Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Schlagwort: Mit dem Rad zur Arbeit Seite 1 von 10

Mit dem Rad zur Arbeit 2019

Heute startet wieder traditionell die Mitmachaktion der AOK in Kooperation mit dem ADFC. Wenn am 1. Mai die Sonne vom Himmel lacht, sind die Straßen und Wege voll mit Radlern, die sonst eher selten mit dem Rad unterwegs sind, was eigentlich schade ist. Ich halte es andersherum – wenn am 1. Mai die Sonne scheint, gehe ich lieber fernab des Trubels joggen, das Rad lasse ich in der Garage. Aber morgen werde ich wieder wie jeden Tag sonst auch mit dem Rad zur Arbeit fahren, auch wenn die Wettervorhersage leichten Regen vorhersagt – Feuchtigkeit ist ja bekanntlich gut für die Haut ab 50 🙂

Emotionen statt Emissionen

Heute Morgen hatte ich überhaupt keine Lust, schnell ans Ziel zu kommen. Wer wie ich viel mit dem Rad unterwegs ist, der kennt dieses Gefühl. Temperatur um den Gefrierpunkt, strahlend blauer Himmel und Raureif an den Pflanzen. Da möchte man am liebsten stundenlang weiter radeln.

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#MdRzA 2018 – Bildergalerie

Warum ich bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit fahre? Ganz einfach, weil es mir einfach Spaß macht. Wenn man mir früher gesagt hätte, dass es mir mal überhaupt nichts ausmachen würde, bei Regen und Kälte durch schlammige Pfützen oder über Eis und Schnee zur radeln, dann hätte ich den Kopf geschüttelt und erwidert „And pigs can fly!“
Doch wer einmal damit anfängt, kann einfach nicht mehr damit aufhören. Man müsste eigentlich einen Warnhinweis auf jedes Rad kleben

Achtung, Radfahren kann süchtig machen!

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#MdRzA = Mit dem Rad zur Arbeit

Seit dem 1. Mai läuft die diesjährige AOK-Mitmachaktion in Kooperation mit dem ADFC.
Mein derzeitiger Zwischenstand ist wie folgt:

Wer 20 Arbeitstage und mehr an der Aktion teilnimmt, kann tolle Preise gewinnen. Wer sich also bis kommenden Montag anmeldet, hat somit noch die Möglichkeit, einen davon abzuräumen. Aber gewinnen tut man ja sowieso: eine stressfreie Fahrt zum Büro, einen Parkplatz direkt vor der Tür, Bewegung an frischer Luft, Abwehrkräfte und stramme Waden.

Morgenstimmung

Einen der Gründe, warum ich mit dem Rad zur Arbeit fahre, kann man auf diesem Bild erahnen.

Morgenstimmung – die Sonne geht auf, Nebel liegt über den Feldern, man hört nur das Surren der Räder und Vogelgezwitscher

Die schönen Seiten des Radfahreralltags

Radfahren macht Spaß, sonst würde ich es nicht machen. Da können sich auch noch so viele Falschparker auf den Radwegen tummeln, ich werde auch weiterhin mit dem Rad zur Arbeit fahren, einkaufen und die Gegend erkunden. Ja, wenn ihr mich fragt, Radfahren macht fast ein wenig süchtig. Das sehe ich genauso wie Christine Lehmann. Wer einmal damit angefangen hat, kann nur schwerlich wieder damit aufhören.
Letztes Jahr bin ich nur einen einzigen Tag nicht mit dem Rad zur Arbeit gefahren, weil ich mein Auto zum TÜV bringen musste. Ich bin dann zwar mit dem Faltrad von der Werkstatt ins Büro geradelt, aber mir hat definitiv etwas gefehlt:

  • Frische Luft
  • Körperliche Aktivität
  • Natur

Wer mit dem Auto unterwegs ist, weiß gar nicht, was er alles verpasst. Gerade jetzt im Frühling verändert sich die Natur fast täglich. Allein die Gerüche, wenn ich durch den Oberwald fahre – erst Anemonen soweit das Auge reicht, dann Bärlauch. Jedes Jahr das gleiche Schauspiel! Ich möchte es einfach nicht missen.

Anemonen soweit das Auge reicht

Was meinen Arbeitsweg anbetrifft, ist der Weg das Ziel. Ich fahre nicht die kürzeste Strecke nach Knielingen – ca. 15 Kilometer mitten durch die Stadt – sondern die schönere Route über Hohenwettersbach, durch den Oberwald und an der Alb lang (knapp 19 Kilometer).

Wir Karlsruher können uns echt glücklich schätzen. Mehrere Grüne Lungen mit gut ausgebauten Geh- und Radwegen durchziehen unser Stadtgebiet.

  • Von Bulach komme ich immer an der Alb lang bis zum Rhein
  • Der Oberwald südlich der Innenstadt liegt zwischen der Südtangente, Dammerstock und Rüppurr
  • Der Hardtwald erstreckt sich vom Schlossgarten bis nach Linkenheim

Wer sich auskennt und bereit ist, auch mal den einen oder anderen Umweg in Kauf zu nehmen, erreicht viele Stadtteile per Rad, ohne an einer viel befahrenen Straße entlang fahren zu müssen. Wie gesagt, bei mir ist der Weg das Ziel. Andere fahren nach der Arbeit mit dem Auto ins Fitness-Studio, um sich auszutoben. Ich habe mein Workout schon hinter mir, wenn ich zu Hause ankomme.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Ich bin ja bekanntermaßen ein Gewohnheitstier und noch dazu eine Lerche. Die meisten von euch liegen wahrscheinlich noch im Bett, wenn ich morgens um kurz nach halb sechs bereits durch den Oberwald fahre. Da um diese Uhrzeit noch wenig Verkehr ist, merkt man sich natürlich die Radfahrer, die einem zu dieser nachtschlafenden Zeit entgegenkommen. In meinem Fall sind das drei Frauen unterschiedlichen Alters. Wegen ihrer Kleidung nenne ich sie im Geiste „Junge Frau in Rot“, „Ältere Dame in Beige“ und die „Abgehärtete“. Letztere fährt auch bei zweistelligen Minusgraden immer ohne Mütze. Vier Frauen morgens im Dunkeln im Wald, und das bei Wind und Wetter und jeder Jahreszeit! Soviel zum Klischee „Frauen fahren nicht durch den Wald und schon gar nicht, wenn es dunkel ist. Aber darauf will ich hier nicht hinaus.

Vor ein paar Tagen hat ein Karlsruher, dem ich auf Twitter folge, diesen Tweet gepostet:

Sind wir nicht alle Gewohnheitstiere?

Ich fühlte mich sofort angesprochen, denn genauso geht es mir, wenn mir eine der drei Frauen über einen längeren Zeitraum morgens mal nicht entgegenkommt. Dann mache ich mir echt Sorgen. Wenn ich mit dem Auto unterwegs wäre, würde mir so etwas gar nicht auffallen. Denn ich glaube kaum, dass irgendein Autofahrer bemerkt, wer ihm da morgens und abends auf den beiden linken Spuren der Südtangente entgegenkommt.

Wir Radfahrer grüßen uns, nicken uns freundlich zu oder warnen Entgegenkommende vor Gefahrenstellen „Achtung, Scherben ca. 10 Meter vor der Unterführung auf der rechten Seite!“

Wenn man mit dem Rad unterwegs ist, nimmt man einfach mehr wahr – seine Mitmenschen, Jahreszeiten und die Natur. Ich bin ja so was von froh, dass ich nicht mit dem Auto zur Arbeit fahren muss!

Die Zahlen zum Sonntag

Die nachfolgende Statistik stammt aus dem Magazin VivaVeloMAGAZIN. Wenn man sieht, dass die meisten Strecken, die täglich mit dem Auto zurückgelegt werden, unter 10 Kilometer liegen, dann hat das Fahrrad bzw. das Pedelec noch jede Menge Potential.

Nicht vergessen sollte man dazu, dass das Auto nach so einer Fahrt, dann erst mal Stunden ungenutzt herumsteht, aber trotzdem Geld frisst und Platz beansprucht. Laut einem Bericht in der TAZ steht ein PKW jeden Tag im Schnitt 23 Stunden ungenutzt herum. Was für eine Verschwendung!

Der Vergleich hinkt natürlich, aber mit dem Auto verhält es sich ähnlich wie mit dem Rauchen. Jeder Raucher weiß, dass Zigaretten ungesund sind. Auch der Autofahrer weiß, dass es schizophren ist, fünf Kilometer mit dem PKW in die Stadt zu fahren, dort ein paar Runden auf der Suche nach einem Parkplatz um den Block zu kreisen und dann das Auto den Tag über stehen zu lassen. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch schwach. Gründe nicht mit dem Rauchen aufzuhören oder nicht umzusteigen aufs Rad oder den ÖPNV finden sich schnell, denn …

der Mensch ist vor allem eins: bequem!

Wer ganzjährig Rad fährt ist seltener krank

Menschen, die ihren Arbeitsweg aktiv gestalten, d.h. zu Fuß gehen oder Fahrrad fahren, sind weniger häufig krank als Pendler, die mit dem Auto fahren oder den Bus benutzen.
So what, wird jetzt manch einer sagen. Diese Erkenntnis ist wahrlich nicht neu. Wenn das aber ein alter Hut ist, frage ich mich natürlich, wieso es Beraterfirmen wie die EcoLibro GmbH braucht, um Behörden sowie große und kleine Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung innovativer und attraktiver Mobilitätsstrategien zu unterstützen, sprich den Unternehmen zu zeigen, welche Anreize sie schaffen müssen, damit ihre Mitarbeiter freiwillig ihr Mobilitätsverhalten ändern.

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Winter Bike to Work Day

Freitag, der 9. Februar 2018 = International Winter Bike to Work Day!

Wer wie ich sowieso bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit fährt, an dem gehen Tage wie der International Winter Bike to Work Day komplett vorüber. Wenn Christine Lehmann in ihrem heutigen Blogbeitrag nicht darüber berichtet hätte, wüsste ich nicht, dass es diesen Gedenktag überhaupt gibt. Dort findet ihr auch mehr über die Entstehung und Geschichte dieses Tages.

Für mich und viele anderen Karlsruher ist das bereits gelebte Normalität. Dunkelheit, Kälte, Nässe und Schnee halten uns nicht davon ab, mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Die Zahl der „Schönwetter-Radfahrer“ ist aber auch in Karlsruhe noch größer als die der „Ich-fahre-bei-jedem-Wetter-Radler. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Vielleicht hilft ja so ein Gedenktag, noch mehr Leute zu motivieren. Also nehmt doch diesen Tag einfach mal zum Anlass, in die Fahrradsaison 2018 zu starten. Wer sich anmelden will, kann das hier machen.

 

 

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