Tag: Gesundheit

Karlsruhe = heimliche Fahrradhauptstadt?

Dieser Titel hat mich nun aber doch überrascht. Gestern und vorgestern fand in Postdam ein Seminar zu den Themenfeldern Radverkehrsplanung und -konzeption statt. Das Programm am Dienstag stand unter dem Motto „Wege zur Fahrradhauptstadt“.

Nachfolgend ein Auszug aus dem Seminarinhalt:

Fahrradhauptstadt – in Deutschland denkt man sofort an Münster oder Freiburg. Wie aber gehen andere Städte vor, um die Bevölkerung auf das Fahrrad zu bringen? Die Fahrradakademie stellt Ihnen drei „heimliche Fahrradhauptstädte“ vor, die nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, aber einiges in Sachen Radverkehrsförderung bieten:

Neben Bocholt und Potsdam wird doch tatsächlich Karlsruhe als eine der heimlichen Fahrradhauptstädte aufgeführt.

Begründung:

Karlsruhe als Aufsteiger im Südwesten, wo innerhalb weniger Jahre das Radfahren Normalität geworden ist.

Bei uns in Karlsruhe wird ohne Frage viel für den Radverkehr getan und der Anteil der Radfahrer an den Verkehrsteilnehmern hat zugenommen, aber dass Radfahren bereits NORMALITÄT geworden ist, wage ich doch stark zu bezweifeln.

Ich habe keine Ahnung auf welche Fakten der Veranstalter seine Aussage stützt, aber solange sich bei uns Radfahrer genötigt fühlen, zu jeder Tageszeit eine Warnweste tragen zu müssen, um von anderen Verkehrsteilnehmern nicht „übersehen“ zu werden, kann von Normalität nun wahrlich nicht die Rede sein. Stellen wir Radfahrer etwa eine Gefahr dar, vor die wir andere warnen müssten?

Nehmen wir Städte wie Kopenhagen oder Amsterdam. Was fällt sofort auf? Kaum jemand trägt einen Fahrradhelm, geschweige denn eine Warnweste. Wozu auch, in diesen beiden Städten ist Radfahren gelebte Normalität. Davon sind wir in Karlsruhe trotz aller Bemühungen noch ein Stück weit entfernt.




CarExit – Hol dir dein Leben zurück

Ihr seid es leid, jeden Morgen mit eurem Auto im Stau zu stehen oder zig Mal um den Block zu fahren, bis ihr endlich einen Parkplatz gefunden habt? Dann steigt doch auch um aufs Rad. Vielleicht motiviert euch ja dieser Film der Fahrradbande der BUNDjugend Berlin, in dem „Umsteiger“ zu Wort kommen und ihre ganz persönliche Geschichte erzählen.

Denn Gründe für einen Umstieg aufs Rad gibt es viele.

Mit carEXIT startet die Fahrradbande der BUNDjugend Berlin eine Kampagne zum Umstieg aufs Rad.

 

 

 




Mit dem Rad zur Arbeit 2017

Ihr könnt euch zum Radfahren nicht so richtig aufraffen? Morgens ist es euch noch zu kalt, abends viel zu warm und irgendeine Ausrede gibt es immer? Vielleicht motiviert euch ja die Mitmachaktion von AOK und ADFC – Mit dem Rad zur Arbeit. Mich muss zwar niemand mehr motivieren – mich hat das Radfahr-Fieber schon vor Jahren gepackt – aber ich nehme auch in diesem Jahr wieder teil.

Wenn auch ihr mitmachen wollt, einfach online anmelden und zwischen dem 1. Mai und den 31. August mindestens 20 Tagen mit dem Rad zur Arbeit fahren (auch in Kombination mit Bus und Bahn). Das sollte eigentlich jeder schaffen. Unter den Teilnehmern werden wieder viele attraktive Sachpreise verlost. Aber auch wenn es Fortuna diesbezüglich nicht gut mit euch meint, gewinnt ihr: Fitness, Abwehrkräfte und Glücksgefühle, wenn ihr an euren Kollegen vorbeifahrt, die mit dem Auto im Stau stehen.

Mit dem Rad zur Arbeit – Mitmachaktion der AOK und des ADFC




Radfahrstreifen – gut gemeint, aber oft gefährlich

Verglichen mit anderen Städten Deutschlands hat Karlsruhe ein imposantes und ständig wachsendes Radwegenetz. Aber auch bei uns ist natürlich nicht alles Gold was glänzt. Viele Radwege sind Stückwerk, zwar gut gemeint, aber leider oft nur das Gegenteil von gut gemacht. Man sieht ihnen einfach an, dass die Stadtväter bemüht waren, es möglichst allen recht zu machen – den Autofahrern, den Geschäftsleuten und den Radfahrern. Leider ist das Endergebnis dann für Radfahrer suboptimal bzw. gefährlich.

Nehmen wir die Karlstraße. Hier wurde der Radweg im Zuge von Straßenbauarbeiten beidseitig neu angelegt. Wenn man von der Ebertstraße in Richtung Innenstadt fährt, ist der Radweg durchgängig befahrbar bis knapp vor der Kriegstraße. Leider ist er nur zu Anfang breit und links mit einem dicken fetten weißen Strich von der Fahrbahn gut sichtbar getrennt. Die erste Hürde kommt am Kolpingplatz. Dort befindet sich eine Straßenbahnhaltestelle, die man als Radfahrer rechts umfahren muss. Fußgänger, die zur Straßenbahn wollen, scheinen aber nicht zu wissen, dass es sich hier um einen Radweg handelt. Die meisten queren ihn ohne nach links zu schauen. Ab der Jollystraße verjüngt sich der Radweg, so dass man beim Überholen langsamerer Radfahrer auf die Straße ausweichen muss. Kurz vor der Kriegstraße ist er dann urplötzlich komplett verschwunden, weil man hier eine zusätzliche Spur für rechtsabbiegenden PKW eingerichtet hat.

Anders sieht es aus, wenn man von der Stadt in Richtung Ebertstraße fährt. Hier haben die Stadtväter anscheinend Angst vor ihrer eigenen Courage gehabt. Alle Nase lang mündet der Radweg entweder ohne Vorankündigung oder mit einem kleinen „Auslauf“ in einen Parkstreifen. Das ist so unübersichtlich, dass ich es an bestimmten Stellen Autofahrern nicht mal übelnehmen kann, wenn sie hier auf dem Radweg parken.

Zwei Meter weiter stünde der Lieferwagen zumindest mal nicht mehr im absoluten Halteverbot.

Wo hört der Radweg auf, wo fängt der Park- /Haltestreifen an?




Filmtipp – Der Fahrradkrieg – Kampf um die Straßen

Am Montag, den 24. April gibt es auf NDR abends um 22.00 Uhr den 45-minütigen Film Der Fahrradkrieg von Güven Purtul (nicht zu verwechseln mit Der Fahrradkrieg – Wem gehört die Stadt, den der SWR produziert hat).

Beide Titel hören sich martialisch an, und der Fahrradalltag ist in der Tat manchmal kein Zuckerschlecken. Wenn man nicht unter die Räder kommen will, muss man als Radfahrer seinen Platz auf der Straße selbstbewusst behaupten. Radfahren ist zwar voll im Trend doch die Infrastruktur hinkt leider noch hinterher. Der Platz auf unseren Straßen wird allmählich eng.

Dabei soll das Fahrrad zentrale Probleme lösen, mit denen deutsche Städte zu kämpfen haben: Stau, Lärm, Luftverschmutzung. Doch dafür sind die Radwege im Norden noch völlig unzureichend: Sie sind schmal, verwinkelt, buckelig, verkrautet oder gleich ganz zugewachsen.

Das kann ich nach meinem jüngsten Besuch in der alten Heimat leider nur bestätigen. Der Verbindungsweg zwischen der Nord- und der Südroute des Wümme-Radweges war in einem katastrophalen Zustand.

Auch dieser Radweg ist bucklig, von Rillen durchzogen und verkrautet

 

 




Bild der Woche

Wusstet ihr, dass 1/4 des Gehalts einer typischen amerikanischen Familie nur für deren Autos draufgeht? Dagegen sind die Unkosten, die meine Räder verursachen, geradezu lächerlich gering.




2 Jahre Critical Mass Karlsruhe

Gestern feierte die Critical Mass Karlsruhe Geburtstag – 2 Jahre jung, immer noch in den Kinderschuhen aber damit auch lernfähig.

Die CM stand ganz im Zeichen der Themen Umweltverschmutzung und Feinstaubbelastung. Als Zeichen dafür trugen viele Radfahrer bei der Tour durch die Stadt eine Atemschutzmaske, was für erhebliche Aufmerksamkeit sorgte, denn Atemschutzmasken gehören zwar in Asien zum gewohnten Straßenbild, bei uns sieht man sie jedoch kaum, es sei denn bei Touristen in Stuttgart.

Mit 148 Teilnehmern waren wir fast rekordverdächtig, nur die erste Critical Mass konnte mehr Teilnehmer verzeichnen. Hier ein paar bildliche Impressionen:

Unser Critical Mass Logo




Baden-Württemberg investiert in Radwege

„Viel Geld für Radwege“ kündigt die BNN in ihrer heutigen Samstagsausgabe an. Das Land plane „viel“ Geld für Radwege und wolle zusätzlich rund 46 Millionen Euro investieren (z.B. in den Bau von Radwegen und Unterführungen). Da frage ich mich natürlich sofort was ich unter „viel“ zu verstehen habe. 46 Millionen hört sich zwar nach viel Geld an, aber verglichen mit den Beträgen, die in den Straßenbau und deren Erhalt fließen, sind 46 Mio. das, was ein Deutsche Bank Chef seinerzeit als Peanuts abtat.

Aber immerhin, 46 Millionen sind besser als gar nichts. Schließlich feiert das Rad in diesem Jahr seinen 200. Geburtstag und da macht es sich gut, die eine oder andere Investition publikumswirksam anzukündigen.

Ein Teil des Geldes (19 Mio.) soll in den Ausbau von Radwegen an Landesstraßen fließen. Und jetzt wird es spannend, denn eine dieser Landstraßen verläuft zwischen den Karlsruher Stadtteilen Wolfartsweier und Grünwettersbach.




Bild der Woche

Dammerstock – Karlsruher Stadteil mit gefühlt den meisten Rädern mit Kinderanhänger

Darüber freue ich mich nachmittags immer am meisten – die Fahrt durch Dammerstock. Neben der Alb ist ein großer Spielplatz. Hier tummeln sich nicht nur bei schönem Wetter Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um zu spielen, zu reden, zu faulenzen oder den Vögeln zu lauschen. Die meisten kommen per Rad 🙂




Mit dem Rad zur Arbeit

8002 Kilometer – Tachostand nach einem Jahr

Wenn man bedenkt, dass ich im Dezember / Januar ein paar Wochen mit meinem Crossrad gefahren bin, da ich auf dem Rad die Spikereifen aufgezogen habe, bin ich insgesamt innerhalb des letzten Jahres eigentlich noch viel mehr Kilometer gefahren.