Schlagwort: Krötenwanderung

Achtung – Wildwechsel!

Es wird Frühling – das merkt man morgens nicht nur am lauten Vogelgezwitscher, sondern auch am Beginn der Krötenwanderung. Wohl dem, der so eine gute Beleuchtung am Rad hat wie ich, damit er die vielen Kröten, die mehr oder minder schnell den Weg queren, von den Blättern, die auch noch herumliegen, unterscheiden kann. Also passt jetzt besonders auf, damit ihr die armen Tiere nicht mit dem Rad über den Haufen fahrt. Denn nicht an jeder Straße befinden sich Amphibienschutzzäune.

Krötenwanderung im Karlsruher Oberwald 2018

 




Krötenwanderung

Jedes Jahr im Frühling zieht es die weiblichen Kröten an den Ort, an dem sie selbst das Licht der Welt erblickt haben. Sie machen sich auf Wanderschaft um zu laichen und zwar in ganzen Heerscharen. Dank dieser Massenwanderung stellt die Natur sicher, dass die Feinde der Kröten nicht die ganzen Eier auffressen können und die Spezies überlebt. Laut NABU beträgt die Geschwindigkeit einer Durchschnittskröte etwa 600 Meter pro Tag. Dieses „Tempo“ möchte ich allerdings bezweifeln, denn heute wäre mir beinahe eine Kröte unter die Räder gekommen. Ich hätte sie beinahe nicht bemerkt, denn getarnt als ein Blatt hockte sie mitten auf dem Weg und rührte sich nicht. Das hätte sie beinahe mit dem Leben bezahlt.

Kröten wandern? Nein, sie schleichen getarnt über die Straße!

Im Oberwald, den ich täglich auf dem Weg zur Arbeit durchquere gibt es keine Auffangzäune für Kröten wie z.B. entlang der B3 zwischen Wolfartsweier und Durlach. Im Oberwald müssen die Kröten selbst zusehen, wie sie alleine sicher über die Straße zu den beiden Seen kommen. Es schaffen nicht alle, denn so manch eine Krötenleiche liegt platt auf der Straße oder am Wegesrand.

Wir hatten die Kröten schon ein paar Tage zuvor beim abendlichen Lauftraining gesehen. Alle paar Meter hockte eine Kröte auf dem Weg, mal allein, mal mit männlicher Kröte auf dem Rücken. Wir mussten Zickzack laufen, denn die Tiere wanderten nicht, sie hockten mehr, als dass sie sich bewegten. Bestenfalls würde ich ihre Fortbewegung als ein Schleichen bezeichnen. Logisch, wenn ich meinen Mann Huckepack tragen müsste, käme ich auch nicht flott voran.