergauf bin ich eindeutig schneller unterwegs als andere. Mit dem Genius bin ich bergauf jetzt noch schneller und bergab viel sicherer. Dank der 30 Gänge sind selbst steile Kletterpassagen auf rutschigem Boden mühelos zu bewältigen. Ein Klick am Daumenhebel genügt, um das Heck in den Tractionsmodus zu schalten. Bergab bin ich sonst eigentlich ein „Schisser“ oder positiv ausgedrückt eher vorsichtig unterwegs, mit dem Fully fühle ich mich jetzt viel sicherer und das, obwohl ich erst drei Tage damit gefahren bin. Das Genius schluckt mühelos jedes Schlagloch, selbst grobe Schotterpisten, die ich hasse wie die Pest, überwindet man bergauf und bergab mühelos.
Gestern haben wir es dann mal so richtig krachen lassen, zumindest was die Höhenmeter anbelangt. Auf Rad-Karlsruhe – übrigens eine sehr informative Website für radbegeisterte Karlsruher – gibt es Touren zum Downloaden nicht nur für Mountainbiker. Wir sind die Tour Durlach – Wattkopf – Langensteinbach – Thomashof nachgefahren. Ich dachte ja, dass ich bereits alle Wege rund um Karlsruhe per Rad oder zu Fuß erkundet habe, aber da lag ich falsch. Da gibt es noch Vieles, was ich nicht „erfahren“ habe, weil mir bis dato einfach das richtige Rad dafür fehlte.

Technische Details zum Scott Genius 730 gibt es hier. Da erfahrt ihr alles über die edle Ausstattung (z.B. Twinlock Lever System, Shimano XT/SLX, 1500 mm Federweg). Wem würde ich das Rad empfehlen? Jedem, der gerne fernab asphaltierter Straßen flott und sportlich unterwegs sein möchte, und das sowohl bergauf als auch bergab.

 




Die Winora Group

Wie die Fahrradfirma SCOTT, von der ich ja schon berichtet habe, kann die Winora Group auf eine langjährige Geschichte zurückblicken. Die Winora Group, wie wir sie heute kennen, wurde zwar erst Ende 2001 aus der Winora-Staiger GmbH und der E. Wiener Bike Parts GmbH & Co. KG gegründet, aber die Ursprünge der Firma lassen sich auf das Jahr 1914 zurückverfolgen. In dem Jahr gründete der Radrennfahrer Engelbert Wiener in Schweinfurt seine eigene Radfirma. Zunächst wurden die Räder per Hand einzeln montiert und vertrieben. Wie das so ist, wenn ein Produkt gut ist und sich das rumspricht, ist die Firma über die Jahre gewachsen und aus einer kleinen Hinterhoffirma wurde eine Fahrradgroßhandlung.
Die Grundsteinlegung der ersten Winora-Fahrradfabrik erfolgte 1963. Die Nachfrage nach Winora Rädern war so groß geworden, dass nicht mehr Einzelmontage, sondern Herstellung per Fließband notwendig geworden war. Um sich noch breiter aufzustellen, wurde 1988 die in Stuttgart ansässige Fahrradfirma Staiger übernommen. Es entstand die Winora-Staiger GmbH. Mit der Gründung von Haibike kam 1995 ein weiteres Standbein hinzu.