Schlagwort: Rennrad

Turmbergomat – ein Selbstversuch

Kürzlich wurde in Durlach am Fuße des Turmbergs eine neue Zeitmessanlage enthüllt. Der Turmbergomat, wie die Macher der Anlage – die Stadt Karlsruhe und die Karlsruher Lemminge – ihn nennen, soll noch mehr Radfahrer und Läufer auf den Turmberg locken. Insgesamt 120 Höhenmeter und ca. 1,8 Kilometer muss man überwinden, um vom Fuße des Berges am Friedhof in Durlach bis zum Gipfel an der Turmbergstation zu gelangen. Ich habe mit meinem Trekkingrad mal einen Selbstversuch gestartet.




Vom Winde verweht

Im wahrsten Sinne des Wortes vom Winde verweht wurde am letzten Wochenende das mit über 35000 Teilnehmern größte Radrennen der Welt, die Cape Town Cycle Tour. Das Rennen musste abgesagt werden, weil Rad fahren einfach unmöglich war. Die Fahrer sind wie Dominosteine umgekippt oder hielten ihre Räder wie flatternde Fähnchen in den Wind. Chaos pur!




Tretro

Am Sonntag, den 18. September findet zum 2. Mal die Rudi-Altig-Gedächtnis-Tour statt. Um 9.00 Uhr fällt der Startschuss auf dem Freigelände des Technikmuseums in Sinzheim. Liebhaber historischer Rennräder haben dann die Gelegenheit auf einem gut 30 bzw. 50 Kilometer langen Rundkurs durch den Kraichgau ihr Können als Rennradfahrer unter Beweis zu stellen – in den dazu passenden Outfits versteht sich, denn wie der Name der Tour schon vermuten lässt, ist RETRO angesagt.

TRETRO, 18. September 2016

TRETRO, 18. September 2016 (Bild: Auto- u. Technikmuseum Sinzheim)

Wie schon im vergangenen Jahr können die Teilnehmer sich sportlich messen und verbal austauschen mit nationalen und internationalen Stars der Rennradszene. Die Veranstaltung ist jedoch kein Rennen, es werden auch keine Zeiten gestoppt. Vielmehr steht der Spaß am Radsport im Vordergrund. Vor und nach der Veranstaltung besteht die Möglichkeit Jockels Rennrad Sammlung zu besuchen. Anlässlich des 50-jährigen Jubliäums des WM Sieges von Rudi Altig gibt es 2016 eine Sonderausstellung über den Rennradfahrer selbst.




1. Velotörn in Bremen

Ich bin in Bremen geboren und in Niedersachsen aufgewachsen. Von daher interessiert es mich immer, wenn in meiner alten Heimat etwas Interessantes stattfindet, zumal, wenn es mit Radfahren zu tun hat. Die Überseestadt von Bremen bildet am kommenden Wochenende die würdige Kulisse für Bremens neues Rad-Event. Zum 1. Velotörn Bremen werden gut 1000 Teilnehmer aus ganz Deutschland und den Nachbarländern erwartet.

Eröffnet wird der 1. Velotörn Bremen mit der Ankunft der Charity-Tour Für AXIS auf Achse. Diese started in Hamburg-Harburg und führt quer durch die Landkreise Harburg, Stade, Rotenburg und Osterholz in die Überseestadt der Hansestadt Bremen. Die Radgruppe wird gegen 14.30 Uhr nach ca. 100 Kilometern im Zielbereich vor Schuppen Eins erwartet. Jeder zurückgelegte Kilometer kommt der AXIS-Forschungsstiftung zugute, einer Einrichtung zur Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Muskel- und Skeletterkrankungen.

Um 10 bzw. 13 Uhr starten auf einer speziell dafür konzipierten 12,5-Kilometer-Runde ein Jedermannrennen über 50 und 100 Kilometer. Am Nachmittag treten dann jugendliche Rennsportler in den Altersklassen U15 und U17 an.

Weiterhin ausgeschrieben ist ein Fixie-Rennen. Den Abschluss bildet am ersten Tag das Lizenzrennen der Masters, bei dem Radsport-Erfahrung gefragt ist. Die Lizenzrennen werden in Zusammenarbeit mit der Radrenngemeinschaft (RRG) Bremen organisiert.

Start- und Ziel für die beiden großen Jedermannrennen ist die Konsul-Smidt-Straße vor Schuppen Eins.

Da kann man nur hoffen, dass das Wetter mitspielt und sich viele Zuschauer einfinden, um die Teilnehmer gebührend zu beklatschen.

 




Gravel Bikes – alter Wein in neuen Flaschen?

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Als potentieller Fahrradkäufer wird man derzeit von der Vielzahl der angebotenen Radtypen (Citybikes, Urban Bikes, Trekkingräder, Hardtails, Fullys, Fatbikes, Crossräder, Cyclocrosser, Rennräder, Gravel Bikes, etc.) geradezu erschlagen. Früher hatte man es diesbezüglich einfacher. Wer im Gelände fahren wollte, kaufte sich ein Mountainbike, der Kilometerfresser schwang sich aufs Rennrad und der Alltagsradler kaufte sich ein Citybike oder Trekkingrad.

Jedes Jahr wird mindestens ein Rad neu erfunden. Gravel Bikes sind der neuste Trend aus Amerika der noch jungen Fahrradsaison 2016. Auf der letztjährigen Fahrradmesse in Friedrichshafen hatten fast alle namhaften Hersteller welche im Programm. Der Verkauf von klassischen Rennrädern ist ja seit langem schleppend, und verglichen mit anderen Fahrradtypen – z.B. Trekkingrädern, Mountainbikes oder Citybikes – führen Rennräder eher ein Schattendasein, wenn man mal die Verkaufszahlen betrachtet. Deshalb muss immer mal wieder etwas Neues her. Mit ihren Scheibenbremsen und weniger profilierten, pannensicheren breiten Reifen sollen Gravel Bikes die Stärken eines Rennrades auch im Gelände abseits asphaltierter Straßen ausspielen und damit neue Käuferschichten anlocken.

Jetzt könnte man natürlich einwerfen gibt es das nicht schon, nur unter einem anderen Namen? Sind Gravel Bikes nicht eigentlich Cyclocrossräder nur mit breiteren, weniger profilierten Reifen? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Scott Addict Gravel Disk Bike (Foto: Scott)

Scott Addict Gravel Disk Bike (Foto: Scott)

Laut Hersteller sind Gravel Bikes natürlich nicht nur „alter Wein in neuen Flaschen“, sondern ein Mix aus einem Touren-Rennrad und einem Cyclocross-Bike. Gravel Bikes haben einen längeren Radstand und eine entspanntere Geometrie als klassische Rennräder, denn das Steuerrohr ist relativ lang, das Oberrohr eher kurz und der Lenker dadurch höher. Verglichen mit einem Cyclocrossrad ist ihr Innenlager tiefer angebracht. Laut Hersteller sind sind Gravel Bikes somit interessant für Vielfahrer und für Leute, die nicht nur auf der Straße, sondern auch querfeldein, auf Schotter- oder Waldwegen, Wert auf Komfort legen. Im Gegensatz zu einem Cyclocrossrad kann ein Gravel Bike eben mehr sein als ein reines Sportgerät.

Die Zeitschrift TrekkingBike hat übrigens in der Ausgabe 01/2016 vier Gravelbikes getestet und allesamt für gut befunden (Schotter von Crema Cycles, Grade Carbon Ultegra von GT, Search Carbon Ultegra von Norco und Diverge Expert Carbon von Specialized).

Vielsagend fand ich den Kommentar von Henri Lesewitz (Extrem-Mountainbiker):

Gravelbikes wollen die schmale Lücke zwischen Crossern und Straßenrennern schließen, obwohl diese Lücke durch die ständig wachsende Modellvielfalt eigentlich längst zugewuchert ist. Neu ist nicht das Genre, neu ist der Name. Gravelbikes ermöglichen stressfreies Kurbeln fernab des Asphalts. Wer die Möglichkeiten des Offroad-Bikens wirklich auskosten will, ist mit einem klassischen Crosser aber besser beraten.

 




Hätte hätte Fahrradkette

Hätte ich die Luftpumpe und einen Ersatzschlauch dabei gehabt, hätte ich das Rad mit dem Plattfuß nicht nach Hause schieben müssen. Hätte ich die Akkus meiner Fahrradlampe aufgeladen, hätte ich nicht im Dunkeln fahren müssen. Hätte ich die Kette geschmiert, hätte sie nicht so Geräusche gemacht.

Hätte hätte Fahrradkette oder was wäre gewesen, wenn! Wieso werden wir eigentlich immer erst hinterher schlau? Und das auch nur eine gewissen Zeit lang. Wenn die Erinnerung an den Plattfuß, die nicht funktionierende Beleuchtung oder die quietschende Kette wieder ein wenig verblasst ist, machen wir häufig den gleichen blöden Fehler wieder. Meist weil wir zu träge, zu vergesslich oder zu beschäftigt sind mit Dingen, die gerade viel wichtiger sind.

Dabei sind doch gerade diese kleinen Dinge – Schlauch, Akkus, Luftpumpe, Werkzeug – so einfach verstaut und am Rad befestigt. Es gibt kleine Werkzeugtaschen, die man am Sattel, im Flaschenhalter oder auch an der Sattelstütze befestigen kann.




Rennrad vs. MTB

Gestern war ich auf der Heimfahrt Zeuge einer Begebenheit, die mein Mann trocken „Pissing Contest unter Männern“ bezeichnen würde. Zwischen Oberwaldstadion und Wolfartsweier wurde ich von einem Rennradfahrer überholt. Ich kenne den Mann vom Sehen. Auch er fährt ganzjährig mit dem Rad zur Arbeit und ist gut zehn Jahre jünger als ich. Somit hielt sich mein Ehrgeiz, ihn nicht davonziehen zu lassen in Grenzen. Ich weiß, wenn ich keine Chance habe. Kurz danach, etwa auf Höhe des „Wölfles“, dem Schwimmbad von Wolfartsweier, überholte mich ein weiterer Radfahrer auf seinem Mountainbike. Mühelos zog er an mir vorbei und überholte auch den vor mir fahrenden Rennradfahrer. Ortsunkundigen sei gesagt, dass ab Wofartsweier die Steigung in die Bergdörfer beginnt. Flachlandtiroler tun sich hier schwer.

Es kam wie es kommen musste: kaum war der Mountainbiker am verdutzten Rennradfahrer vorbei, legte auch dieser noch einen Zahn zu und hängte sich ans Hinterrad des Mountainbikers. Männer lassen sich ja schon aus Prinzip nicht gern überholen, aber als Rennradfahrer von einem Mountainbiker abgehängt zu werden, das geht gar nicht. Da ich den Ausgang des Wettrennens nicht verpassen wollte, musste auch ich wohl oder übel schneller in die Pedale treten. Wie die Gestörten sind die beiden den Berg hoch. Aus der Ferne konnte ich aber noch gut erkennen, dass es dem Rennradfahrer nicht gelungen ist, den vor ihm fahrenden Mountainbiker zu überholen. Das wird an seinem Ego ganz schön gekratzt haben.




Flügelarme müssen nicht sein

Im Zeit Magazin gibt es eine Kolumne mit dem Titel Endlich Vintage, die sich mit den Problemen des Alterns beschäftigt. Die Autorin – Susanne Mayer – schafft es ein ums andere Mal, wortgewand, witzig, treffsicher und überspitzt die Sorgen und Nöte der Frau jenseits der 40 zu beschreiben. Ihre jüngster Beitrag – Eine Altersburka würde das Leben leichter machen – befasst sich mit dem schlaffen Oberarm des alternden Frauenkörpers.

Man denkt, man winkt jemandem nach, in Wirklichkeit winkt jemand anders heimlich mit. Nämlich dieser merkwürdige Lappen zwischen Ellenbogen und Achsel, flapst herum wie eine leergequetschte Nachfüllpackung für Badreiniger.




Quäl dich, du Sau!

Udo Bölts feuerte mit diesem Spruch 1997 seinen Teamkapitän Jan Ullrich an, als dieser auf der 18. Etappe der Tour de France in den Vogesen als Gesamterster plötzlich schwächelte:

Quäl dich, du Sau!

Der Spruch gehört zum Radfahren wie das Bergtrikot, die Pässe, Cols, Colles oder Montes.

Wer sich Radfahren ohne Höhenmeter nicht vorstellen kann, der ist bei Quäl dich genau richtig. Hier finden die Bergziegen unter euch Ziele, Wegbeschreibungen und Tracks zum Nachfahren. Selbst unser kleiner Hausberg, der Turmberg in Karlsruhe Durlach, hat es in dieses Portal geschafft:

Man kann den Turmberg von zwei unterschiedlichen Seiten erklimmen. Die klassische Anfahrt erfolgt jedoch über die westliche, am Friedhof Durlach beginnende Route. Hier wird auch das traditionelle Turmbergrennen gestartet. Mit 6 % Steigung beginnt das Rennen auf den ersten 500 Metern relativ „harmlos“, um dann auf den nächsten 600 Metern mit kräftezehrenden 8 – 10 % Steigung so richtig in die Schenkel zu gehen. Oben wird man dann allerdings belohnt durch einen grandiosen Blick über Karlsruhe, das Rheintal bis hin zum Pfälzer Wald.

Letztes Jahr ist das Rennen aufgrund der Bauarbeiten an der neuen Aussichtsplattform leider ausgefallen, dieses Jahr findet es wieder statt. Termin: 18. Juli 2015. Da es sich dabei um ein Jedermannrennen handelt, könnt auch ihr mitmachen. Hier könnt ihr euch anmelden.

 




Junge Alte – alte Junge?

Wann ist man alt? Gute Frage, nächste Frage. Alt sein ist relativ. Kinder würden darauf eine andere Antwort geben als Rentner. Wenn ich mich im Büro so umschaue, dann denke ich, dass da einige sitzen, die zwar erheblich jünger sind als ich, aber dennoch viel „älter“ wirken, als manch einer meiner Bekannten vom Lauftreff jenseits der Sechzig.
Wann ist man also alt? Wenn man eine bestimmte Anzahl von Jahren auf dem Buckel hat? Wenn man im Alltagstrott gefangen ist und einen nichts mehr interessiert? Wenn man geistig träge und körperlich unfit ist? Wenn man nicht das neuste Smartphone besitzt oder keine virtuellen Freunde hat? Jeder hat da andere Vorstellungen, die sich ändern, je länger man lebt.