Schlagwort: Radfahren

Radelblog wird fünf

Kinder, wie die Zeit vergeht, wenn man sich amüsiert! Vor genau fünf Jahren habe ich meinen ersten Blog-Beitrag veröffentlicht, eine Karikatur / Zeichnung des Briten Dave Walker. Mittlerweile verzeichnet mein Blog 912 Beiträge. Das sind  rein rechnerisch 182 Veröffentlichungen pro Jahr bzw. 15 pro Monat.

Bloggen, das hört sich so leicht an. Einfach mal ein bisschen was schreiben über ein Thema, für das man brennt. Das habe ich mir zu Anfang total einfach vorgestellt. Wenn man allerdings irgendwann mehr Zeit mit dem Recherchieren, Schreiben und Redigieren eines Blog-Beitrages verbringt, als mit dem, worüber man schreibt – dem Radfahren – dann fragt man sich natürlich, wieso mache ich das überhaupt? Statt über die Sorgen und Nöte der Alltagsradler und vor allem den vielen positiven Aspekten des Radfahrens zu berichten, könntest du jetzt selbst mit dem Rad ins Elsass fahren und in Weiler bei Wissembourg im Kräutercafe Salbeinudeln essen. Stattdessen sitzt du jetzt hier am Schreibtisch und grübelst über eine Formulierung. Manchmal weiß ich ehrlich gesagt nicht, was mich immer noch treibt.




Mindestabstand 1,5 Meter

Ich bin kein Freund von Warnwesten für Radfahrer. Wovor wollen wir warnen? Vor uns? Stellen wir denn eine Gefahr dar? Wohl kaum! Nichtsdestotrotz bin ich mir natürlich bewusst, dass ich gerade jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und es morgens noch dunkel ist, wenn ich mich auf den Weg zur Arbeit mache, schneller von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werde, je heller ich gekleidet bin.
Statt Warnweste habe ich mir einen neuen Regenschutz für meinen Rucksack zugelegt. Er hat mich nicht nur wegen seiner Leuchtkraft, sondern auch wegen seiner Botschaft überzeugt.

Thomas hat mich unlängst auf den Onlineshop Glückskind aufmerksam gemacht. Es hätte dort auch noch einen Regenschutz mit folgendem Spruch gegeben

Organspender – bitte vorsichtig überfahren

Aber da man ja nie weiß, wie wörtlich man genommen wird, habe ich mich dann doch lieber für ein klassisches Modell entschieden.




Critical Mass Juni 2018

Lag es am schönen Wetter, am fußballfreien Tag oder an der Liebe zum Radfahren? Wahrscheinlich an allem ein bisschen. Wir konnten in diesem Jahr schon das dritte Mal in Folge mehr als 200 Teilnehmer – genauer gesagt 214 – auf der Critical Mass in Karlsruhe verzeichnen.

Gut gelaunt setzte sich der Tross kurz nach 18 Uhr in Bewegung. Bis alle Radfahrer den Kronenplatz verlassen hatten, war die Spitze des Zuges schon auf die Ludwig-Erhard-Allee eingebogen. Für die musikalische Untermalung sorgten gleich mehrere Musikbikes, was nur zu Dissonanzen führte, wenn sie zu dicht nebeneinander fuhren.

 

Auf der Durlacher Allee habe ich versucht, mich vom Ende des Feldes ein wenig nach vorne zu arbeiten. 214 Teilnehmer hört sich ja nicht nach viel an. Obwohl ich flott rechts auf dem Radweg am munter plaudernden Tross der Radler vorbeigefahren bin, ist es mir nicht gelungen, bis an die Spitze des Zuges zu gelangen. Wir waren so viele Radfahrer in Durlach, dass wir den kompletten Altstadtring eingenommen haben 🙂
Die Route war schön, die Teilnehmer gut gelaunt und bunt gemixt und die Polizei war wie schon so oft tiefenentspannt und hat uns sicher ans Ziel geführt. Einige Polizisten haben unterwegs schon fast so etwas wie Lobbyarbeit für uns betrieben, indem sie fragenden Autofahrern ausführlich erklärten, wer wir sind und was wir da gerade machen. Vielen Dank dafür von meiner Seite.
Auch das Ziel – die Oktave an der Kirche St. Bernhard in der Karlsruher Oststadt – war ideal. Viele Teilnehmer verweilten noch auf dem Platz, um was zu trinken, zu fachsimpeln oder andere Räder zu bestaunen.




Feierabend-Tour durch Karlsruhe

Strahlend blauer Himmel und sommerliche Temperaturen – typisches Aprilwetter sieht anders aus. Da man ja nie wissen kann, wie lange so eine Schönwetterfront hält, bin ich gestern nach Feierabend eine der kurzen Tourenvorschläge aus Ab aufs Rad (BNN Spezial) nachgefahren. Die Tour mit dem Titel Südliche Hochburg des Jugendstils startet am Hauptbahnhof und führt von dort über die Weststadt, die Innenstadt und die Oststadt zum Karlsruher Schloss.




Neue Radtouren in und um Karlsruhe

Ab aufs Rad – so heißt das brandneue Radtouren-Magazin, das die BNN vor ein paar Tagen herausgebracht haben und ich euch nur wärmstens empfehlen kann.

Die Radtouren, die gemeinsam mit dem ADFC Karlsruhe konzipiert wurden, gab es in dieser Form bisher noch nicht. Ich habe mir natürlich sofort ein Exemplar des Magazins gekauft, denn ich finde nicht nur die Unterteilung in

  • Feierabendtouren
  • Ausflugstouren
  • Regiotouren

gekonnt, sondern auch dass die jeweiligen Touren einem bestimmten Thema gewidmet sind (z.B. Hinterhöfe, Brunnen, Baugeschichte, Residenz des Rechts, Karlsruher Braukunst, etc.). Ich wohne jetzt schon viele Jahre in Karlsruhe, kenne aber bestimmt noch nicht jeden Winkel der Stadt. Ich freue mich insbesondere auf die Feierabendtouren, denn sie führen zu Ecken, die ich in dieser Zusammenstellung noch nicht kenne.




Nicht jeder ist ein Allwetterradler

Ob jemand mit dem Rad fährt oder nicht, scheint immer noch stark vom Wetter abzuhängen. Gestern Nachmittag stand ich eine Weile am Karlsruher Fahrradzähler in der Erbprinzenstraße.
In Stuttgart machte gerade die Runde, dass die dort installierten Zähler nicht genau seien und Radfahrer unterschlagen werden. Also stand ich da im Regen und zählte Radfahrer. Gerade mal etwas mehr als 2700 Radfahrer hatten die Erbprinzenstraße bis kurz vor vier Uhr nachmittags passiert. Zugegeben – es regnete und 11 Grad sind auch nicht gerade mollig, aber ich hätte zu diesem Zeitpunkt mit einer größeren Anzahl von Radlern gerechnet. Übrigens konnte ich keine Fehler bei unserem Fahrradzähler entdecken. Egal ob einzeln oder im Doppelpack, schnell, langsam oder ihr Fahrrad schiebend, alle Radfahrer, die die Induktionsschleife überquerten, wurden vom Zähler erfasst.

Fahrradzähler Erbprinzenstraße




Die schönen Seiten des Radfahreralltags

Radfahren macht Spaß, sonst würde ich es nicht machen. Da können sich auch noch so viele Falschparker auf den Radwegen tummeln, ich werde auch weiterhin mit dem Rad zur Arbeit fahren, einkaufen und die Gegend erkunden. Ja, wenn ihr mich fragt, Radfahren macht fast ein wenig süchtig. Das sehe ich genauso wie Christine Lehmann. Wer einmal damit angefangen hat, kann nur schwerlich wieder damit aufhören.
Letztes Jahr bin ich nur einen einzigen Tag nicht mit dem Rad zur Arbeit gefahren, weil ich mein Auto zum TÜV bringen musste. Ich bin dann zwar mit dem Faltrad von der Werkstatt ins Büro geradelt, aber mir hat definitiv etwas gefehlt:

  • Frische Luft
  • Körperliche Aktivität
  • Natur

Wer mit dem Auto unterwegs ist, weiß gar nicht, was er alles verpasst. Gerade jetzt im Frühling verändert sich die Natur fast täglich. Allein die Gerüche, wenn ich durch den Oberwald fahre – erst Anemonen soweit das Auge reicht, dann Bärlauch. Jedes Jahr das gleiche Schauspiel! Ich möchte es einfach nicht missen.

Anemonen soweit das Auge reicht

Was meinen Arbeitsweg anbetrifft, ist der Weg das Ziel. Ich fahre nicht die kürzeste Strecke nach Knielingen – ca. 15 Kilometer mitten durch die Stadt – sondern die schönere Route über Hohenwettersbach, durch den Oberwald und an der Alb lang (knapp 19 Kilometer).

Wir Karlsruher können uns echt glücklich schätzen. Mehrere Grüne Lungen mit gut ausgebauten Geh- und Radwegen durchziehen unser Stadtgebiet.

  • Von Bulach komme ich immer an der Alb lang bis zum Rhein
  • Der Oberwald südlich der Innenstadt liegt zwischen der Südtangente, Dammerstock und Rüppurr
  • Der Hardtwald erstreckt sich vom Schlossgarten bis nach Linkenheim

Wer sich auskennt und bereit ist, auch mal den einen oder anderen Umweg in Kauf zu nehmen, erreicht viele Stadtteile per Rad, ohne an einer viel befahrenen Straße entlang fahren zu müssen. Wie gesagt, bei mir ist der Weg das Ziel. Andere fahren nach der Arbeit mit dem Auto ins Fitness-Studio, um sich auszutoben. Ich habe mein Workout schon hinter mir, wenn ich zu Hause ankomme.




Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Ich bin ja bekanntermaßen ein Gewohnheitstier und noch dazu eine Lerche. Die meisten von euch liegen wahrscheinlich noch im Bett, wenn ich morgens um kurz nach halb sechs bereits durch den Oberwald fahre. Da um diese Uhrzeit noch wenig Verkehr ist, merkt man sich natürlich die Radfahrer, die einem zu dieser nachtschlafenden Zeit entgegenkommen. In meinem Fall sind das drei Frauen unterschiedlichen Alters. Wegen ihrer Kleidung nenne ich sie im Geiste „Junge Frau in Rot“, „Ältere Dame in Beige“ und die „Abgehärtete“. Letztere fährt auch bei zweistelligen Minusgraden immer ohne Mütze. Vier Frauen morgens im Dunkeln im Wald, und das bei Wind und Wetter und jeder Jahreszeit! Soviel zum Klischee „Frauen fahren nicht durch den Wald und schon gar nicht, wenn es dunkel ist. Aber darauf will ich hier nicht hinaus.

Vor ein paar Tagen hat ein Karlsruher, dem ich auf Twitter folge, diesen Tweet gepostet:

Sind wir nicht alle Gewohnheitstiere?

Ich fühlte mich sofort angesprochen, denn genauso geht es mir, wenn mir eine der drei Frauen über einen längeren Zeitraum morgens mal nicht entgegenkommt. Dann mache ich mir echt Sorgen. Wenn ich mit dem Auto unterwegs wäre, würde mir so etwas gar nicht auffallen. Denn ich glaube kaum, dass irgendein Autofahrer bemerkt, wer ihm da morgens und abends auf den beiden linken Spuren der Südtangente entgegenkommt.

Wir Radfahrer grüßen uns, nicken uns freundlich zu oder warnen Entgegenkommende vor Gefahrenstellen „Achtung, Scherben ca. 10 Meter vor der Unterführung auf der rechten Seite!“

Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, nimmt man einfach mehr wahr – seine Mitmenschen, Jahreszeiten und die Natur. Ich bin ja so was von froh, dass ich nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren muss!




Zwiebelprinzip – so kommt man durch Winter

Radfahren geht bei jedem Wetter, auch bei knackigen Minusgraden.

  • Temperatur heute Morgen: minus 6 Grad (gefühlt: minus 12-13 Grad)
  • Aussichten für morgen und übermorgen: minus 11 Grad (gefühlt: minus 14-17 Grad

Das Buff-Tuch gefriert zwar nach einer Weile über Mund und Nase zu Eis, aber solange man es in ein und derselben Position belässt, ist das nicht unangenehm. Einziger Nachteil: die Brille beschlägt sowie man anhält. Das Problem löst sich aber von allein, wenn man wieder anfährt.

Mit anderen Worten – es ist Winter, so what!




Radinfrastruktur – Leuchtturmprojekte für Karlsruhe

Gestern habe ich über das Verkehrspolitische Programm des ADFC Karlsruhe berichtet, das in einer Entwurfsfassung vorliegt und wenn es nach dem ADFC geht bei der nächsten Fortschreibung des 20-Punkte-Programms zur Förderung des Radverkehrs in Karlsruhe mit einfließen soll. Unter dem Abschnitt „Infrastruktur“ geht es u.a. um Groß- und Leuchtturmprojekte für Karlsruhe. Bis 2025 sollen mindestens drei solcher Leuchttumprojekte verwirklicht werden. Als Beispiel wird eine wegen ihrer Form Schlange genannte Brücke nur für Radfahrer genannt, die 2014 in Kopenhagen fertiggestellt wurde. Der ADFC verweist in diesem Zusammenhang auf die schlechte Anbindung des Rheinhafens für Radfahrer und könnte sich so ein Leuchtturmprojekt dort vorstellen.

Ich hätte da ja einen weiteren Vorschlag, nämlich den Aus- / Umbau der Fußgängerbrücke am Rüppurrer Schloss. Derzeit müssen Radfahrer absteigen und schieben, wenn sie die Brücke zur Querung der Ettlinger Allee/ Herrenalber Straße benutzen wollen. Da ziehen es die meisten Radfahrer vor, an der Ampel zu warten, um die Kreuzung fahrend zu überqueren. Morgens vor Schulbeginn und nachmittags nach Schulende reicht eine Grünphase in der Regel nicht aus, um alle an der Ampel wartenden Schüler sicher über die Kreuzung zu bringen. Wenn man Pech hat und eine Straßenbahn kommt, fällt eine Grünphase dann auch schon mal aus.