Schlagwort: Schutzstreifen

Rechts am Stau vorbei

Als Radfahrer darf man vorsichtig rechts am Stau vorbeifahren. Ein mulmiges Gefühl bleibt, denn so ein Schutzstreifen schützt nicht wirklich. (Die Breite dieses Schutzstreifens habe ich übrigens gemessen. Breite von Außenkante zu Außenkante der gestrichelten Linie = 1,40 m. Damit ist meines Wissens die Mindestanforderung an einen Schutzstreifen erfüllt).
Die meisten PKW Fahrer überfahren aber die gestrichelte Linie, und von rechts droht ebenfalls Gefahr, wenn jemand die Fahrer- oder Beifahrertür aufreißt, ohne nach hinten zu blicken oder jemand ausparken will. Als Radfahrer muss man hier höllisch aufpassen und seine Augen überall haben. Ich war im Stillen froh, dass ich von der Radfahrerin vor mir ausgebremst wurde. Normalerweise passiere ich den abendlichen Stau nämlich schneller.

Der Schutzstreifen ist Teil der Fahrbahn und darf von Autofahrern durchaus überfahren werden, solange Radfahrer nicht gefährdet werden. Ich nehme mal an, dass die PKW Fahrer links von uns hier keine Gefährdung erkennen konnten. Ob sie auch noch so denken würden, wenn sich ihre eigenen Kinder mit dem Rad auf dem Schutzstreifen befänden? Ich glaube nicht.

 




Pole Position fürs Rad

Ich nenne die unten im Bild rot markierte Fläche „Pole Position fürs Rad“, der Terminus technicus lautet aufgeweiteter Radaufstellstreifen. PKWs und Motorräder müssen an der zurückgesetzten Haltelinie stehen bleiben, sodass Radfahrer die Möglichkeit haben, rechts vorbeizufahren, um sich vor die wartenden Fahrzeuge aufzustellen. Vorteil – es sinkt das Risiko, von einem Rechtsabbieger „übersehen“ zu werden, weil man im direkten Sichtfeld der nachfolgenden Autofahrer steht.

Kreuzung Waldstraße Zirkel gegenüber der Staatlichen Kunsthalle In Karlsruhe

Wenn diese Aufstellfläche dann auch noch farblich hervorgehoben ist, um so besser. Alles wäre super, wenn mittlerweile nicht auch Roller- und Mofa-Fahrer die Vorzüge dieser „Pole-Position“ für sich entdeckt hätten.




Schutzstreifen – Wunsch und Wirklichkeit

Je länger ich mit dem Rad in der Stadt unterwegs bin, desto weniger glaube ich an die schützende Wirkung der sogenannten Schutzstreifen. Und das denke ich nicht nur, weil mir vor zwei Jahren auf eben genau so einem Schutzstreifen jemand die Vorfahrt genommen hat, so dass ich unsanft über den Lenker absteigen musste.

Was will man mit Schutzstreifen erreichen und wie sieht die Wirklichkeit aus? Die Stadt Hamburg hat einen Flyer herausgeben mit dem Titel Radfahrstreifen und Schutzstreifen – Sicher und komfortabel Rad fahren. Auf diesen Flyer werde ich mich im Folgenden beziehen.

  • These 1: Schutzstreifen bieten hohen Fahrkomfort und die Möglichkeit schnell voranzukommen.
    Theoretisch mag das stimmen, aber praktisch komme ich als Radfahrer nur in den Genuss dieses Komforts, wenn die Straße leer ist – also sonntags – und keine Fahrzeuge widerrechtlich auf dem Schutzstreifen parken.

Zugeparkter Schutzstreifen




Diamonds are a girl’s best friend?

Auch ich liebe Schmuck, freue mich aber eigentlich noch viel mehr über solche Geschenke 🙂 Meine Familie kennt mich eben.

Die Kamera hatte ich mir schon länger gewünscht, damit ich in Zukunft unterwegs auf dem Rad festhalten kann, was sich auf deutschen Straßen und insbesondere auf den sogenannten Schutzstreifen für Szenen abspielen.

Ich bin schon sehr gespannt, was Juliane Schumacher zum Thema Radfahren in der Stadt zu berichten hat. Jedenfalls wird Ihr Buch How to Survive als Radfahrer in der Presse in den höchsten Tönen gelobt.

Auch die Putz- und Schmiermittel kommen genau richtig, denn nicht nur mein Alltagsrad hat eine gründliche Reinigung dringend nötig. Allerdings lohnt es sich bei der jetzigen Wetterlage nicht, mit der Radpflege anzufangen. Eine Fahrt durch das Schmuddelwetter und schon wäre das schöne Rad wieder dreckig.




Nur mal kurz …

… zum Bäcker, zur Reinigung, zur Bank, den Warnblinker ausprobieren oder mit schlechtem Beispiel vorangehen. Ausreden gibt es immer. Seit wir in Karlsruhe diese wunderschön breiten und durch einen fetten Strich von der Fahrbahn abgetrennten Radwege haben, parkt es sich darauf viel besser als früher.

Nehmen wir einen typischen Samstagmorgen in der Karlstraße. Alle paar Meter steht ein Fahrzeug widerrechtlich geparkt auf dem breiten Radweg. Die Karlstraße steht stellvertretend für viele in Karlsruhe. Die Stadtväter bauen neue Radwege, Schutzstreifen und Fahrradstraßen. Doch als Radfahrer muss man Slalom fahren. Das Ordnungsamt könnte sich eine goldene Nase verdienen. Aber entweder fehlt der Wille, hier durchzugreifen oder das Personal oder beides.

Nur mal kurz im Weg stehen

 




Spurwechsel – Umfrage der TU Dresden

Ein Student der Uni Hamburg führt derzeit in Kooperation mit der TU Dresden eine Online-Umfrage zu innerörtlichen Radverkehrsstrukturen durch. Um Falschparker geht es darin zwar nur am Rande, aber auch sie haben einen entscheidenden Einfluss darauf, ob wir lieber auf Radwegen (auf gleicher Höhe mit dem Gehweg und durch einen Bordstein o.ä. von der Fahrbahn abgetrennt) oder Radfahrstreifen (auf der Fahrbahn durch eine dicke durchgezogene Linie kenntlich gemacht) fahren.

Diese Situation kennen wir alle – Falschparker auf dem Radfahrstreifen. Man muss als Radfahrer nach links auf die Straße ausweichen, was nicht nur uns nervt, sondern auch die Autofahrer, weil sie dann ebenfalls ausweichen oder langsamer fahren müssen.

Radfahrstreifen mit Falschparker




Radfahrstreifen – gut gemeint, aber oft gefährlich

Verglichen mit anderen Städten Deutschlands hat Karlsruhe ein imposantes und ständig wachsendes Radwegenetz. Aber auch bei uns ist natürlich nicht alles Gold was glänzt. Viele Radwege sind Stückwerk, zwar gut gemeint, aber leider oft nur das Gegenteil von gut gemacht. Man sieht ihnen einfach an, dass die Stadtväter bemüht waren, es möglichst allen recht zu machen – den Autofahrern, den Geschäftsleuten und den Radfahrern. Leider ist das Endergebnis dann für Radfahrer suboptimal bzw. gefährlich.

Nehmen wir die Karlstraße. Hier wurde der Radweg im Zuge von Straßenbauarbeiten beidseitig neu angelegt. Wenn man von der Ebertstraße in Richtung Innenstadt fährt, ist der Radweg durchgängig befahrbar bis knapp vor der Kriegstraße. Leider ist er nur zu Anfang breit und links mit einem dicken fetten weißen Strich von der Fahrbahn gut sichtbar getrennt. Die erste Hürde kommt am Kolpingplatz. Dort befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle, die man als Radfahrer rechts umfahren muss. Fußgänger, die zur Straßenbahn wollen, scheinen aber nicht zu wissen, dass es sich hier um einen Radweg handelt. Die meisten queren ihn ohne nach links zu schauen. Ab der Jollystraße verjüngt sich der Radweg, so dass man beim Überholen langsamerer Radfahrer auf die Straße ausweichen muss. Kurz vor der Kriegstraße ist er dann urplötzlich komplett verschwunden, weil man hier eine zusätzliche Spur für rechtsabbiegenden PKW eingerichtet hat.

Anders sieht es aus, wenn man von der Stadt in Richtung Ebertstraße fährt. Hier haben die Stadtväter anscheinend Angst vor ihrer eigenen Courage gehabt. Alle Nase lang mündet der Radweg entweder ohne Vorankündigung oder mit einem kleinen „Auslauf“ in einen Parkstreifen. Das ist so unübersichtlich, dass ich es an bestimmten Stellen Autofahrern nicht mal übelnehmen kann, wenn sie hier auf dem Radweg parken.

Zwei Meter weiter stünde der Lieferwagen zumindest mal nicht mehr im absoluten Halteverbot.

Wo hört der Radweg auf, wo fängt der Park- /Haltestreifen an?




Umfrage der TU Dresden

Wann fahren wir wo? Mal benutzen wir den Radweg, mal den Gehweg, mal die Straße. Wovon hängt unsere Entscheidung ab? Dies untersucht die TU Dresden mittels einer Onlinebefragung. Nur wenn man weiß, wie sich Radfahrer typischerweise in bestimmten Situation verhalten, kann man negativen Verhaltensweisen entgegenwirken und sichere Wege für uns und andere Verkehrsteilnehmer bauen.

Fragebogen zum Thema wann fahre ich wo

Ihr seit älter als 16, wohnt in Deutschland und fahrt (zumindest ab und zu) mit dem Fahrrad, dann nehmt euch ein paar Minuten Zeit um die Fragen zum Thema Infrastrukturwahl von Radfahrern zu beantworten.