Schlagwort: Fahrradabstellplatz

Bahnhof – abfahren

So stellen wir Radfahrer uns das vor, wenn wir mit unserem fahrbaren Untersatz am HBF ankommen und dann mit dem Zug weiterfahren wollen – Fahrrad abstellen und abfahren. Das muss zack-zack gehen.
Wenn man am Karlsruher Hauptbahnhof ankommt, stellt sich das Bild so dar. Direkt vor und links und rechts neben dem Haupteingang stehen oder liegen jede Menge Räder kunterbunt durcheinander. Manche stehen dort anscheinend schon Tage oder Wochen, wenn ich mal von ihrem desolaten Zustand ausgehe.




Broken Window Theorie

Die Broken Window Theorie scheint nicht nur für Gebäude und PKW zu gelten, sondern auch für Fahrräder. Seit ein paar Wochen fahre ich morgens an diesem Rad vorbei. Es „steht“ an einem von RadKULTUR Baden-Württemberg gesponserten Fahrradabstellplatz und ist mit einem billigen Fahrradschloss angeschlossen.

Defekt, ohne Hinterrad aber angeschlossen

Ein paar Tage stand es aufrecht da, dann hat jemand es umgekippt.




Karlsruher sind Radfahrer

Letztes Wochenende war DAS FEST in Karlsruhe. Drei Tage Musik, Unterhaltung, Information, Animation und Mitmach-Aktionen für Jung und Alt. Die Macher der Veranstaltung haben sich wieder mal übertroffen.

Für uns Radfahrer gab es gleich mehrere überwachte Fahrradabstellplätze. Der größte und meistbesuchte war der an der Europahalle.

Man musste sich da den Standort seines Rades schon gut gemerkt haben, denn in Anlehnung an den Spruch „Nachts sind alle Katzen grau“ waren auf dem FEST alle Sättel blau. Da ist dem einen oder anderen Besucher bestimmt schon mal vor Schreck das Herz in die Hose gefallen, als er sein Rad mit dem schönen schwarzen Brooks Sattel gesucht und erst mit Mühe gefunden hat.

Von den Abstellplätzen musste man zwischen 20 bis 50 Meter zu den jeweiligen Eingängen gehen. Der Karlsruher ist ja eher ökonomisch eingestellt. Bloß keinen Schritt zuviel gehen, schon gar nicht bei den Temperaturen. Also standen direkt vor den Eingängen auch jede Menge Räder. Es gab kaum einen Baum, Zaun, Pfosten oder eine Straßenlaterne, die nicht von Rädern umstellt waren.

Man stelle sich mal vor, all diese Besucher wären mit dem Auto angereist.

 




Parkplatznot – wohin mit den Fahrrädern

Gestern war ich in der Stadt, um das Packster 40 von Riese und Müller zu bestellen. Der Händler und ich sind uns zwar noch nicht handelseinig geworden – die Erstinspektion und ein kleiner Preisnachlass gehören für mich bei Rädern in dieser Preislage einfach dazu, er hatte dazu eine andere Meinung – aber nächste Woche werde ich das Lastenrad kaufen, falls nötig eben bei einem anderen Vertragshändler. Es wird also Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, wo ich das Packster 40 in der Stadt überhaupt sicher abstellen kann.

Wir haben in Karlsruhe zwar eine Reihe von Abstellmöglichkeiten in der Stadtmitte – z.B rund ums ECE, in der Erbprinzenstraße, am Ludwigsplatz oder am Europaplatz – aber die platzen mittlerweile aus allen Nähten.

Die Suche nach einem sicheren Plätzchen gestaltet sich oft schwierig. Wer in der Innenstadt von Karlsruhe sein Rad anschließen möchte, hat schlechte Karten, weil meist alle Bügel – so denn überhaupt welche vorhanden sind – besetzt sind.




Jammern auf hohem Niveau

Jammern wir in Karlsruhe auf hohem Niveau, wenn wir auf schlechte oder fehlende Infrastruktur für Radfahrer, Laub auf Radwegen oder gefährliche Kreuzungen hinweisen?

Jammern auf hohem Niveau?

Dies war u.a. auch Thema auf der jüngsten Critical Mass. Eine Passantin sprach mich auf dem Kronenplatz an und fragte, was denn die vielen Radfahrer dort machen würden. Ich erklärte ihr kurz die Ziele der Critical Mass Bewegung, worauf sie entgegnete, dass wir in Karlsruhe da wohl eher auf hohem Niveau jammern würden. Als Fußgängerin fühle sie sich eher von Radfahrern gefährdet und bedrängt. Viele Karlsruher Radfahrer meinten, sie stünden über dem Gesetz, nur weil sie auf zwei statt auf vier Rädern unterwegs sind.




Überdachte Fahrradabstellplätze

Ich war ein paar Tage am Ammersee. Primär um alte Bekannte zu besuchen und einen runden Geburtstag zu feiern, aber auch um zum Wandern.

Aber selbst wenn ich nicht mit dem Rad unterwegs bin, stechen mir solche Fahrradabstellplätze sofort ins Auge. Alles irgendwie aufgeräumt, trocken und sicher.

Fahrradabstellplatz Bahnhof Herrsching am Ammersee

Herrsching ist natürlich nicht Karlsruhe, aber wenn ich so einen Abstellplatz sehe (daneben steht übrigens noch ein weiterer) und mir dann vor Augen führe, wie es auf dem Vorplatz des Karlsruher Bahnhofs aussieht, …

dann denke ich, dass wir in Karlsruhe noch das eine oder andere von kleinen Kommunen lernen können.

 




Fahrradinfrastruktur

Hier zwei positive Beispiele in Sachen Fahrradinfrastruktur in Karlsruhe. Beide Fahrradabstellplätze befinden sich an der Siemensallee, sind sponsored by RadKULTUR Baden-Württemberg und liegen direkt an einer Straßenbahnhaltestelle. Dieser Abstellplatz hier wird immer deutlich mehr genutzt, als der andere an der Ecke zur Neureuter Straße.

Überdachter Fahrradabstellplatz in der Siemensallee




Fahrradabstellplatz

Ist das Kunst oder ein Fahrradabstellplatz? Wohl eher letzteres, wenn auch zum Zeitpunkt der Aufnahme ungenutzt. Bei dem Regen waren auch nur wenige Radfahrer unterwegs. Und die Wenigen, die trotz der widrigen Witterungsbedingungen mit dem Rad unterwegs waren, haben es vorgezogen, ihr Rad ein paar Meter weiter unter der Überdachung direkt am Eingang des Kaufhauses abzustellen.

Auch dieser Abstellanlage täte ein Dach gut.

Fahrradabstellplatz vor einem norddeutschen Kaufhaus




Fahrradbügel soweit das Auge reicht

Vorbildlicher Fahrradabstellplatz zwischen Gottesauer Schloss und Otto-Dullenkopf-Park neben dem Radweg zum Schlachthofgelände:

Von so einer Abstellanlage an ihrer Schule können die meisten Schüler in Karlsruhe allerdings nur träumen




Umfrage zum Thema Radparken

Was das Abstellen meiner Fahrräder zuhause bzw. an der Arbeitsstelle anbetrifft, geht es mir gold. Daheim stehen die Räder im Flur der Einliegerwohnung und bei der Arbeit im Lager direkt unter dem Bürotrakt. Das heißt meine Räder sind vor Diebstahl und Vandalismus geschützt und stehen noch dazu immer im Trockenen. Ich bin aber sicherlich eine Ausnahme. Nicht jeder hat eine Einliegerwohnung, einen Keller oder eine Garage daheim, wo er das Rad abstellen kann und nicht jeder hat die Möglichkeit, sein Fahrrad in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz abzustellen.

Jochen Erdelmeier, Student der Uni Bonn, möchte an Hand einer Online-Umfrage herausfinden, wie die Situation in puncto Fahrradparken auf der Fahrt zur Arbeit / Hochschule / Ausbildungsstätte / Schule in Deutschland eigentlich aussieht. Mit eurer Teilnahme an dieser Umfrage tragt ihr dazu bei, dass Fahrrad-Abstellanlagen besser an die Anforderungen von uns Radfahrern angepasst werden können. Ihr könnt übrigens auch teilnehmen, wenn ihr nie oder nur selten Fahrrad fahrt, jede Meinung interessiert. Die Umfrage wird im Rahmen einer Masterarbeit am Geographischen Institut der Universität Bonn durchgeführt. Sie dauert im Schnitt weniger als 5 Minuten.

Mich würde eine schlechte oder nicht vorhandene Abstellanlage zwar nicht davon abhalten, mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren, aber ich würde bestimmt nicht mein teures Reiserad von Rennstahl wählen, wenn ich wüsste, dass ich es in der Stadt oder am Arbeitsplatz nicht sicher an- und abschließen kann, sondern den ältesten Stößer, den wir daheim haben. Aber für Leute, die selten mit dem Rad unterwegs sind, ist das Vorhandensein von sicheren Abstellanlagen vielleicht entscheidend für die Wahl des fahrbaren Untersatzes. Ich vermute, dass noch mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen würden, wenn sie wüssten, dass sie am Arbeitsplatz, in der Stadt, an der Bushaltestelle oder dem Bahnhof sichere Abstellanlagen vorfinden werden.