Schlagwort: Radfahren

Schizophrenie des Alltags

Der Mensch ist schon irgendwie merkwürdig. Um etwas für seine Gesundheit zu tun, setzt er sich nach Feierabend ins Auto, fährt ins Fitness-Studio und schwingt sich dort auf den Ergometer.

Das nachfolgende Bild bringt dieses absurde Verhalten auf den Punkt.

Quelle: Twitter, 21st Century City

Wieso kompliziert, wenn es auch einfach geht. Lasst das Auto ab und zu mal stehen und fahrt mit dem Rad. Da spart ihr nicht nur Geld fürs Fitness-Studio, ihr seid an der frischen Luft und tut ganz nebenbei auch noch was für die Umwelt.




Wahlversprechen oder Wahlversprecher

Ich bin ja eigentlich ein positiv gestimmter Mensch, aber wenn es um Wahlversprechen geht, bin ich eher skeptisch. Papier ist geduldig und versprochen hat man sich schnell.

Wenn man mal von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE absieht, haben sich die anderen vier Parteien, die wahrscheinlich im Bundestag vertreten sein werden, in puncto Radverkehr nicht allzu weit aus dem Fenster gelehnt. Hier ein Link zu den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien.

Zwei Parteien – die FDP und die AFD – schweigen sich zu diesem Thema komplett aus.

Bei der SPD finden sich gerade mal ein paar Zeilen:

Die Infrastruktur für den Fahrradverkehr wollen wir verbessern. Dazu gehören mehr innerörtliche Fahrradspuren, sichere Abstellmöglichkeiten und regionale Radschnellwege. Für E-Bikes müssen außerdem mehr Ladestationen unter anderem an öffentlichen Gebäuden zur Verfügung gestellt werden.

Das Wahlversprechen der CDU/CSU fällt ähnlich knapp aus und der Schwarze Peter wird schon mal prophylaktisch an die Kommunen weitergereicht.

Wir erwarten von den betroffenen Städten, dass sie auch die Fahrrad-Mobilität fördern, ähnlich wie dies in den Niederlanden oder in der Stadt Münster der Fall ist. Gerade junge Menschen sind häufig bereit, auf Fahrräder umzusteigen. Der Bund wird den Fahrradverkehr und den Radwegebau weiter fördern. Wir starten ein Programm zur Förderung von Radschnellwegen, die unabhängig von vorhandenen Bundesstraßen verlaufen.

Christine Lehmann, stellt in ihrem heutigen Blogbeitrag die Frage: Welche Partei versteht am meisten vom Fahrradfahren? Den Kommentaren nach zu urteilen ist das Vertrauen der Leser in die diesbezügliche Kompetenz der Parteien nicht allzu groß. Ich muss gestehen, dass ich diese Skepsis teile. Wenn die beiden großen Parteien sich gerade mal am Rande für den Radverkehr interessieren, nützt es wenig, wenn potentielle Juniorpartner sich dafür stark machen. Noch dazu heißt koalieren auch immer kompromissbereit zu sein.

Im Gegensatz zu den Autofahrern, haben wir Radfahrer leider keine Interessenvertreter aus der Zweiradindustrie, die sich in Berlin für den Radverkehr stark machen. Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass sich Firmen wie Derby Cycle, Winora etc. hier ins Zeug legen würden. Solange das der Fall ist, müssen wir wohl oder übel selbst auf unsere Rechte als Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen. Steter Tropfen höhlt den Stein, heißt es doch so schön.

Die Critical Mass ist so ein steter Tropfen. In Karlsruhe treffen wir uns immer am letzten Freitag des Monats um 18 Uhr auf dem Kronenplatz, um mit Gleichgesinnten etwa eine Stunde gemütlich durch die Stadt zu radeln und auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Den Streckenverlauf der nächsten Tour am 29. September findet ihr übrigens schon auf GPSies zum Download.

 

 




Räder – Reine Fortbewegungsmittel?

Räder sind nicht nur geniale Fortbewegungsmittel. Selbst ausgemustert sind sie noch zu gebrauchen, z.B. als Hinweisschild oder zur Verschönerung des Gartens. Es könnte ja sein, dass der eine oder andere von euch noch Anregungen braucht 🙂

Per Rad die Urlaubsregion erkunden




Rügen – Wittower Runde

Wir sind das dritte Mal auf Rügen. Unser erster Besuch liegt bereits 15 Jahre zurück. Da waren die Kinder noch klein. Die Ferienanlage in Juliusruh auf der nördlichsten Halbinsel Wittow war damals relativ neu und idyllisch in einem Kiefernwald direkt am Meer gelegen. Die Strandresidenz Aquamaris ist übrigens auch heute noch ein Paradies für Kinder. Gut acht Kilometer Sandstrand laden zum Baden, Faulenzen, Spazierengehen und Joggen ein.

Strand zwischen Juliusruh und Glowe

2002 hatten wir keine Räder dabei. Damals habe ich die Halbinsel mehr oder minder erjoggt.




Kesselrollen – Der Film

Gestern Abend war Premiere der Doku über die Fahrrad-Szene in Stuttgart.

Ihre Hauptdarsteller trotzen Hügeln, Autos und Feinstaub. Mit Freude und Enthusiasmus,

so der Kommentar der Stuttgarter-Nachrichten über den Film.

Wer die Premiere verpasst hat, der hat leider Pech, denn auch die Plätze der nächsten Vorstellung am 28. September sind bereits alle vergeben. Hier schon mal vorab der Teaser zum Film. Ich bin mir sicher, dass die Doku auch in den Kinos anderer Städte ausgestrahlt wird, denn das Thema Radfahren in der Stadt brennt ja nicht nur den Stuttgartern unter den Nägeln.

Kesselrollen – Teaser from Kesselrollen on Vimeo.




Mit dem Rad zur Arbeit 2017

Normalerweise drucke ich mir keine Urkunden aus. Bei dieser mache ich jetzt mal eine Ausnahme, um zu zeigen, was möglich ist, auch ohne dass man Sport treibt.

Heute ist der letzte Tag der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit 2017“. Im Aktionszeitraum von Anfang Mai bis Ende August bin ich 79 Tage mit dem Rad zur Arbeit gefahren, habe dabei 2686 Kilometer zurückgelegt und rein rechnerisch 62.852,40 kcal verbrannt. Die Anzahl Tage stimmt, die Kilometer stimmen, aber bei den Kalorien bin ich skeptisch. Doch selbst, wenn es „nur“ 50.000 waren, kann man dafür eine ganze Menge Schokolade und Eis verputzen 🙂

Nur weil die Aktion jetzt zu Ende ist, höre ich natürlich nicht mit dem Radfahren auf. Aber ich verabschiede mich erst mal in den wohlverdienten Urlaub und nerve meine Freunde und Kollegen mit Fotos von Sonnenuntergängen, Kreidefelsen und endlosen Stränden. Rache ist eben süß.




Critical Mass in Karlsruhe am 25.08.2017

Die einen nennen es Critical Mass, andere wiederum Fahrrad-Demo und manch einer sogar Kirchentag der Radfahrer und Velomobilisten – dies spiegelt die ganze Bandbreite der Veranstaltung wider.

Hier schon mal die Streckenführung der morgigen CM für alle, die unterwegs mit ihrem Rad einsteigen wollen.

Der Start ist wie immer um 18 Uhr auf dem Kronenplatz. Die 1-stündige Tour führt über die Ludwig-Erhard-Allee zum „Horror“-Kreisel (siehe Video unten) von dort über die Oststadt und die neue Südoststadt in die Südstadt. Danach umrunden wird einen Teil des Stadtgartens und fahren dann zurück in die Südstadt, wo die Tour auf dem Werderplatz enden wird.

Solltet ihr übrigens den Beitrag über den Oststadtkreisel auf extra-3 verpasst haben, hier das Video:




Die Helmdebatte – eine neverending Story

Helm oder nicht Helm – diese Frage wird seit gestern erneut heftig diskutiert. Zeit Online hat einen Artikel zu diesem Thema veröffentlicht, der den Stein wieder ins Rollen gebracht hat. Ich hätte nicht gedacht, dass es zu diesem Thema noch irgendetwas Neues zu sagen gibt. Und bei Licht betrachtet hat der Artikel hat auch nicht wirklich etwas Neues zur Debatte beitragen können. Wozu dann ständig wieder ergebnislose Debatten über die Schutzwirkung von Fahrradhelmen? Lebe ich wirklich sicherer, wenn ich beim Rad fahren einen Helm trage oder nicht? Überholen mich Autofahrer dichter, wenn ich einen Helm trage oder nicht? Immer dieselben Fragen und je nach dem wo man steht dieselben Antworten.

Da sich Helmgegner und Helmbefürworter sowieso unversöhnlich gegenüberstehen, halte ich persönlich diese Debatte allmählich für vollkommen überflüssig und bestenfalls Sommerloch füllend, zumal ständig dieselben Zahlen und Statistiken herangezogen werden, deren Aussagekraft von der jeweils anderen Seite entweder angezweifelt oder gleich in der Luft zerrissen wird.

Aber nur weil ich das Thema „Helm oder nicht Helm“ bald nicht mehr hören kann, muss es anderen ja nicht genauso gehen. Die Zahlen sprechen nämlich eine andere Sprache.

Quelle: Zeit Online 13.08.2017 07:58

Knapp 2000 Mal wurde der Artikel seit gestern geteilt und in den sozialen Medien hitzig diskutiert. Das Thema scheint also immer noch vielen Menschen unter den Nägeln zu brennen.




Mit dem Rad zur Arbeit

Es heißt ja immer „traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Aber Statistiken, die mir ins Wort reden, bin ich geneigt, auch zu glauben, obwohl sie nur einen Teil der Zahlen präsentieren. Wieso? Weil!

Safer on a bike

Rein statistisch gesehen ist es also auf dem Rad sicherer als auf dem Sofa

Übrigens ist es noch nicht zu spät, bei der Aktion Mit dem Rad zur Arbeit teilzunehmen. Sie läuft noch bis Ende August. Und wer an mindestens 20 Arbeitstagen per Rad zur Arbeit fährt, kann attraktive Preise gewinnen. Aber gewinnen tut man ja sowieso, nämlich Bewegung an frischer Luft und eine stress- und staufreie Fahrt zur Arbeit. Wozu nach Feierabend ins Fitness-Studio hetzen und auf dem Ergometer schwitzen, wenn man denselben sportlichen Effekt auch kostenlos haben kann, indem man gemütlich mit dem Rad zur Arbeit fährt.

 

 




Du bist schuld, wenn ich nicht abnehme

so mein Mann scherzhaft am Wochenende während wir gemütlich bei Tisch sitzen. Das könnte man zumindest einer Studie entnehmen, die unlängst im Spiegel veröffentlicht wurde, wenn man lediglich einen kleinen Textabschnitt heranzieht:

Demnach sind weniger Menschen in den Ländern übergewichtig, in denen die Untersuchten an jedem Tag in etwa gleich viele Schritte zurücklegen. Ist die Spreizung bei den Schrittzahlen dagegen besonders hoch, steigt die Gefahr für starkes Übergewicht. Das passiert beispielsweise, wenn einige fast nie zu Fuß gehen und sich andere dagegen besonders viel bewegen.

Es wundert eigentlich kaum, dass die USA im internationalen Vergleich mit etwa 4774 Schritten pro Tag auf den hinteren Plätzen liegen. Hier ist die Lücke zwischen Menschen, die sich besonders viel bewegen und solchen, die kaum zu Fuß gehen, besonders hoch. Auch beim starken Übergewicht liegen die USA an der Spitze.

Wenn die Familie der Mikrokosmos eines Landes ist und ich ein extrem bewegungsreiches Leben führe, dann hat meine Familie es rein statistisch gesehen natürlich nicht leicht.

Aber muss ich mir deshalb irgendwelche Schuldgefühle aufbürden? Ich glaube kaum! Nur weil ich mich viel bewege, halte ich ja andere nicht automatisch davon ab, sich ebenfalls zu bewegen. Im Gegenteil, ich könnte ja als positives Beispiel dienen. Auch komme ich weder erschöpft noch deprimiert oder sonst wie negativ gestimmt von einer sportlichen Aktivität nach Hause. Das Gegenteil ist der Fall.

Trotzdem haben wir bei Tisch lebhaft diskutiert, was wäre, wenn der Umkehrschluss funktionieren würde – ich bewege mich weniger, damit wir alle in etwa gleich viele Schritte zurücklegen und der Rest der Familie nimmt dadurch automatisch ab.

Träumt weiter!