Schlagwort: Fahrradabstellplatz

Jammern auf hohem Niveau

Jammern wir in Karlsruhe auf hohem Niveau, wenn wir auf schlechte oder fehlende Infrastruktur für Radfahrer, Laub auf Radwegen oder gefährliche Kreuzungen hinweisen?

Jammern auf hohem Niveau?

Dies war u.a. auch Thema auf der jüngsten Critical Mass. Eine Passantin sprach mich auf dem Kronenplatz an und fragte, was denn die vielen Radfahrer dort machen würden. Ich erklärte ihr kurz die Ziele der Critical Mass Bewegung, worauf sie entgegnete, dass wir in Karlsruhe da wohl eher auf hohem Niveau jammern würden. Als Fußgängerin fühle sie sich eher von Radfahrern gefährdet und bedrängt. Viele Karlsruher Radfahrer meinten, sie stünden über dem Gesetz, nur weil sie auf zwei statt auf vier Rädern unterwegs sind.




Fahrradabstellplätze

Ich war ein paar Tage am Ammersee. Primär um alte Bekannte zu besuchen und einen runden Geburtstag zu feiern, aber auch um zum Wandern.

Aber selbst wenn ich nicht mit dem Rad unterwegs bin, stechen mir solche Fahrradabstellplätze sofort ins Auge. Alles irgendwie aufgeräumt, trocken und sicher.

Fahrradabstellplatz Bahnhof Herrsching am Ammersee

Herrsching ist natürlich nicht Karlsruhe, aber wenn ich so einen Abstellplatz sehe (daneben steht übrigens noch ein weiterer) und mir dann vor Augen führe, wie es auf dem Vorplatz des Karlsruher Bahnhofs aussieht, …

dann denke ich, dass wir in Karlsruhe noch das eine oder andere von kleinen Kommunen lernen können.

 




Fahrradinfrastruktur

Hier zwei positive Beispiele in Sachen Fahrradinfrastruktur in Karlsruhe. Beide Fahrradabstellplätze befinden sich an der Siemensallee, sind sponsored by RadKULTUR Baden-Württemberg und liegen direkt an einer Straßenbahnhaltestelle. Dieser Abstellplatz hier wird immer deutlich mehr genutzt, als der andere an der Ecke zur Neureuter Straße.

Überdachter Fahrradabstellplatz in der Siemensallee




Fahrradabstellplatz

Ist das Kunst oder ein Fahrradabstellplatz? Wohl eher letzteres, wenn auch zum Zeitpunkt der Aufnahme ungenutzt. Bei dem Regen waren auch nur wenige Radfahrer unterwegs. Und die Wenigen, die trotz der widrigen Witterungsbedingungen mit dem Rad unterwegs waren, haben es vorgezogen, ihr Rad ein paar Meter weiter unter der Überdachung direkt am Eingang des Kaufhauses abzustellen.

Auch dieser Abstellanlage täte ein Dach gut.

Fahrradabstellplatz vor einem norddeutschen Kaufhaus




Bild der Woche

Vorbildlicher Fahrradabstellplatz zwischen Gottesauer Schloss und Otto-Dullenkopf-Park neben dem Radweg zum Schlachthofgelände:

Von so einer Abstellanlage an ihrer Schule können die meisten Schüler in Karlsruhe allerdings nur träumen




Umfrage zum Thema Radparken

Was das Abstellen meiner Fahrräder zuhause bzw. an der Arbeitsstelle anbetrifft, geht es mir gold. Daheim stehen die Räder im Flur der Einliegerwohnung und bei der Arbeit im Lager direkt unter dem Bürotrakt. Das heißt meine Räder sind vor Diebstahl und Vandalismus geschützt und stehen noch dazu immer im Trockenen. Ich bin aber sicherlich eine Ausnahme. Nicht jeder hat eine Einliegerwohnung, einen Keller oder eine Garage daheim, wo er das Rad abstellen kann und nicht jeder hat die Möglichkeit, sein Fahrrad in unmittelbarer Nähe zum Arbeitsplatz abzustellen.

Jochen Erdelmeier, Student der Uni Bonn, möchte an Hand einer Online-Umfrage herausfinden, wie die Situation in puncto Fahrradparken auf der Fahrt zur Arbeit / Hochschule / Ausbildungsstätte / Schule in Deutschland eigentlich aussieht. Mit eurer Teilnahme an dieser Umfrage tragt ihr dazu bei, dass Fahrrad-Abstellanlagen besser an die Anforderungen von uns Radfahrern angepasst werden können. Ihr könnt übrigens auch teilnehmen, wenn ihr nie oder nur selten Fahrrad fahrt, jede Meinung interessiert. Die Umfrage wird im Rahmen einer Masterarbeit am Geographischen Institut der Universität Bonn durchgeführt. Sie dauert im Schnitt weniger als 5 Minuten.

Mich würde eine schlechte oder nicht vorhandene Abstellanlage zwar nicht davon abhalten, mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren, aber ich würde bestimmt nicht mein teures Reiserad von Rennstahl wählen, wenn ich wüsste, dass ich es in der Stadt oder am Arbeitsplatz nicht sicher an- und abschließen kann, sondern den ältesten Stößer, den wir daheim haben. Aber für Leute, die selten mit dem Rad unterwegs sind, ist das Vorhandensein von sicheren Abstellanlagen vielleicht entscheidend für die Wahl des fahrbaren Untersatzes. Ich vermute, dass noch mehr Menschen vom Auto aufs Rad umsteigen würden, wenn sie wüssten, dass sie am Arbeitsplatz, in der Stadt, an der Bushaltestelle oder dem Bahnhof sichere Abstellanlagen vorfinden werden.




Felgenkiller vs. Anlehnbügel

Es tut sich was in puncto Fahrradständer. Aldi Süd ist dabei, seine „Felgenkiller“, an die man maximal ein Laufrad anschließen kann, …

Felgenkiller




Radlerforum Karlsruhe

Ich wohne seit knapp 30 Jahren in Karlsruhe und das Rad ist mein Hauptfortbewegungsmittel, aber ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich das Radlerforum Karlsruhe bis vor kurzem gar nicht kannte. Bei einem unserer letzten CM Treffen (einmal im Monat treffen sich Anhänger/Mitfahrer der Critical Mass Bewegung in Karlsruhe zu einem Meinungsaustausch) wurde das Radlerforum thematisiert. Ein Teilnehmer der Runde hatte vorgebracht, ob wir nicht Vertreter der einzelnen Parteien oder Honoratioren der Stadt mit ins Boot holen sollten, um die Critical Mass bekannter und hoffähiger zu machen. Kommentar einer anderen Teilnehmerin, die bereits versucht hatte, solche Kontakte herzustellen:

Die Critical Mass in Karlsruhe ist denen nicht politisch genug. Macht euch mal Gedanken, was ihr überhaupt wollt. Was sind eure persönlichen Ziele. Hier ein Flyer vom Radlerforum und ein Ausdruck des 20-Punkte-Programms der Stadt zur Förderung des Radverkehrs.

Jeder griff sich einen Flyer und blätterte ihn durch. Ein verächtliches Schnauben ertönte zu meiner Linken. Ein Seniorenrat sei Teil dieses Radlerforums, dann könne das ja wohl nichts sein, denn was wissen die schon vom Radfahren. Ich bin zwar noch kein Senior, fühle mich jedenfalls nicht so, auch wenn ich in den Augen eines 20-Jährigen mein „Best before date“ wahrscheinlich schon lange überschritten habe. Aber ich merkte, wie mir der Kamm schwoll.




Bike and Ride in den Bergdörfern

Immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad, um damit zur Arbeit zu fahren. Aber nicht jeder hat wie ich Lust täglich mehr als 16 Kilometer für eine Strecke mit dem Rad zurückzulegen. Das Fahrrad ist in diesem Fall eine gute Möglichkeit, eine sinnvolle Vernetzung verschiedener Verkehrsmitteln hinzubekommen. Bike and Ride ist das Ergebnis davon, dass immer mehr Menschen mit ihrem Fahrrad zur Bus- oder Straßenbahnhaltestelle fahren, es dort abstellen und den weiteren Weg dann mit anderen Verkehrsmitteln fortsetzen.

Bushaltestelle Karlsruhe Palmbach

Bushaltestelle Karlsruhe Palmbach

Um künftig noch mehr Menschen dazu zu bewegen, das Auto stehen zu lassen und stattdessen auf den ÖPNV umzusteigen, hat die Stadt Karlsruhe auch bei uns oben in den Bergdörfern an ein paar Bushaltestellen neue Bike-and-Ride-Anlagen aufgestellt. Bisher habe ich zwar noch nicht gesehen, dass hier jemand sein Rad abgestellt hätte, aber das kommt ja vielleicht noch.

Es könnte natürlich sein, dass niemand die Abstellanlagen nutzt, weil sie auf der „falschen“ Straßenseite stehen, nämlich nicht stadteinwärts sondern stadtauswärts. Wer es von Karlsruhe kommend bis nach Grünwettersbach oder Palmbach mit dem Rad geschafft hat, wird seinen fahrbaren Untersatz hier mit Sicherheit nicht abstellen, um dann zwei Kilometer bis nach Waldbronn mit dem Bus zu fahren. Sinnvoll ist die B+R-Anlage eigentlich nur für Wettersbacher oder Palmbacher, die mit dem Rad zur Bushaltestelle kommen, es dort abstellen und dann mit dem Bus weiter in die Stadt fahren.

Ich werde das weiter beobachten. Wäre doch schade, wenn sich die Stadt hier ins Zeug legt, der Bürger aber gar keinen Nutzen daraus zieht.




Fahrräder als Deko

Räder sind voll im Trend - auch als Deko oder Hinweisschild

Räder sind voll im Trend – auch als Deko oder Hinweisschild

Dieses Foto hat mir gerade meine Älteste aus Kiel geschickt. Wozu alte Räder doch alles gut sind!