Tag: Fahrrad

Fahrradabstellplätze

Ich war ein paar Tage am Ammersee. Primär um alte Bekannte zu besuchen und einen runden Geburtstag zu feiern, aber auch um zum Wandern.

Aber selbst wenn ich nicht mit dem Rad unterwegs bin, stechen mir solche Fahrradabstellplätze sofort ins Auge. Alles irgendwie aufgeräumt, trocken und sicher.

Fahrradabstellplatz Bahnhof Herrsching am Ammersee

Herrsching ist natürlich nicht Karlsruhe, aber wenn ich so einen Abstellplatz sehe (daneben steht übrigens noch ein weiterer) und mir dann vor Augen führe, wie es auf dem Vorplatz des Karlsruher Bahnhofs aussieht, …

dann denke ich, dass wir in Karlsruhe noch das eine oder andere von kleinen Kommunen lernen können.

 




Bild der Woche

Symbolbild für die Baustellen-Hauptstadt Karlsruhe?

Nein, dies ist kein Symbolbild! Dieser Schilderwald steht in der Günther-Klotz-Anlage und ist hoffentlich nur ein Intermezzo. Bis auf eine Ausnahme hat bisher nicht einmal die Verlegung der Fernwärmeleitung dazu geführt, dass die Radwege direkt an der Alb gesperrt wurden. Im Gegenteil, es wurde immer erst ein neuer provisorischer, aber dennoch tadelloser Radweg angelegt, bevor man den alten abgerissen hat, um darunter die Rohre zu verlegen. Selbst an die Straßenbeleuchtung hat man gedacht.

Ich muss gestehen, dass mich das die letzten beiden Jahre mächtig beeindruckt hat. So lange ziehen sich die Bauarbeiten jetzt schon. Aber der Radverkehr hat darunter nicht gelitten. Und selbst am Bulacher Loch – wo der Radweg eigentlich ein kurzes Stück gesperrt war – ist sozusagen über Nacht eine Art geduldeter „Wildwechsel“ für Radfahrer und Jogger entstanden. Dieser allerdings ohne Zutun der Stadt, den Wildwechsel haben wir uns selbst erradelt 🙂

 




Radweg in die Bergdörfer (1)

Das Warten hat sich gelohnt, der neue gut vier Meter breite Rad-/Gehweg in die Höhenstadtteile von Karlsruhe ist fertiggestellt. Bis auf zwei Tage hatten wir Radfahrer während der gesamten Bauphase freie Fahrt, während der Autoverkehr einspurig mit Ampelschaltung an der Baustelle vorbeigeführt wurde.

Die Stadt Karlsruhe hat tief in die Tasche gegriffen. An mehreren Stellen musste der Hang abgegraben werden und zwei gigantische Stützmauern sollen sicherstellen, dass kein Geröll auf den Radweg bzw. die Straße fällt.

Von Hohenwettersbach kommend sieht das Ganze jetzt so aus. Am Ortsende bei den letzten Häusern wechselt man an der Verkehrsinsel von der Straße nach links auf den Rad-/Gehweg.

Fahrbahnwechsel am Ortsausgang

Danach quert man die Straße, die in die Bergwaldsiedlung führt. An dieser Stelle sollte jetzt auch dem letzten Autofahrer klar sein, dass hier Radfahrer kreuzen.

Roter Radweg mit neuen Piktogrammen




Thank God it’s Friday

Es sind die kleinen Dinge, die einem auf dem Heimweg nach einem anstrengenden Tag im Büro vor Augen führen, wieso es sich lohnt mit dem Rad zur Arbeit zu fahren:

Einsame Blume am Rande des Radwegs




Erschöpft vom Räder schauen

Ganz schön Drais – unter diesem Motto hat Karlsruhe an diesem langen Wochende die Laufmaschine, den Vorläufer des Fahrrads, gefeiert. An manchen Tagen musste man schon strategisch vorgehen, wenn man nichts verpassen wollte. Ich war bei Licht betrachtet nicht erschöpft vom Rad fahren, sondern vom Rad schauen.

Nehmen wir den Samstag – ein Tag gespickt mit Angeboten rund ums Rad. Das nenne ich Qual der Wahl. Wohin zuerst? Zum Schloss, zum Alten Schlachthof oder doch nach Durlach? Ich habe mich fürs Schloss entschieden, zumal der Stadtmarketing dort zu einem BloggerWalk geladen hatte. Ich habe zunächst mal den Flohmarkt für historische Räder besucht. Der hatte schon morgens um 7 seine Pforten geöffnet. Mein Fuhrpark ist zwar alles andere als historisch und ich bin auch nicht auf der Suche nach einer Karbid-Lampe oder einem netzartigen Kleiderschutz für mein hinteres Schutzblech, aber allein die neben dem Flohmarkt abgestellten Räder der Aussteller und Teilnehmer des Welttreffens der historischen Räder waren einen Gang über den Flohmarkt wert.

Hochrad aus Frankreich

Die Dame aus Frankreich posierte gerne fürs Foto. Sie schob das Hochrad gerade in Richtung Flohmarkt, als ich sie ansprach. Wir kamen ein wenig ins Gespräch. Auf meine Frage, ob es denn nicht beschwerlich sei, mit dem Kleid auf einem Hochrad zu fahren, schmunzelte sie und erzählte mir, dass nicht sie, sondern ihr Gatte das Hochrad fahren würde, sie dürfe es nur schieben.

Der Schlossplatz, auf dem der Flohmarkt stattfand, bot eine würdige Kulisse für die vielen historischen Räder.




Bloggerwalk auf den Spuren von Karl Drais

Bloggerwalk auf den Spuren von Karl Drais

Wie heißt es so schön – unverhofft kommt oft. Ich wurde eingeladen, an einem Bloggerwalk teilzunehmen, der morgen zu Ehren von Karl Drais von der Stadt Karlsruhe veranstaltet wird.

Wir nehmen euch mit auf einen spannenden Rundgang durch Karlsruhe auf den Spuren von Karl Drais. Wir besuchen die Wirkungsstätten des Fahrraderfinders und erfahren allerlei interessante Fakten zum Leben und Wirken des berühmten Karlsruhers.

Da bin ich doch mal gespannt, zumal es anschließend per Rad zum Fahrrad-Festival geht, das an diesem langen Wochenende auf dem Alten Schlachhof stattfindet. Und da wollte ich sowieso hin.




Radbekleidung für den Übergang

Morgens einstellige Temperaturen, abends über 20 Grad im Schatten. Da stellt sich natürlich die Frage, was ziehe ich an? Gestern habe ich den Fehler begangen und mich morgens viel zu warm angezogen. Die Regenjacke war keine gute Wahl. Trotz der niedrigen Temperaturen habe ich im eigenen Saft geschmort. Man lernt ja selten aus seinen Fehlern, aber heute Morgen fiel mir die Kleiderwahl doch gleich viel leichter:

  • Kurze Radhose
  • T-Shirt
  • Armlinge
  • Beinlinge
  • Handschuhe

Radbekleidung für die Übergangszeit

Die Radweste von VAUDE ist wirklich winddicht. Wenn man wie ich morgens mit mehr als 40 km/h den Berg herunter fährt, ist das bei 8 Grad Celsius nicht ganz unwichtig. Die Armlinge und Beinlinge sind innen ein wenig aufgeraut. Wenn es einem zu warm wird, kann man sie kurzerhand nach unten rollen oder ausziehen. Die Beinlinge haben einen Reißverschluss, der aber nicht weiter stört. Abends lässt sich alles mühelos im Rucksack verstauen.




Veranstaltungstipp: Schwein gehabt

Unbedingt jetzt schon dick und fett im Terminkalender vormerken. Am kommenden Samstag, dem 20. Mai veranstaltet die ausgeschlachtet e.V. in Kooperation mit der Stadt Karlsruhe, dem  Kulturamt – Kulturbüro und der Karlsruher Fächer GmbH bereits zum vierten Mail die Kunst und Kulturnacht Schwein gehabt im Alten Schlachthof in Karlsruhe.

Kunst- und Kulturnacht am 20. Mai 2017 im Alten Schlachthof ab 18 Uhr

Auf dem Programm stehen neben jede Menge Kunst und Musik, Mode und Theater, Kurzfilmen und Lesungen, Livekaraoke und Tanz auch Schnupper-Vorführungen und Mitmachaktionen zum Jubiläum „200 Jahre Fahrrad“. Mit dem ersten upcycling Kunstbike, einem Soundbike und aktiven Kunstradfahrern gibt die Karlsruhe Event GmbH einen kleinen Vorgeschmack auf das am Wochenende darauf ebenfalls auf dem Schlachthof-Gelände im Rahmen der Heimattage stattfindende Drais-Wochenende.

Außerdem stellt sich die Offene Fahrradwerkstatt Bikes without Border vor. Bikes without borders stattet Flüchtlinge in und um Karlruhe günstig mit eigenen Fahrrädern aus. Das geht natürlich nicht ohne Spenden und die tatkräftige Mithilfe von Freiwilligen und der jeweiligen Flüchtlinge selbst. Dabei steht das Ermöglichen von Mobilität im Vordergund aber auch das gemeinsame Erlebnis und das sich Kennenlernen beim Reparieren. Wer mehr wissen will, schaut einfach bei der Werkstatt am Menschenrechtszentrum vorbei. Hier kann Fragen loswerden und an kleinen Upcycling-Events teilnehmen und so herausfinden, in was sich alte Fahrradteile noch verwandeln lassen.




Radfahren = gelebte Normalität?

Karlsruhe = heimliche Fahrradhauptstadt? so lautete der Titel meines letzten Blogbeitrages. Auf dem Fahrradportal – gefördert aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans – war ich auf eine Seminarreihe der Fahrradakademie gestoßen mit dem Titel Deutschlands heimliche Fahrradhauptstädte (mit Exkursionselement).

Karlsruhe wird in dieser Seminarreihe als eine der drei heimlichen Fahrradhauptstädte genannt mit der Begründung bei uns sei Radfahren Normalität. Ich fahre bei jedem Wetter mit dem Rad zur Arbeit und für mich persönlich ist Radfahren in der Tat eine normale, alltägliche Art der Fortbewegung, aber dass Radfahren bei uns eine gelebte Normalität ist, wage ich zu bezweifeln. Für meine Skepsis sprechen u.a. auch die hohen Unfallzahlen, die unlängst veröffentlicht wurden. Meine weitere Begründung ist im Blogbeitrag nachzulesen.

Doch nur weil ich das denke, müssen das ja nicht alle Karlsruher so sehen. Also habe ich kurzerhand mal die Karlsruher Twitter-Gemeinde befragt, was sie von der These hält, dass Radfahren in Karlsruhe Normalität sei. Hier das absolut nicht repräsentative Endergebnis:

Im Gegensatz zu mir glauben 71 Prozent der Befragten, dass in Karlsruhe Radfahren bereits gelebte Normalität sei. Es gab zu dieser Umfrage und zum Blogbeitrag eine Reihe von Kommentare. Sich kritisch gegenüber der Situation der Radfahrer in Karlsruhe zu äußern sei Jammern auf hohem Niveau. In anderen Städten sei es doch viel schlimmer, sagen die einen. Nur weil es in anderen Städten schlimmer sei, hieße das ja nicht zwangsläufig, dass es bei uns nicht noch viel zu tun gäbe, sagen die anderen.

Interessant finde ich auch die Tendenz, dass insbesondere Radfahrer, die sommers wie winters mit dem Rad unterwegs sind und so locker im Jahr auf einige Tausend Kilometer Strecke kommen, sich kritisch geäußert haben. Doch die reinen Zahlen – wenn auch alles andere als repräsentativ – sprechen eine andere Sprache.

Bald werden die Ergebnisse des Fahrradklimatests für das Jahre 2016 veröffentlicht. Der ADFC-Fahrradklima-Test wird im 2-jährigen Rhythmus durchgeführt und ist die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit. 2014 landete Karlsruhe vor Freiburg auf Platz 2 dieses Rankings. Ob wir im letzten Jahr ähnlich gut abgeschlossen haben, bleibt abzuwarten.

 




Karlsruhe = heimliche Fahrradhauptstadt?

Dieser Titel hat mich nun aber doch überrascht. Gestern und vorgestern fand in Postdam ein Seminar zu den Themenfeldern Radverkehrsplanung und -konzeption statt. Das Programm am Dienstag stand unter dem Motto „Wege zur Fahrradhauptstadt“.

Nachfolgend ein Auszug aus dem Seminarinhalt:

Fahrradhauptstadt – in Deutschland denkt man sofort an Münster oder Freiburg. Wie aber gehen andere Städte vor, um die Bevölkerung auf das Fahrrad zu bringen? Die Fahrradakademie stellt Ihnen drei „heimliche Fahrradhauptstädte“ vor, die nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, aber einiges in Sachen Radverkehrsförderung bieten:

Neben Bocholt und Potsdam wird doch tatsächlich Karlsruhe als eine der heimlichen Fahrradhauptstädte aufgeführt.

Begründung:

Karlsruhe als Aufsteiger im Südwesten, wo innerhalb weniger Jahre das Radfahren Normalität geworden ist.

Bei uns in Karlsruhe wird ohne Frage viel für den Radverkehr getan und der Anteil der Radfahrer an den Verkehrsteilnehmern hat zugenommen, aber dass Radfahren bereits NORMALITÄT geworden ist, wage ich doch stark zu bezweifeln.

Ich habe keine Ahnung auf welche Fakten der Veranstalter seine Aussage stützt, aber solange sich bei uns Radfahrer genötigt fühlen, zu jeder Tageszeit eine Warnweste tragen zu müssen, um von anderen Verkehrsteilnehmern nicht „übersehen“ zu werden, kann von Normalität nun wahrlich nicht die Rede sein. Stellen wir Radfahrer etwa eine Gefahr dar, vor die wir andere warnen müssten?

Nehmen wir Städte wie Kopenhagen oder Amsterdam. Was fällt sofort auf? Kaum jemand trägt einen Fahrradhelm, geschweige denn eine Warnweste. Wozu auch, in diesen beiden Städten ist Radfahren gelebte Normalität. Davon sind wir in Karlsruhe trotz aller Bemühungen noch ein Stück weit entfernt.