Schlagwort: Radwege

Halbwissen auf Rädern

Seit dem 19. Januar 2013 hat der Führerschein nur noch eine Lebensdauer von 15 Jahren. Danach muss es umgetauscht werden, damit das Dokument und das Lichtbild immer auf einem halbwegs aktuellen Stand sind. Ob der Führerscheinbesitzer, dem dieses Dokument gehört, auch auf dem aktuellsten Stand ist, was seine Kenntnis der Straßenverkehrsordnung anbetrifft, interessiert komischerweise niemanden. 




Lingen (Ems)

Zwei Tage sind nicht viel, um eine Stadt richtig kennenzulernen, aber als Radfahrer bekommt man schon einen ganz guten ersten Eindruck. Dieser lässt mich hoffen, dass sich meine Jüngste für ihr Master-Studium für Lingen entscheidet, denn dann hätte ich noch oft Gelegenheit, die Stadt und das Umland mit dem Rad zu erkunden und wüsste dann, ob mein erster unter dem Strich positiver Eindruck getrogen hat oder nicht.

Die Kleinstadt mit ca. 53 Tausend Einwohnern hat mir nicht nur wegen der vielen Radfahrer gefallen. Sie hat einfach Charme. Lingen ist eine lebendige Stadt, der man ansieht, dass die Stadtväter sich hier mächtig in Sachen nachhaltiger Stadtplanung ins Zeug gelegt haben. Statt 1-Euro-Läden, Dönerbuden und Hörgeräteakkustiker bietet die Innenstadt einen Mix aus erwartbarer Ketten und erstaunlich vielen alteingesessenen Geschäften, die wahrscheinlich schon seit Jahrzehnten im Familienbesitz sind. Das Stadtzentrum ist, wenn man mal vom Lieferverkehr absieht, komplett autofrei. Radfahrer dürfen die Fußgängerzone nur zwischen 18 und 10 Uhr morgens befahren, ansonsten ist schieben angesagt. Das hört sich im ersten Moment schlimm an, ist es aber nicht, denn so riesig ist die Fußgängerzone nun auch wieder nicht, dass man kilometerweit schieben müsste.




Pole Position fürs Rad

Ich nenne die unten im Bild rot markierte Fläche „Pole Position fürs Rad“, der Terminus technicus lautet aufgeweiteter Radaufstellstreifen. PKWs und Motorräder müssen an der zurückgesetzten Haltelinie stehen bleiben, sodass Radfahrer die Möglichkeit haben, rechts vorbeizufahren, um sich vor die wartenden Fahrzeuge aufzustellen. Vorteil – es sinkt das Risiko, von einem Rechtsabbieger „übersehen“ zu werden, weil man im direkten Sichtfeld der nachfolgenden Autofahrer steht.

Kreuzung Waldstraße Zirkel gegenüber der Staatlichen Kunsthalle In Karlsruhe

Wenn diese Aufstellfläche dann auch noch farblich hervorgehoben ist, um so besser. Alles wäre super, wenn mittlerweile nicht auch Roller- und Mofa-Fahrer die Vorzüge dieser „Pole-Position“ für sich entdeckt hätten.




Sei doch nicht so pütscherig!

Mit „pütscherig“ – was auf hochdeutsch so viel heißt wie „pedantisch“ oder „kleinlich“ – bin ich gemeint. Wieso bin ich in den Augen meiner Familie pütscherig? Weil ich was kritisiert hatte, was den Ortsansässigen anscheinend gar nicht übel aufstößt – Radwege, vor deren Zustand man lieber mit zusätzlich aufgestellten Schildern warnt,




Es schneit …

… da fährt doch niemand mit dem Rad! Dieses Vorurteil kann ich nicht bestätigen.

Spuren im Schnee – Weg zwischen Wolfartsweier und Oberwald Stadion




Benutzungspflichtiger Radweg?

Dieser kuriose Radweg führt direkt an den Michelin-Reifenwerken in Karlsruhe vorbei. Es handelt sich dabei um einen benutzungspflichtigen Radweg, was durch das StVO Schild 241-30 eindeutig gekennzeichnet ist. Ich habe schon in einem anderen Zusammenhang über ihn berichtet.
Heute Nachmittag bin ich zufällig wieder hier vorbeigekommen und ich konnte nicht umhin, den Streckenabschnitt in einem kleinen Filmchen festzuhalten. Ich bin froh, dass ich nur meine linke Gepäckträgertasche am Rad montiert habe, sonst wäre ich womöglich an einem der Pfeiler hängengeblieben. Aber was machen Triker oder Radfahrer mit Kinderanhänger? Wo fahren die lang? Links auf dem Radweg, wie vorgeschrieben oder rechts am Hindernis vorbei auf dem Gehweg?

 

Wer gibt so eine „Strichführung“ in Auftrag bzw. wer führt solch einen Auftrag aus? Die Maxime „Ist doch egal, ich krieg’s ja bezahlt“ scheint nicht nur in meiner Firma verbreitet zu sein.

Wieso man hier die weiße Markierung nicht längst entfernt hat, um einen für Radfahrer und Fußgänger gemeinsam genutzten Geh-/Radweg (Zeichen 240) zu schaffen, ist mir schleierhaft. Übrigens kann man sich dieses Meisterwerk der Malerei auch über Google Earth anschauen. Einfach „Karlsruhe, Michelin Reifenwerke“ eingeben und den Radweg heran zoomen.


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Nur mal kurz …

… zum Bäcker, zur Reinigung, zur Bank, den Warnblinker ausprobieren oder mit schlechtem Beispiel vorangehen. Ausreden gibt es immer. Seit wir in Karlsruhe diese wunderschön breiten und durch einen fetten Strich von der Fahrbahn abgetrennten Radwege haben, parkt es sich darauf viel besser als früher.

Nehmen wir einen typischen Samstagmorgen in der Karlstraße. Alle paar Meter steht ein Fahrzeug widerrechtlich geparkt auf dem breiten Radweg. Die Karlstraße steht stellvertretend für viele in Karlsruhe. Die Stadtväter bauen neue Radwege, Schutzstreifen und Fahrradstraßen. Doch als Radfahrer muss man Slalom fahren. Das Ordnungsamt könnte sich eine goldene Nase verdienen. Aber entweder fehlt der Wille, hier durchzugreifen oder das Personal oder beides.

Nur mal kurz im Weg stehen

 




Ganz schön „draist“ diese CM in Karlsruhe

Ja, wir sind ganz schön „draist“, dass wir – die Critical Mass Bewegung in Karlsruhe – selbst am Drais Wochenende nicht umhin kommen, auf Missstände in punkto Fahrradinfrastruktur und Verkehrssicherheit hinzuweisen, und zwar im Zuge unserer für Freitag, dem 26. Mai geplanten und um 18 Uhr auf dem Kronenplatz beginnenden Radtour durch die Stadt.

Critical Mass im April begleitet durch 5 Polizisten auf Motorrädern und 4 Polizisten in 2 PKW – weniger wäre mehr gewesen!




Filmtipp – Der Fahrradkrieg – Kampf um die Straßen

Am Montag, den 24. April gibt es auf NDR abends um 22.00 Uhr den 45-minütigen Film Der Fahrradkrieg von Güven Purtul (nicht zu verwechseln mit Der Fahrradkrieg – Wem gehört die Stadt, den der SWR produziert hat).

Beide Titel hören sich martialisch an, und der Fahrradalltag ist in der Tat manchmal kein Zuckerschlecken. Wenn man nicht unter die Räder kommen will, muss man als Radfahrer seinen Platz auf der Straße selbstbewusst behaupten. Radfahren ist zwar voll im Trend doch die Infrastruktur hinkt leider noch hinterher. Der Platz auf unseren Straßen wird allmählich eng.

Dabei soll das Fahrrad zentrale Probleme lösen, mit denen deutsche Städte zu kämpfen haben: Stau, Lärm, Luftverschmutzung. Doch dafür sind die Radwege im Norden noch völlig unzureichend: Sie sind schmal, verwinkelt, buckelig, verkrautet oder gleich ganz zugewachsen.

Das kann ich nach meinem jüngsten Besuch in der alten Heimat leider nur bestätigen. Der Verbindungsweg zwischen der Nord- und der Südroute des Wümme-Radweges war in einem katastrophalen Zustand.

Auch dieser Radweg ist bucklig, von Rillen durchzogen und verkrautet

 

 




Land unter an der Alb

Seit ein paar Tagen regnet es und die Flusspegel steigen wieder. Eigentlich kein Problem, denn Regen haben wir bitter nötig. Anscheinend wurde die Stadt Karlsruhe vom Regen kalt erwischt. War ja auch Fasching, da war die Personaldecke wahrscheinlich dünn. Ergebnis: Die Alb ist an einigen Stellen übers Ufer getreten und der angrenzende Radweg ist wegen Überschwemmung unpassierbar.

Am Entenfang hat man mittlerweile eine Absperrung aufgestellt:

Entenfang wegen Überflutung abgesperrt

Am Bulacher Loch, ausgerechnet dort wo man mit Karacho den abschüssigen Radweg hinunter fährt, um unter die Unterführung hindurch in Richtung Europabad zu gelangen, braucht man Schwimmflügel, oder wie Thomas gestern scherzhaft meinte, einen Taucheranzug. Man erkennt auf dem nachfolgenden Foto leider nicht viel, weil es dort stockdunkel ist:

Bulacher Loch? Nein, dunkles Loch

Tagsüber ist das ja kein Problem. Da sehe ich rechtzeitig, dass ich umkehren muss. Aber morgens um kurz nach 6 Uhr erkenne ich diese Gefahrenstelle ggf. erst, wenn ich schon kniehoch im Wasser stehe oder nach links in die Alb gefahren bin. Ich habe diese Gefahrenstelle bereits vor zwei Tagen gemeldet, aber außer einer automatisch generierten Mail, die mir den Eingang bestätigte, habe ich noch keine Rückmeldung erhalten. Sind ja auch noch Faschingsferien!