Tag: Fahrradweg

Gute Fahrradinfrastruktur = weniger Fahrradunfälle

Es heißt zwar „traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, aber der Aussage der nachfolgenden Balkengrafik bin ich geneigt Glauben zu schenken.

Eine gute Fahrradinfrastruktur trägt dazu bei, die Unfallzahlen zu senken




Frühlingserwachen

Morgens joggen, nachmittags Radfahren, abends müde und satt, oh wie schön ist datt. So könnte jeder Sonntag sein. Nicht nur uns hat es heute ins Freie getrieben, auch viele andere Menschen haben ihre Räder flott gemacht und sind wir wir abseits viel befahrener Straßen ins Grüne gefahren. Was auffiel – Radfahren scheint bei jungen Leuten nicht angesagt zu sein. Uns begegneten nur „ältere Semester“, d.h. Leute jenseits der 50 und Familien mit kleinen Kindern. Von der Jugend keine Spur. Schade eigentlich, denn sie weiß nicht, was sie verpasst.

Pforzheim-Tour auf Google Earth

Pforzheim-Tour auf Google Earth (zum Vergrößern anklicken)

Unsere heutige Tour hatte eine Streckenlänge von ca. 65 Kilometern. Sie führte von Durlach über Grötzingen, Singen, Königsbach-Stein und Ispringen nach Pforzheim und zurück über Keltern, Elmendingen, Auerbach, Langensteinbach, Grünwettersbach und Hohenwettersbach wieder zurück nach Durlach.

Zwischenstopp in Elmendingen

Zwischenstopp in Elmendingen

Erkenntnis: Die bestens ausgeschilderte Strecke „hinzus und rückzus“ verlief fast nur über Radwege oder landwirtschaftlich genutzte Seitenstraßen.  Das Ziel – Pforzheim – entpuppte sich allerdings als Katastrophe für Radfahrer. Eine desaströse Infrastruktur, kaum Radwege und erst wieder am Ortsausgang eine Beschilderung. Dagegen geht es uns in Karlsruhe wirklich gold.




Grüne Welle für Radfahrer

Abgesehen mal von rücksichtslosen Autofahrern, träumenden Fußgängern und Hunden an langen Schleppleinen nervt uns Radfahrer in der Stadt doch eigentlich nichts mehr, als alle paar Hundert Meter bei Rot anhalten zu müssen. Siemens hat eine Smart­phone-App entwickelt, die diesem Übel ein Ende setzten könnte. SiBike heißt die App und sie verspricht den Nutzern auf ausgewählten Strecken eine grüne Welle.

Diese Technik wird schon von Bussen genutzt

so Projektleiter Michael Düsterwald in München. Wo ist der Haken? Bei Radfahrern klappt das nicht mit jeder Ampel. Städte und Gemeinden müssen die Signalanlagen erst so einrichten, dass diese mit der App auch  kommunizieren können, und marktreif ist die App leider auch noch nicht.

Grundsätzlich funktioniert die App folgendermaßen:  Rund 60 Meter vor einer Ampel gibt es einen sogenannten virtuellen Anmelder. Nähert sich ein Fahrradfahrer mit der aktivierten App, nimmt sein Smartphone Kontakt mit der Verkehrsleitzentrale auf. Diese erkennt über GPS den Standort und sendet den Befehl an die Ampel, die Grünphase um einige Sekunden zu verlängern. Stimmen muss aber das Tempo des Radfahrers. Wer eine „Grüne Welle“ will, muss eine bestimmte Ge­schwin­dig­keit einhalten. In der Regel sind das etwa 18 bis 20 km/h. Das finde ich zwar etwas wenig, aber der Durchschnittsradfahrer fährt anscheinend langsamer als ich und wie heißt es so schon „Eile mit Weile“.

Autofahrer müssen nur unmerklich länger warten, denn die Grünphase wird nur einmal verlängert. Damit wirkt sich die Grüne Welle für Radfahrer nicht wirklich negativ auf die Autofahrer aus und wird damit hoffähig.

Noch gibt es diese App nicht, sie ist noch in der Testphase, u.a. in der Studentenstadt Bamberg.

Wir haben knapp 13 000 Studierende, da ist es ganz klar, dass die in ganz hohem Maße mit dem Rad unterwegs sind.
Man ist in der Innenstadt deutlich schneller als mit dem Auto.

Das trifft auf Karlsruhe auch zu – zig Tausend Studenten und man ist mt dem Rad in der Innenstadt deutlich schneller unterwegs als mit dem Auto. Ich studiere zwar nicht mehr, aber ich probiere diese App gerne für euch aus.




Mobilitätsportal Karlsruhe

Vor ein paar Tagen habe ich ja über die nicht gestreuten Radwege in Richtung Bergdörfer lamentiert. Mittlerweile habe ich in der Sueddeutschen Zeitung in einem anderen Zusammenhang leider auch folgenden Satz lesen müssen:

Radwege zählen zu den sogenannten nicht priorisierten Verkehrsflächen. Für diese schreibt die Rechtsprechung ein Räumintervall von maximal sechs Stunden vor




Man muss auch mal loben können

Wir Blogger rund ums Thema Radfahren sind in der Regel recht kritikfreudig, um nicht zu sagen wir meckern gern. Wir weisen gebetsmühlenartig auf die unzureichende Infrastruktur für Radfahrer hin, beklagen Missstände (z.B. fehlende, verschmutzte, nicht gestreute oder vom Laub befreite Radwege, mangelnde Abstellplätze, keine „grüne Welle“) und stellen Wunschkataloge auf. Über Positives berichten wir zwar auch, aber meist im Zusammenhang mit Städten wir Kopenhagen, Amsterdam, Münster oder London.




Schutzstreifen – Nomen est Omen?

Schutzstreifen suggerieren Schutz, führen aber weder zu geringeren Unfallzahlen noch schützen sie uns Radfahrer wirklich.

Schutzstreifen schützen nicht wirklich

Schutzstreifen für Radfahrer

Schutzstreifen, wie der auf dem obigen Bild, verleiten viele Autofahrer dazu, Radfahrer mit einem viel zu geringen Seitenabstand zu überholen. Eigentlich dürfen Kraftfahrzeuge die Markierung nur dann überfahren, wenn wir Radfahrer dadurch nicht beeinträchtigt und schon gar nicht gefährdet werden. Oben lauern sogar zwei Gefahren – vom fließenden Verkehr links und von den parkenden Fahrzeugen rechts. Wenn da ein Fahrer oder Mitfahrer ohne nach hinten zu schauen die Tür öffnet, hat man als Radfahrer keine Chance auszuweichen. Da bleibt dann nur die Wahl zwischen Pest und Cholera. Instinktiv würde ich in so einem Fall nach links ausweichen und das wäre fatal.




Routenplaner für eure Stadt

Viele Menschen meinen, mit dem Auto wären sie schneller als mit dem Rad. Das mag außerhalb geschlossener Ortschaften zwar zutreffen, aber nicht im innerstädtischen Verkehr. Denkt nur mal daran, wie lange ihr im Weihnachtstrubel gebraucht habt, um in die Innenstadt zu gelangen. Und wie viel Zeit habt ihr dann damit verbracht, einen Parkplatz zu finden?

Bike Citizens, ein Unternehmen aus Österreich, hat sich auf Radroutenplaner spezialisiert und schon mehr als 300 Städte im Programm: Die neueste Entwicklung „5 Minutes by Bike“ ermittelt wie weit man mit dem Rad in fünf Minuten kommt bzw. wie lange man für eine bestimmte Strecke braucht.

5 Minutes by Bike basiert auf Daten der frei zugänglichen Open Street Map. Unter Anwendung des Algorithmus des Radroutenplaners wird die Routendarstellung aber nicht auf den Weg, sondern auf die Fahrzeit ausgerichtet. Damit werden alle Strecken berücksichtigt, die mit einem bestimmten Zeit- / Kraftaufwand gefahren werden können. Kreuzungen und Steigungen werden dabei ebenso berücksichtigt wie beispielsweise Verzögerungen durch das Warten beim Linksabbiegen.

5 Minutes by Bike heißt natürlich nicht, dass nur 5-minütige Wegstrecken angezeigt werden. Jeder beliebige Ort in der Karte kann als Ausgangspunkt gewählt werden. Auch für 10, 20 oder 30 Minuten Fahrzeit und für unterschiedliche Fahrgeschwindigkeiten (gemütlich, normal, schnell) wird die Fahrrad-Reichweite angezeigt.

Derzeit sind 71 deutsche Städte in 5 Minutes by Bike integriert. Vielleicht ist ja auch eure Stadt dabei. Probiert es doch einfach mal aus.

 




Radfahrstreifen vs. Schutzstreifen

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem Radfahrstreifen und einem Schutzstreifen? Die meisten Menschen wissen wahrscheinlich gar nicht, dass es so etwas wie einen Schutzstreifen überhaupt gibt. Die Unterscheidung ist simpel: Radfahrstreifen sind durch einen ca. 25 cm breiten durchgezogenen weißen Streifen deutlich von der Fahrbahn abgetrennt, während die Markierung für den Schutzstreifen gestrichelt und nur etwa 12 cm breit ist. Nicht nur die gestrichelte Linie ist schmäler, auch der für uns Radfahrer zur Verfügung stehende Raum selbst. Insbesondere im Feierabendverkehr wünsche ich mir dann die 2-Meter Regel, die für Radfahrer in den Wäldern Baden-Württembergs gilt. Dann würde ich mich bestimmt gleich viel sicherer fühlen.

Schutzstreifen

Schutzstreifen

Der Schutzstreifen suggeriert zwar Sicherheit, damit ist es aber nicht weit her. Diese schmerzliche Erfahrung durfte ich ja bereits vor ein paar Monaten selbst machen. Autos dürfen die gestrichelte Linie nämlich in Ausnahmefällen überfahren. Sie dürfen auf einem Schutzstreifen zum Be- und Entladen sogar halten. Dann heißt es für uns Radfahrer nach links auf die Fahrbahn ausweichen. Parken ist allerdings auch auf Schutzstreifen nicht erlaubt. Aber wo kein Richter ist, ist auch kein Henker. Die Polizei kann unmöglich überall in der Stadt kontrollieren, wie lange ein Fahrzeug bereits auf einem Schutzstreifen steht.

Die breiteren Radfahrstreifen sind durch Schilder und blaue Piktogramme gekennzeichnet. Auf ihnen darf weder gehalten noch geparkt werden. Daran halten sich aber nicht alle PKW-Fahrer. Beispiele dafür gibt es zuhauf (z.B. auf Twitter bei #thingsonbikelanes). Aber jeder Radfahrer kann davon ein Lied singen.




Hoffentlich ist bald schlechtes Wetter!

Wer hätte gedacht, dass ich mal das Ende des Altweibersommers herbeisehnen würde. Aber das war ja am Wochenende nicht mehr zum Aushalten. In Scharen hat es die Menschen nach draußen getrieben. Überall Jogger, Radfahrer, Spaziergänger und frei laufende Hunde. Man hätte im Oberwald, rund ums Schloss, in der Günther-Klotz-Anlage und am Rhein Schilder aufstellen können mit dem Hinweis „Wegen Überfüllung geschlossen“. Kein Durchkommen auf den gemeinsam genutzten Fuß-/Radwegen.

Viele sportbegeisterte Menschen sind an sich ja eigentlich kein Problem, aber wenn sie scheinbar taub und zu mehreren nebeneinander wie Eichen im Weg stehen, dann macht Rad fahren einfach keinen Spaß mehr.

Am besten war ein junger Bursche, der freihändig mit Stöpseln im Ohr vor mir her schlich. Als ich zum Überholen ansetzte, machte er plötzlich einen Schlenker nach links um Abzubiegen. Nur eine Vollbremsung hat einen Zusammenstoß verhindert. Statt sich zu entschuldigen, kam nur „Ay, kannst du nicht klingeln, wenn du überholen willst.“ Hallo, geht’s noch. Wie wär’s denn mal mit dem berühmten Schulterblick vor dem Abbiegen. Wenn ich mit dem Auto überhole, hupe ich ja auch nicht. Mal abgesehen davon, dass der Typ mein Klingeln wegen der Kopfhörer wohl kaum registriert hätte.

Aber auch die längste Schön-Wetter-Periode ist mal zu Ende. Nichts ist so wirksam wie ein paar Regentropfen oder kalte Temperaturen, um die Radwege wieder frei zu machen. Typische „Sonntagsfahrer“, die meinen sie hätten die Wege für sich allein gepachtet, zieht es bei schlechtem Wetter Gott sei Dank nicht ins Freie.




Komoot 7.0

Komoot hat seinen Fahrrad- Wandertourenplaner komplett überarbeitet. Was bietet Komoot 7.0, was die Vorgängerversionen noch nicht hatten?

Komoot Tourenplaner (Bild: Komoot)

Komoot Tourenplaner (Bild: Komoot)

  • Eine neu gestaltete Benutzeroberfläche
  • Zwischenziele und Wegepunkte können auf einem Bildschirm erstellt werden.
  • Das hin- und herspringen zwischen einzelnen Bildschirmen entfällt.
  • Das Planen von Touren mit GPX-Dateien
  • Eine interaktive Outdoorkarte, die Fotos und Empfehlungen anderer Radfahrer auf der Strecke anzeigt.

Die neue interaktive Karte wurde speziell für Navi-Liebhaber entwickelt. Eine neue Radtour zu planen ist damit superleicht: Einfach in die Karte tippen und dann durch die Highlight-Empfehlungen unten auf dem Bildschirm wischen. Da kann man sich einzelne Fotos, Tipps und Bewertungen anschauen, um herauszufinden, ob ein Highlight interessant ist oder nicht. Ihr könnt eure Tour direkt in der Kartenansicht planen und die besten Orte für zukünftige Entdeckungstouren abspeichern. Das alles geht dank der Karten-Technologie von Komoot blitzschnell.

Komoot 7.0 kann kostenlos aufs Smartphone (iPhone und Android) geladen werden. Geld verdient Komoot übrigens mit dem Verkauf von sogenannten Regionen-Paketen.