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Laufräder und Sättel vor Diebstahl schützen

Wenn man wie ich ein teures Rad besitzt, dann lebt man in der ständigen Angst, es könnte einem gestohlen werden. Daheim steht mein Trekkingrad nachts in der Einliegerwohnung, in der Firma nehme ich es mit ins Bürogebäude und in der Stadt schließe ich es nicht nur mit einem hochwertigen Faltschloss von ABUS ab, sondern auch immer an einen festen Gegenstand an.

Auf meiner jüngsten Radreise hatte ich zusätzlich noch ein megaschweres Kettenschloss von ABUS mit dabei, da ich im Vorfeld nicht wusste, wo wir unsere Räder würden abstellen können. Verglichen mit dem Gewicht der beiden Schlösser, kam mir mein restliches Gepäck geradezu leicht vor.

Jetzt hat die Firma ABUS auf der letzten Eurobike in Friedrichshafen etwas Neues vorgestellt, eine Sicherung für Laufräder und Sättel namens NutFix. Was aussieht wie ein Fingerhut, ist eine Kappe, die auf einer speziellen NutFix Mutter aus Edelstahl steckt. Die NutFix Mutter ersetzt die klassische Mutter oder den Schnellspanner der Sattelstütze bzw. der Laufräder. Die Kappe verdeckt und schützt die Mutter zugleich. Wenn ich also mein Rad wie gewohnt mit einem Faltschloss an einen festen Gegenstand anschließe, so dass man es nicht auf die Seite legen kann, kommt man an die Mutter selbst nicht heran und kann somit den Sattel oder die Laufräder nicht stehlen.

Hier ein Video, das ich dazu auf YouTube gefunden habe:

Das nenne ich mal eine pfiffige Lösung – klein aber wirkungsvoll. Der Preis liegt nach derzeitigem Stand bei ca. 30 € / Set. Das Anti-Diebstahl System wird ab dem kommenden Frühjahr in drei Versionen und sechs Farben erhältlich sein:

  • NutFix Axle-Set: Für Fahrräder mit hohler Radachse. Es besteht aus zwei Zapfen (100 und 135 mm) und zwei farbigen Bolzen
  • NutFix: für Fahrräder mit verschraubten Radachsen
  • NutFix SPC: um den Sattel vor Diebstahl zu schützen (Durchmesser zwischen 28,6 und 34,9 mm).

Derzeit findet man leider noch gar keine Infos beim Hersteller ABUS selbst. Schade eigentlich, denn ich glaube, dass das Produkt durchaus Potential hat.




Brooks Cambium C17

Wer Brooks hört, denkt an Ledersättel. Der Cambium C17, der Brooks-Sattel, den ich als Gratiszugabe zu meinem neuen Trekkingrad bekommen habe, bricht mit dieser langjährigen Tradition. Er ist nicht aus Leder, sondern aus vulkanisiertem Naturkautschuk und einem Tuch aus organischer Baumwolle, über das sich eine Deckschicht aus strukturiertem Textil spannt. Die Oberfläche fühlt sich rau an, bisher habe ich aber an meinen Radhosen nicht bemerkt, dass es zu Stoffabrieb gekommen wäre.

Brooks Cambium C17

Brooks Cambium C17




28″ Reiserad von Rennstahl

Da die Hersteller, deren Räder wir vertreiben, keine Trekking-/Reiseräder mit Stahlrahmen anbieten, ich aber unbedingt wieder ein Rad mit dünnen Rohren haben wollte, die in meinen Augen viel eleganter und filigraner aussehen als Alurahmen, habe ich mich notgedrungen bei der Konkurrenz umgeschaut und bin bei Rennstahl / Falkenjagd fündig geworden. Wie recht doch meine Kollege hat mit seinem Spruch:

Auch andere können gut!

Hier ist es – mein neues Trekkingrad der bayerischen A. & A. Kirschner Fahrradmanufaktur GbR:

Rennstahl Trekkingrad

Sieht toll aus, nicht wahr. Aber gutes Aussehen ist nicht alles, beim Fahrrad kommt es vor allem auf die inneren Werte an:




Eurobike 2015

In zwei Tagen ist es wieder soweit, da öffnen sich in Friedrichshafen die Tore der Messehalle für alle Fahrradfans der Welt. Vom 26. – 28. August ist die Eurobike 2015 leider ausschließlich den Fachbesuchern und Journalisten vorbehalten. Für den Publikumsverkehr öffnen sich die Pforten erst am Samstag, dem 29. August. Wie gewohnt findet der Demo Day bereits einen Tag vor Beginn der Messe, am Dienstag, 25. August 2015, auf dem Messeparkplatz Ost statt. Die Testbedingungen sind gut. Das Fachpublikum kann sich nicht nur auf dem Parkplatz, sondern auch im angrenzenden Wald, auf den Feldwegen sowie den umliegenden Straßen rund um das Messegelände austoben und Neuheiten selbst ausprobieren.

Auf der EUROBIKE werden alljährlich die Neuheiten der internationalen Fahrradbranche präsentiert und wer gut zu Fuß ist und viel Energie hat, der bekommt auch tatsächlich ein komplettes Angebot rund ums Fahrrad dargeboten. 1.350  Aussteller – so viele wie nie zuvor – zeigen in Friedrichshafen auf über 100.000 m² Ausstellungsfläche ihre Produkte und Dienstleistungen und bilden das weltweite Spektrum der Fahrrad-Branche ab. Es gibt wohl keinen Ort auf der Welt, an dem Fahrräder und Zubehör in solch einer einzigartigen Produktbreite dargeboten werden.

Fragt sich natürlich, was es 2015 dort Neues zu sehen gibt. Eines ist sicher, das Rad wird auch in diesem Jahr nicht neu erfunden. Auch zaubern die Hersteller keine neue Radgröße aus ihren Hüten, wofür der Einzelhandel dankbar ist.




Die passende Sattelbreite

Breiter Hintern = breiter Sattel, schlanker Hintern = schmaler Sattel? Nicht unbedingt. Wichtig für die Wahl des richtigen Sattels ist nicht die Breite des Hinterns, sondern der Abstand der Sitzhöcker. Meine Kolleginnen und ich haben die Probe aufs Exempel gemacht. Wir sind zwar alle schlank, aber unterschiedlich groß und mit einem unterschiedlich breiten Hintern gesegnet. Wir haben also den Abstand unserer SItzhöcker gemessen. Die Firma SQlab hat dafür eine simple Methode.

Man nehme ein Stück Pappe. Am besten mit Rillen. Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr den Abdruck, den mein Allerwerterster darauf hinterlassen hat.

Pappe zum Messen des Sitzhöckerabstands

Pappe zum Messen des Sitzhöckerabstands

Legt die Pappe auf einen ungepolsterten Stuhl oder Hocker, setzt euch darauf, hebt die Knie an und haltet euch mit den Händen am Stuhl/Hocker fest oder zieht euch –  falls möglich – noch ein bisschen fester auf die Sitzfläche, so dass sich die Sitzknochen gut auf der geriffelten Pappe abzeichnen.

Nachfolgend ein Film von SQlab zur Verdeutlichung:

Meine Sitzhöcker haben einen Abstand von 12 cm. Auf dem Mountainbike sitze ich leicht gestreckt. Sattelhöhe und Lenkerhöhe sind etwa gleich. Das bedeutet, dass die ideale Sattelbreite für mein Mountainbike 14 cm beträgt. Auf meinem Trekkingrad hingegen habe ich eine aufrechtere Haltung. Die Lenkerhöhe liegt über der Sattelhöhe. Für diese Konstellation empfiehlt SQlab einen 15 cm breiten Sattel.

Wenn man sich die Pappe oben ganz genau anschaut, erkennt man, dass der rechte Abdruck kleiner ist als der linke. Das deutet auf eine Fehlstellung des Beckens hin. Um die Bandscheibe zu entlasten, bietet SQlab für Radfahrer mit einer Beckenfehlstellung Sättel der Active Line an. Der Sattel folgt der natürlichen Tretbewegung. Dies mobilisiert die Bandscheiben und ist somit rückenfreundlich. Die Beckenbewegung ist einstellbar und entspricht maximal der des Gehens.

Je aufrechter die Sitzposition, desto breiter der Sattel.

 

 




Der perfekte Sattel

Ein Sattel muss passen wie der berühmte Deckel auf dem Topf, denn wenn der Allerwerteste beim Radfahren weh tut, wird das Radfahren selbst zur Qual.

Schmerzen an den Sitzbeinhöckern, also den Knochenpartien an der Unterseite des Beckens, die beim Sitzen den Großteil der Stützarbeit verrichten, haben in der Regel folgende Ursachen:

  • Ihr seid lange nicht mehr gefahren
    Lösung: Gewöhnt euch langsam wieder ans Radfahren, fahrt regelmäßig oder kauft euch einen weichen Sattel. Ein weicher Sattel ist aber nur für kurze Strecken zu empfehlen. Wenn ihr längere Ausflüge plant, Finger weg vom weichen Sattel.
  • Der Sattel ist zu weich.
    Ja, das scheint schizophren, ist aber so. Wenn ihr längere Zeit – sagen wir mal mehr als eine Stunde auf einem weichen Sattel fahrt, tut der Hintern weh.
  • Der Sattel passt nicht zu eurer Anatomie
    Wenn der Sattel zu schmal ist, drückt er genau da, wo er nicht drücken soll. Ist der Sattel zu breit, scheuert er und verursacht ebenfalls Schmerzen. Frauen haben in der Regel ein breiteres Becken als Männer, d.h. die Sitzhöcker sind weiter auseinander. Da es aber keine Regel ohne Ausnahme gibt, muss das nicht unbedingt heißen, dass alle Frauen besser auf einem breiten und alle Männer auf einem schmalen Sattel sitzen.
  • Der Sattel ist nicht richtig eingestellt
    Auch die Sattelhöhe, die Sattelneigung und der Abstand zwischen Sattel und Lenker sind entscheidend dafür, ob ein Sattel als bequem oder unbequem empfunden wird.

Den perfekten Sattel gibt es also nicht, dafür gibt es einfach zu viele unterschiedliche Fahrradtypen und Einsatzbereiche, aber jeder kann den für seine Anatomie und individuellen Zwecke optimalen Sattel herausfinden.


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Heizung für den Sattel

Fünf Studenten des Fachbereichs Mikrosystemtechnik der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg haben laut Spiegel Online einen beheizbaren Fahrradsattel erfunden. Zwei auf dem Sitz befestigte und über den am Hinterrad montierten Dynamo mit Energie versorgte Thermofolien sorgen bei klirrender Kälte für Wärme am Popöchen. Wer es also am Hintern schnell warm haben will, muss schnell in die Pedale treten. Damit erübrigt sich die Erfindung eigentlich von selbst, denn wenn ich bei Kälte in die Pedale trete, wird mir von alleine warm. Und wenn ein Körperteil bei Kälte nicht so leicht friert, dann ist es mein Allerwerteste.

Gott sei Dank lassen sich auch die Lenkergriffe an das von den Studenten erfundene System anschließen. Da sehe ich auch das größte Potential, denn ich habe noch nie einen Radfahrer über einen kalten Hintern lamentieren hören, aber über frierende Hände klagt in der kalten Jahreszeit in der Regel jeder. Die Temperatur lässt sich über einen Temperaturregler einstellen und ist auf max. 40 Grad begrenzt. Leider gibt es das System noch nicht käuflich zu erwerben. Die Studenten testen es noch in den kommenden Wintermonaten. Mal sehen, ob wir nächstes Jahr über Kickstarter oder eine ähnliche Crowdfunding Plattform Neues von der Uni Freiburg und ihren Tüftlern hören. Ich hoffe es jedenfalls sehr, denn ich bin immer noch auf der Suche nach optimalen Winter-Handschuhen, bisher leider vergeblich. Da wären beheizte Lenkergriffe eine echte Alternative.




Not macht erfinderisch

Nicht jeder hat eine Garage oder anderweitige Unterstellmöglichkeit für sein Rad. Wohin mit dem guten Stück über Nacht? Wenn die Wohnung zu klein ist oder man keine Lust hat, das Rad morgens und abends die Treppe rauf und runter zu schleppen, dann muss man sich schon eine andere Lösung überlegen
Morgens fahre ich immer an einem langgestreckten Wohnkomplex vorbei, an dem jemand sein Rad auf ungewöhnliche Weise abgestellt hat. Das fehlende Vorderrad soll potentielle Diebe abschrecken, das Rad zu stehlen. Um den Sattel mitgehen zu lassen, müsste man das Rad umdrehen, was allerdings wegen des Schlosses – das zugegebenermaßen ein Witz ist – etwas umständlich wäre.

Ungewöhnliche Bedingungen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen

Ich bin mal gespannt, wie lange ich das Rad dort morgens noch sehen werde, denn die Idee ist zwar super, aber das blaue Schloss gehört schnellstens durch ein besseres ersetzt. Da reicht schon der billigste Bolzenschneider, um das Schloss zu durchzuschneiden.




Breite Hintern gibt es nicht, nur schmale Sättel

Will er wirklich nur unser Bestes, der Verkäufer im Fahrradgeschäft?
Ja, er will nur unser Bestes im Sinne von er will unser Geld und ja, er will nur unser Bestes im Sinne von bestens beraten. Dass er unser Geld will, ist legitim. Jeder von uns möchte in angemessener Höhe für seine Tätigkeit entlohnt werden. Dass er uns möglichst gut berät, ist in seinem ureigenen Interesse. Egal ob er das im Ladengeschäft tut oder telefonisch über die Hotline eines Onlineshops. Wenn er uns nämlich nicht gut berät und uns etwas verkauft, was weder zu unserem Budget, noch zu unseren Wünschen oder Einsatzzwecken passt, dann werden wir wie die Brieftaube ständig bei ihm auf der Matte stehen bzw. ihm telefonisch die Hölle heiß machen und uns beschweren, Nachbesserungen fordern und schlimmstenfalls vom Kauf zurücktreten.


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