Wissenschaftler der Hochschule Karlsruhe haben im Rahmen des Forschungsprojekts Reallabor Go Karlsruhe in der Erbprinzenstraße und der Waldstraße sogenannte Dialog-Displays für Radfahrer aufgestellt. Fährt man zu schnell, gibt’s einen „Heulie“ und fährt man mit moderatem Tempo, einen Smiley.

Zusätzlich zum Smiley bekommt man noch eine Dankeschön. Wer zu schnell unterwegs ist, wird durch ein „langsam“ darauf hingewiesen, doch bitte die Geschwindigkeit zu drosseln.

Theoretisch finde ich die Idee gar nicht schlecht. Für Autofahrer gibt es solche Dialog Displays ja schon lange. Untersuchungen haben ergeben, dass sie verglichen mit reinen Geschwindigkeitsanzeigen das Fahrverhalten von Autofahrern nachhaltiger beeinflussen.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich bei uns im Dorf am Ortsschild, wo so ein Dialog Display für den MIV installiert ist, immer rechtzeitig abbremse, um ja einen Smiley zu bekommen.

Ich habe mir heute Nachmittag eine Weile das Treiben in der Erbprinzenstraße angeschaut. Es waren jede Menge Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Auch das eine oder andere Auto hat die Anzeigetafel passiert. Meist blieb das Display dunkel, obwohl Radfahrer daran vorbeifuhren. Entweder befindet sich der jeweilige Sensor an einer extrem weit entfernten Stelle oder zu weit rechts / links am Rand – was keinen Sinn machen würde, weil ich als Radfahrer dann ja nicht sehe, ob ich zu schnell oder zu langsam bin – oder die Daten werden zu träge übermittelt. Jedenfalls entsprach das Feedback der Tafeln nach meinem Geschmack nicht der Fahrweise der einzelnen Radfahrer. Wenn ich so eine Tafel passiere, will ich sehen wie ich fahre und nicht wie jemand fährt, der vor oder hinter mir unterwegs ist.
Sechs bis acht Wochen bleiben uns die Anzeigetafeln erhalten. Dann werden die Daten ausgewertet. Ich bin schon mal gespannt aufs Ergebnis und die Schlüsse, die daraus gezogen werden.