Schlagwort: Elterntaxi

Teufelskreis Elterntaxi

Ohne Worte …

Quelle: @IanLockwoodPE




Mamataxi? Papataxi!

Vis à vis von meinem Elternhaus ist der ortsansässige Kindergarten. Früher befand sich in dem Gebäude die Dorfschule, heute tummeln sich dort Kinder im Alter von 1 – 6 Jahren. Von unserer Küche aus hat man einen guten Überblick über das Kommen und Gehen.
Das Dorf, in dem ich groß geworden bin, hat etwas mehr als 1000 Einwohner. Der größte Arbeitgeber in der Nähe – Dodenhof, die Einkaufsstadt, die alles hat – ist 5 Kilometer, die Kreisstadt 15 Kilometer entfernt und Bremen erreicht man über die AB in ca. einer halben Stunde, wenn nicht gerade Stau ist, was eigentlich immer der Fall ist.
Im Dorf haben sich viele junge Familien angesiedelt. Die Geburtenrate ist dementsprechend hoch und der Kindergarten platzt aus allen Nähten.

Heute Morgen habe ich vom Frühstückstisch aus mal gezählt, wie die Kinder gebracht werden. Es hat leicht geregnet. Meine Zählung ist natürlich alles andere als repräsentativ, aber man bekommt eine ungefähre Vorstellung davon, was sich morgens und mittags vor den Kindergärten kleiner Dörfer so abspielt.

Gezählt habe ich die Erwachsenen, nicht die Kinder. Viele Eltern haben nämlich nicht nur ein, sondern zwei und mehr Kinder gebracht.

  • Zu Fuß: 2
  • Mit dem Rad: 11
  • Mit dem Auto: 21

Was auffiel war der hohe Männeranteil. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen, die mit dem Auto ihre Kinder brachten, waren männlich und wenn man mal von der Kleidung ausgeht, auf dem Weg zur Arbeit. Mit dem Rad kamen 10 Frauen und ein Mann. Zwei Mütter/Omas brachten den Nachwuchs zu Fuß zum Kindergarten.

Beim Abholen mittags sah das Bild anders aus. Gerade mal drei männliche Abholer, ansonsten Frauen. Da es angefangen hatte, stark zu regnen, kamen bis auf zwei Ausnahmen alle mit dem Auto angefahren. Die Räder der Kinder wurden im Kofferraum verstaut und es herrschte Chaos beim Ein- / Ausparken.

Man muss dazu sagen, dass die Kinder nicht allein in den Kindergarten gehen dürfen. Sie müssen bis zur Tür gebracht und dort auch wieder in Empfang genommen werden. Da alle gleichzeitig kommen und gehen, herrscht natürlich Chaos, wenn die Mehrheit mit dem PKW kommt.

Der Kindergarten soll vergrößert werden. Die Parkplätze direkt vor der Tür fallen dann weg. Bin mal gespannt, was sich dann hier für Szenen abspielen.




Zu Fuß zur Schule statt Elterntaxi

Der „Zu Fuß zur Schule“ Tag ist zwar erst im September, aber bei dem schönen Frühlingswetter können die Kinder eigentlich auch schon jetzt mit dem Rad oder zu Fuß zur Schule fahren bzw. gehen. Und wenn ihr mich fragt, hat ein bisschen Regen und Kälte auch noch niemanden geschadet. Im Gegenteil das härtet ab.

Zu Fuß zur Schule statt Elterntaxi

Der Verkehrsclub Deutschland plant zusammen mit dem Deutschen Kinderhilfswerk im September wieder interessante Mitmachaktionen. Näheres dazu findet ihr hier.

Neben den ökologischen und verkehrlichen Aspekten unterstütze ich die Intention der Aktionstage, Kinder – wo immer möglich – in ihrem Bewegungsdrang zu unterstützen. Bewegung ist für die Entwicklung von entscheidender Bedeutung, weil sie damit ihre Welt erkunden und mit ihr in Kontakt treten. (…) Schenken wir unseren Kindern mehr Bewegungsräume. Auch auf dem Weg zur Schule und zum Kindergarten.

so die Senatorin Dr. Claudia Bogedan, Präsidentin der Kultusministerkonferenz.

Also lasst eure Kinder jeden Tag die Welt erkunden, ganz ohne Elterntaxi. Bewegung an frischer Luft macht Spaß und wach, was in der Schule und im Kindergarten ja nicht so ganz unwichtig ist.