Tag: Lastenräder

Lastenrad-Initiative Karlsruhe

Die freie Lastenrad-Initiative Karlsruhe geht auf die Zielgerade. Im November gab es bereits ein erstes Treffen, auf dem die Initiative einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Resonanz war überaus positiv. Sowohl Fahrradhändler als auch Privatpersonen haben angeboten, ihre Lastenräder kostenlos zur Verfügung zu stellen.

2017 feiert das Rad seinen 200. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums finden in Karlsruhe und Mannheim viele Veranstaltungen statt. Die freie Lastenrad Initiative Karlsruhe soll sich bis zum Fahrradjubiläum im Mai konstituiert haben. Die Umsetzung des ehrgeizigen Plans gelingt nur mit Hilfe vieler Freiwilliger, denn allein können das die Initiatoren – André Lachmund, Christian Büttner und Markus Radke – nicht schaffen. Ein erster Satzungsentwurf steht und am 19. Januar findet um 19 Uhr im Fahrradbüro / Umweltzentrum in der Kronenstraße 9 in Karlsruhe das Gründungstreffen statt.

So oder ähnlich könnten die zukünftigen Lastenräder aussehen:

Darf ich vorstellen - Kasimir

Kasimir (Bild: Lastenrad-Initiative Köln)

Lastenrad für die Reise

Lastenrad auf der Roadshow in Karlsruhe

Mit der Gründung der Initiative fängt die Arbeit aber eigentlich erst an. Es braucht viele helfende Hände. Daher sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, die die folgenden Aufgaben übernehmen:

  • Fundraising, Spendenwerbung, Crowdfunding
  • Öffentlichkeits- und Pressearbeit (Logo, Flyer, Postkarten, Bilder und Filme)
  • Homepage und Aufbau eines Buchungssystems
  • Radbeschaffung, Rad-Stationen, Wartung und Technik

Wenn ihr euch aktiv einbringen wollt und Lust habt, in einer der Arbeitsgruppen mitzuwirken, geht zum Gründungstreffen oder meldet euch beim Vorsitzenden des ADFC Karlsruhe, Christian Büttner (christian.buettner@adfc-bw.de).




Freie Lastenrad Initiative Karlsruhe

Köln hat sie, Hannover hat sie, Freiburg hat sie natürlich auch und selbst Stuttgart bietet welche – Lastenräder, die man sich kostenlos ausleihen kann. In Köln heißt die Lastenrad-Initiative Kasimir, in Hannover Hannah, in Freiburg LastenVelo und in Stuttgart Freies Lastenrad Stuttgart.

Darf ich vorstellen - Kasimir

Darf ich vorstellen – Kasimir (Bild: kasimir-lastenrad.de)

Wer hätte gedacht, dass man Stuttgart und das Wort kostenlos mal in einem Atemzug nennen würde. Da kann und will Karlsruhe natürlich nicht länger hinter zurückstehen, schließlich hat der Vorgänger des Rades, die Draisine, nächstes Jahr 200. Geburtstag und Karlsruhe richtet anlässlich dieses Jubiläums vom 24. – 28. Mai die Radiale 2017 aus.

Wer sich im September die Lastenrad Roadshow auf dem Friedrichsplatz angesehen hat, der konnte spüren, dass das Interesse der Bürger groß ist. Nicht nur Familien mit kleinen Kindern, sondern auch Handwerker, Geschäftsleute und Lieferdienste liebäugeln mit so einem fahrbaren Untersatz. Aber nicht jeder kann sich ein eigenes Lastenrad leisten. Und selbst wenn man es sich leisten könnte, stellt sich die Frage, wohin damit, wenn man es nicht braucht, schließlich hat nicht jeder eine Garage.

Um diese Lücke zu schließen und gleichzeitig einen Beitrag zur nachhaltigen Mobilität zu leisten, soll auch in Karlsruhe eine freie Lastenrad Initative gegründet werden. Ein erstes Treffen findet am 17. November um 19 Uhr im Fahrradbüro des ADFC Karlsruhe statt. Eingeladen sind alle Bürger der Stadt, die Interesse an einem Lastenrad haben, sowie Vertreter von Initiativen und Vereinen. Die Initiatoren des Treffens wollen das Konzept der freien Lastenräder und deren Finanzierungsmöglichkeiten vorstellen und gemeinsam mit allen Anwesenden entscheiden, welche Lastenräder in Frage kommen. Abschließend soll die freie Lastenrad-Initiative Karlsruhe in Form eines gemeinnützigen Vereins ins Leben gerufen werden.

Die Lastenradinitiative soll ein Beitrag zum Fahrradjubiläum 2017 sein. Der Plan der Initiatoren ist ehrgeizig: Bis zum Auftakt der Fahrradsaison im Mai 2017 will man die Initiative auf die Füße gestellt oder besser gesagt die Lastenräder auf die Straße gebracht haben. Einen besseren Zeitpunkt für eine Lastenradinitiative in der Heimat des Fahrraderfinders Karl Drais, wie die Feiern anlässlich des 200. Geburtstags der Draisine, kann es eigentlich nicht geben.

Das Fahrradbüro des ADFC-Karlsruhe befindet sich in der Kronenstraße 9, 76133 Karlsruhe. Wer mehr wissen will, wende sich bitte per Mail an Christian Büttner, den 1. Vorsitzenden des ADFC Karlsruhe (christian.buettner@adfc-bw.de).




Impressionen von der Lastenrad Roadshow

Falls ihr keine Zeit habt, euch die vielen Lastenräder auf dem Friedrichsplatz in Karlsruhe anzuschauen, hier ein paar Impressionen.

Lastenräder von Riese und Müller waren stark vertreten

Lastenräder von Riese und Müller waren stark vertreten




Lastenfahrrad Calvin

In der Hotel- und Ferienwohnungsanlage auf Rügen, wo wir derzeit unseren Urlaub verbringen, wird Umweltschutz wie überall auf der Insel groß geschrieben. Die Angestellten fahren entweder mit kleinen Elektrowagen oder mit dem Fahrrad durch den großzügig angelegten Gebäudekomplex, denn Autos sind hier tabu.

Wenn der Handwerker kommt, dann fährt auch er mit einem Lastenrad vor, das ihr bestimmt schon in einer anderen Farbe vor eurer Haustür gesehen habt.

Lastenrad Calvin

Lastenrad Calvin




Critical Mass auf dem Stundenplan

Critical Mass ist in aller Munde. Immer am Ende des Monats trenden Hashtags wie #CriticalMass, #CMMai oder CMKA. Dass die Bewegung auch bei uns in Karlsruhe angekommen ist, macht unter anderem auch der Blog-Beitrag von Thomas deutlich. Selbst die Polizei hat uns jetzt wieder auf dem Schirm.
Von Mai 2015 bis März 2016 fuhren wir unbemerkt von den Ordnungshütern einmal im Monat friedlich durch die Stadt. Wir haben uns stets an die Verkehrsregeln gehalten und es gab keine Beschwerden aus der Bevölkerung. Bei der letzten CM hat uns zufällig ein Streife fahrender Polizist entdeckt und jetzt können wir nicht so einfach wieder unter dem Radar der Obrigkeit radeln.

Aber wer ist „wir“, wer ist „uns“? Eigentlich jeder und keiner. Und das ist momentan das Problem. Wir alle sind ja nicht Veranstalter der CM, sondern Teilnehmer. Wie ihr Thomas Beitrag entnehmen könnt, fand ein Gespräch mit der Polizei und dem Ordnungsamt statt, das konstruktiv und informativ war. Der Polizei wäre es am liebsten, die Critical Mass in Karlsruhe liefe so ab wie in Stuttgart: D.h. die Veranstaltung wird offiziell als Versammlung gemeldet und die Polizei sichert sie ab. Das hat nur einen Haken – wer von „uns“ macht das? Wer meldet in seinem Namen die CM an?




Draistag in Karlsruhe

Zu Ehren des Raderfinders Karl Drais feiert die Stadt Karlsruhe am 12. Juni einen Fahrradtag auf dem Friedrichsplatz.

Drais Tag - Tu's aus Liebe

Drais Tag – Tu’s aus Liebe

Auf den ersten Blick sieht das Programm des Draistages aus wie immer:

  • AOK Radlerfrühstück
  • Ökumenische Radlerandacht
  • Fahrradmarkt mit ADAC Fahrradparcours, kostenloser Fahrrad-Check, Fahrradvorführungen, Fahrradcodierung
  • Podiumsdiskussion mit Bürgermeister Klaus Stapf und Fahrradgutscheinverlosung
  • ADFC – After Work Radparade zum Schlachthofareal

Aber in diesem Jahr spielt das Lastenrad auf dem Draistag eine zentrale Rolle. Karlsruhe betreibt ja schon seit langem eine Imagekampagne für das Radfahren unter dem Motto Kopf an. Motor aus. Mit etwas Glück könnt ihr so ein Lastenrad nämlich gewinnen. Bewerbt euch zunächst für eine dreiwöchige Testfahrt. Das dazu nötige Formular findet Ihr hier. Jeder kann mitmachen: Privatleute genauso wie Gewerbetreibende oder öffentliche Einrichtungen. Ausgewählt wird je ein Testfahrer aus den Gruppen Familie, Handwerksbetrieb und Lieferservice sowie einer offenen Rubrik, die man wohl mit „Sonstiges“ überschreiben könnte. Einsendeschluss ist der 7. August. Auf dem Draistag könnt ihr euch das Testrad anschauen und gleich Probe fahren. Am Ende der Testaktion wird das Lastenrad unter allen Bewerbern verlost.

 




Bild der Woche

Musik auf Räder

Diesen jungen Musiker habe ich am vergangenen Samstag in der Stuttgarter Innenstadt gesehen. Es war ein Genuss, ihm zuzuhören. Ich hoffe, er wohnt in der Innenstadt. Sollte er sein Klavier aus einem der umliegenden und höher gelegenen Vororte hierher gebracht haben, beneide ich ihn im Nachhinein nicht um seinen Rückweg.




Lastenräder – Mobilitätstag auf dem Stephanplatz

Das Lastenfahrrad stand gestern im Mittelpunkt des auf dem Stephanplatz veranstalteten Mobilitätstages. Die Stadt Karlsruhe hatte zusammen mit dem ADAC Nordbaden, dem Nachhaltigkeitsbüro der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz und einigen lokalen Fahrradhändlern die Bürgerinnen und Bürger der Stadt eingeladen, diese umweltfreundlichen Transportmittel zu bestaunen und zu testen.
So ein Bakfiets mal selbst auszuprobieren, hatte ich mir schon lange vorgenommen. Da ich unter den ersten interessierten Zuschauern war, hatte ich die Qual der Wahl: nehme ich einen einrädrigen oder einen zweirädrigen Frontlader? Mit Motor oder ohne?

Lastenräder zu fahren ist gewöhnungsbedürftig, vor allem in den Kurven. Wer es wie ich gewohnt ist, mit seinem Rad schwungvoll um die Ecke zu fahren, muss sich erst mal umstellen. Denn der Wendekreis so eines Bakfiets ist natürlich viel größer als bei einem „normalen“ Rad, da es aufgrund der Transportkiste vorne viel länger ist als gewohnt.

Lastenrad mit Regenhaube

Lastenrad mit Regenhaube

Bakfiets ist das niederländische Wort für Lastenrad und gleichzeitig der Firmenname des wohl bekanntesten Lastenrad-Herstellers überhaupt. „Mein“ Bakfiets hatte sieben Gänge, zwei Handbremsen und keine Rücktrittbremse. Mit seinen 32 kg Gewicht ist so ein Transportrad natürlich kein Leichtgewicht. Immerhin will man darauf ja Lasten transportieren. Die max. Zuladung beträgt übrigens 100 kg.

Der Fahrradständer machte einen soliden Eindruck. Das Beladen so eines Transportrades scheint somit unproblematisch zu sein. Ich bin nur ohne Ladung gefahren. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht einfach ist, bei schwerer Last aufzusteigen und loszufahren. Wenn das Lastenrad aber erst mal rollt, ist es einfach. Nur beim Anfahren und bergauf macht sich das zusätzliche Gewicht bemerkbar.

Auf einem Hindernisparcour haben Fahrradkuriere ihr Können unter Beweis gestellt. Für einen Fototermin hat man ihnen ihr Lastenrad mit schweren Säcken vollgeladen. Weil das anscheinend noch nicht reichte, mussten sie für die Fahrt über die abgesteckte Teststrecke auch noch einige dieser Säcke schultern.

 

Lastenrad - auch vollbeladen für Radkuriere kein Problem

Lastenrad – auch vollbeladen für Radkuriere kein Problem

Für die Fahrradkuriere war das kein Problem. Anfänger taten sich da schon schwerer. Da wurden Hindernisse überfahren und die Säcke purzelten reihenweise vom Rad.

Bei uns in Karlsruhe sieht man Lastenräder – neudeutsch auch Cargo-Bikes genannt – noch eher selten. Der eine oder andere Postbote bei uns in den Bergdörfern hat ein Lastenrad mit Rückenwind. Aber privat genutzte Lastenräder findet man kaum. In anderen Städten hat man sie schon längst als umweltfreundliches, kostengünstiges und schnelles Transportmittel entdeckt. Nicht nur Fahrradkuriere, sondern auch große Logistikunternehmen wie DHL, UPS und DPD haben die Vorteile dieser Transportmittel für sich entdeckt. Zugegeben, Lastenräder sind in der Anschaffung deutlich teurer als normale Räder. Wenn man allerdings berücksichtigt, wie viel ein Auto kostet und was ein Auto an Unterhaltskosten verursacht, dann erscheint so ein Lastenrad eine preiswerte und noch dazu unweltfreundliche Alternative.

Eigentlich ist Karlsruhe prädestiniert für Lastenräder. Das Stadtzentrum ist flach und es gibt ein gut ausgebautes Radwegenetz. Was fehlt sind geeignete Abstellmöglichkeiten. Insbesondere breite Lastenräder haben da enormen Platzbedarf:

Ein Single Speed unter den Lastenrädern

Ein Single Speed unter den Lastenrädern

Mit diesem Lastenrad kam ein Mitarbeiter des KIT angeradelt. 60 Jahre jung ist der Stößer, hat einen Gang und keine Bremse. Dafür kann man rückwärts fahren.

 




Bild der Woche

Leider sieht man solche Gefährte in unserer Wohlstandsgesellschaft immer öfter. Ich bekomme bei ihrem Anblick immer ein schlechtes Gewissen und werde mir schmerzlich bewusst auf welch hohem Niveau ich herumjammere.
Wer sich noch mehr „Lastenfahrräder“ anschauen möchte, Zeit Online hat dazu eine Bilderstrecke veröffentlicht.