Schlagwort: ÖPNV

Ohne Auto mobil im Alltag

Jetzt ist es also passiert – ich habe mich von meinem Fiat getrennt. Er bleibt zwar in der Familie, aber mir steht er nicht mehr zur Verfügung. Ein bisschen wehmütig war mir beim Abschied am Montag schon, als ich mit dem Faltrad zum Bahnhof geradelt bin, um nach Karlsruhe zurückzufahren.
Ich habe ihn zwar kaum genutzt, aber es hatte etwas ungemein Beruhigendes zu wissen, dass da in der Garage ein Auto steht, das ich in der Not hätte nehmen können. Dieses beruhigende Gefühl habe ich jetzt natürlich nicht mehr. Dafür aber eine große Auswahl an Rädern 😉

Damit mein Lastenrad nicht so verloren aussieht, habe ich nach meiner Rückkehr gleich mal ein wenig umgeräumt und mein Faltrad und ein Rad meines Mannes nebst Montageständer in der Garage verteilt. Wie man sieht gibt es noch jede Menge Platz für mein Alltagsrad, das Mountainbike und mein Rad mit den Spikereifen.

Eins möchte ich noch einmal betonen – ich habe nichts gegen Autos per se. In dem kleinen Dorf in Norddeutschland, in dem ich aufgewachsen bin, ist man auch heute noch ohne Auto aufgeschmissen. Es fährt morgens ein Bus in die nächstgelegene Kreisstadt und mittags einer wieder zurück – während der Schulzeit, versteht sich, nicht in den Ferien. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es noch keine wirkliche Alternative zum Auto. Da haben wir noch erheblichen Nachholbedarf.




Bike and Ride in den Bergdörfern

Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad, um damit zur Arbeit zu fahren. Aber nicht jeder hat wie ich Lust täglich mehr als 16 Kilometer für eine Strecke mit dem Rad zurückzulegen. Das Fahrrad ist in diesem Fall eine gute Möglichkeit, eine sinnvolle Vernetzung verschiedener Verkehrsmitteln hinzubekommen. Bike and Ride ist das Ergebnis davon, dass immer mehr Menschen mit ihrem Fahrrad zur Bus- oder Straßenbahnhaltestelle fahren, es dort abstellen und den weiteren Weg dann mit anderen Verkehrsmitteln fortsetzen.

Bushaltestelle Karlsruhe Palmbach

Bushaltestelle Karlsruhe Palmbach

Um künftig noch mehr Menschen dazu zu bewegen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen auf den ÖPNV umzusteigen, hat die Stadt Karlsruhe auch bei uns oben in den Bergdörfern an ein paar Bushaltestellen neue Bike-and-Ride-Anlagen aufgestellt. Bisher habe ich zwar noch nicht gesehen, dass hier jemand sein Rad abgestellt hätte, aber das kommt ja vielleicht noch.

Es könnte natürlich sein, dass niemand die Abstellanlagen nutzt, weil sie auf der „falschen“ Straßenseite stehen, nämlich nicht stadteinwärts sondern stadtauswärts. Wer es von Karlsruhe kommend bis nach Grünwettersbach oder Palmbach mit dem Rad geschafft hat, wird seinen fahrbaren Untersatz hier mit Sicherheit nicht abstellen, um dann zwei Kilometer bis nach Waldbronn mit dem Bus zu fahren. Sinnvoll ist die B+R-Anlage eigentlich nur für Wettersbacher oder Palmbacher, die mit dem Rad zur Bushaltestelle kommen, es dort abstellen und dann mit dem Bus weiter in die Stadt fahren.

Ich werde das weiter beobachten. Wäre doch schade, wenn sich die Stadt hier ins Zeug legt, der Bürger aber gar keinen Nutzen daraus zieht.