Schlagwort: Fahrradstraße

Nur mal kurz …

… zum Bäcker, zur Reinigung, zur Bank, den Warnblinker ausprobieren oder mit schlechtem Beispiel vorangehen. Ausreden gibt es immer. Seit wir in Karlsruhe diese wunderschön breiten und durch einen fetten Strich von der Fahrbahn abgetrennten Radwege haben, parkt es sich darauf viel besser als früher.

Nehmen wir einen typischen Samstagmorgen in der Karlstraße. Alle paar Meter steht ein Fahrzeug widerrechtlich geparkt auf dem breiten Radweg. Die Karlstraße steht stellvertretend für viele in Karlsruhe. Die Stadtväter bauen neue Radwege, Schutzstreifen und Fahrradstraßen. Doch als Radfahrer muss man Slalom fahren. Das Ordnungsamt könnte sich eine goldene Nase verdienen. Aber entweder fehlt der Wille, hier durchzugreifen oder das Personal oder beides.

Nur mal kurz im Weg stehen

 




Kleiner Strich, große Wirkung

Satzzeichen sind wichtig, ja man könnte sogar sagen lebenswichtig. Sätze wie Wir grillen, Oma bzw. Wir grillen Oma zeigen das überdeutlich. Dass auch Bindestriche oder besser gesagt fehlende Bindestriche die Botschaft eines Verkehrsschildes total verändern können, wurde mir heute Nachmittag schmerzlich bewusst.
Ich hatte eine Radtour nach Rotenburg / Wümme unternommen. Da ich schon lange nicht mehr dort gewesen war, wollte ich mal schauen, wie sich die niedersächsische Kleinstadt so gemausert hat. Mein erster Weg führte mich zu meiner ehemaligen Schule. Schon von weitem sah ich, dass man die Straße, die direkt an der Schule vorbeiführt, in eine Fahrradstraße umgewandelt hatte.

Kleines Zeichen, große Wirkung (Original und Wunschvorstellung)

Man liest ja bekanntlich nur, was man lesen will. Ich las „KFZ-frei“ und dachte „endlich mal eine Fahrradstraße, die den Namen auch verdient“.

Keine Autos = keine Elterntaxis vor der Schule = mehr Verkehrssicherheit.

Die Freude hielt allerdings nicht lange. Für „KFZ-frei“ parkten entlang der Straße einfach zu viele Autos. Sonderregelung für Lehrer? So lauffaul sind die eigentlich nicht. Erst jetzt fiel mir auf, dass ich nicht richtig gelesen hatte. Typischer Fall von Wunschdenken! Am liebsten hätte ich einen Edding genommen und den fehlenden Bindestrich hinzugefügt, so wie im Bild oben rechts.

 




Rad-Rowdys

In der gestrigen BNN Ausgabe gab es einen Leserbrief zum Thema Radfahren in der Sophienstraße in Karlsruhe:

Radfahrer = Landplage?

Ich stimme dem Verfasser des Leserbriefes insofern zu, dass auch ich es hasse, wenn sich Radfahrer nicht an die Verkehrsregeln halten, so als stünden sie über dem Gesetz, nur weil sie per Rad und nicht mit dem Auto unterwegs sind. Es gibt diese Rad-Rowdys, wie er sie nennt, und sie ruinieren den Ruf aller Radfahrer.

Aber angesichts der steigenden Zahl von Radfahrern auf Karlsruher Straßen von einer „Landplage“ zu reden, halte ich nun doch für etwas übertrieben und am Thema vorbei. Nehmen wir den Ort des Geschehens, die Sophienstraße. Sie ist eine der vielen Fahrradstraßen der Stadt Karlsruhe. Wie die meisten Fahrradstraßen in unserer Stadt ist sie zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

  1. Die winzigen grünen Fahrradpiktogramme auf der Straße sind verblichen und weder für Radfahrer noch für Autofahrer gut erkennbar.
  2. Bis auf eine einzige Ausnahme (ca. 30 Meter langes Teilstück der Erbprinzenstraße) ist auf allen Fahrradstraßen PKW Verkehr zugelassen, so dass es mir schwer fällt überhaupt einen Unterschied zwischen unseren „Fahrradstraßen“ und „normalen“ Straßen zu erkennen.

Die Sophienstraße ist extrem. Auf beiden Seiten parken Autos und dazu kommt die von Herrn Fehrle genannte Rechts-vor-Links-Regelung. Damit will ich jetzt nicht das verkehrswidrige Verhalten von wem auch immer entschuldigen, aber die Situation wäre dort viel entspannter und übersichtlicher, wenn man die Sophienstraße gleich zur Vorfahrtsstraße erklären würde. Noch besser wäre, wenn man – abgesehen von Anliegern – überhaupt keine Autos mehr auf Fahrradstraßen zuließe. Dann könnte man wirklich von Fahrradstraßen reden.

 




Fahrradstraße

Eine Fahrradstraße stelle ich mir eigentlich anders vor! Auf dem Weg zur #PulseofEurope Demo auf dem Platz der Grundrechte habe ich letzten Sonntag eine der meist befahrenen Fahrradstraßen unserer Stadt gekreuzt und musste mich angesichts der vielen parkenden PKW echt fragen wieso das überhaupt eine Fahrradstraße ist. Werktags muss man als Radfahrer aufpassen, dass einem keine Fußgänger vors Rad stolpern und sonntags scheint die Erbprinzenstraße ein Gemeimtipp für Parkplatz suchende Autofahrer zu sein.




Critical Mass im Juni

Es ist letzter Freitag des Monats, d.h. Critical Mass Tag in vielen Städten dieser Welt. Wir Karlsruher treffen uns um 18 Uhr auf dem Kronenplatz zu einer gemütlichen Fahrradtour durch die Stadt:

Streckenverlauf CM Karlsruhe im Juni 2016

Streckenverlauf CM Karlsruhe im Juni 2016

Die Strecke ist ca. 14 Kilometer lang und hat vieles zu bieten, was wir in unserem Fahrradalltag so erleben:

  • Baustellen
  • Straßenbahnschienen sowie Straßenbahnen, die immer Vorfahrt zu haben scheinen
  • unübersichtliche Kreuzungen
  • Fahrradstraßen mit so viel PKW Verkehr, dass man sie nicht mehr als Fahrradstraßen erkennt
  • Radwege, die – wenn wir Glück haben – mal nicht zugeparkt sind

Da die CM als Versammlung angemeldet wurde, werden wir wieder durch eine motorisierte Polizeistaffel begleitet. Die Karlsruher Polizei fährt zwar auch per Pedelec Streife, aber wir kommen leider nicht in den Genuss ihres Anblicks. Wahrscheinlich ist ihr Akku leer oder es ist zu warm, zu schwül, zu gewittrig, …

Hoffen wir, dass das Wetter hält und die angekündigten Gewitter uns erst am späten Abend ein wenig Abkühlung verschaffen.




Bahnhofstraße = Fahrradstraße

Karlsruhe hat eine weitere Fahrradstraße: Die Bahnhofstraße ist vom Bahnhof bis zur Beiertheimer Allee jetzt höchst offiziell eine Fahrradstraße. Autos sind hier nur geduldet und dürfen nicht schneller als 30 km/h fahren. Anders als die gestückelte Fahrradstraße vom ECE Richtung Ludwigsplatz (Erbprinzenstraße) hat man hier wirklich das Gefühl als Radfahrer bevorrechtigt zu sein, wenn da nicht die vielen Autofahrer wären, die meinen sie könnten sonntags auch auf der Fahrbahn parken, um schneller zum Zoo zu kommen.

Bahnhofstraße = Fahrradstraße

Bahnhofstraße = Fahrradstraße




Fahrradstraßen

Fahrradstraßen sollen die Attraktivität des Rades als Verkehrsmittel steigern und mehr Menschen dazu bewegen, vom Auto aufs Rad als Hauptverkehrsmittel umzusteigen. Auch Karlsruhe hat solche Fahrradstraßen. Die Sophienstraße zwischen Herder- und Scheffelstraße sowie die Hagsfelder Allee zwischen Kloster- und Hirtenweg haben es verdient, Fahrradstraße genannt zu werden. Aber der ca. 150 Meter lange Streckenabschnitt der Erbprinzenstraße vom ECE Richtung Europaplatz ähnelt während der Rush Hour eher einer Fußgängerzone. Die Fotos unten habe ich an einem Samstagmorgen vor 10.00 Uhr aufgenommen. Da war natürlich dort noch nichts los.

Fahrradstraßen sind noch relativ neu. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass es solche Straßen überhaupt gibt und was man darf und was nicht:

  • Fahrradstraßen dürfen andere Fahrzeugführer als Radfahrer nur benutzen, wenn dies durch ein Zusatzschild erlaubt ist.
  • Alle Fahrzeuge dürfen nur mit mäßiger Geschwindigkeit fahren.
  • Radfahrer dürfen auch nebeneinander fahren.

Auf dem kurzen Teilstück zwischen ECE-Center und Herrenstraße dürfen nur Radfahrer fahren. PKWs haben hier nichts zu suchen. Das ist für viele Karlsruher noch gewöhnungsbedürftig, denn der Macht der Gewohnheit folgend verirren sich immer wieder mal Autofahrer auf diesen Straßenabschnitt.

Fahrradstraße beim ECE – Autos müssen draußen bleiben

Zwischen Herren- und Waldstraße dürfen auch PKWs fahren. Allerdings nur mit max. 30 km/h.

Fahrradstraße – hier sind PKWs erlaubt

Tausende von Menschen zieht es tagtäglich in die größte Shopping-Mall Karlsruhes, sei es um günstig zu parken oder um dort einzukaufen. Die meisten Besucher des ECE-Centers kaufen aber auch in den umliegenden Geschäften der Stadt ein. Um dort hinzugelangen, benutzen oder queren sie die viel befahrene Fahrradstraße. Da die Radfahrer lautlos herannahen, kommt es immer wieder zu Beinahe-Zusammenstößen, da die wenigsten Besucher des ECE-Centers sich umschauen, wenn sie die Straße queren.

Das macht diese Fahrradstraße eigentlich zur Farce. Was nützt es, wenn ich als Radfahrer hier offiziell freie Fahrt habe und zu mehreren nebeneinander fahren darf, wenn das aufgrund der vielen Fußgänger an manchen Tagen gar nicht möglich ist.

Dass die Erbprinzenstraße aber trotzdem eine von Radfahrern vielbefahrene Straße ist, zeigt die neben dem ECE aufgestellte Zählstation:

Fahrradzähler beim ECE Karlsruhe

Das Jahr ist noch jung und fast 1 Millionen Radfahrer haben diese Station bereits passiert.