Schlagwort: Critical Mass

Critical Mass am #CarFreiTag

Am 30.03.2018 ist wieder letzter Freitag des Monats. Also traditionell der Tag, an dem sich um 18 Uhr die Karlsruher Critical Mass vom Kronenplatz aus in Bewegung setzt, um mit ihren Radtour durch die Stadt für das Rad als das beste innerstädtische Verkehrsmittel zu werben.

Die März Ausgabe der CM fällt dieses Jahr auf einen Feiertag – den Karfreitag. Wie hieß es gestern so schön auf Twitter

Schon allein wegen des Hashtags sollten wir alle zusammen am Freitag wieder mal aufs Rad steigen #CarFreiTag / #CriticalMass

Angesichts des Feiertags wollen wir uns von unserer leisen Seite zeigen. Auch ohne Musik und lautem Geklingel kann man durch schiere Präsenz Flagge zeigen. Die Strecke wird vom Kronenplatz über die Oststadt, der Ludwig-Erhard-Allee und der Moltkestraße wieder zurück zum Kronenplatz führen. Den Streckenverlauf könnt ihr euch über GPSies herunterladen.

#CarFreiTag und #CriticalMass

 




Kalt, kälter, CM

Ich muss gestehen, dass ich gestern sehr mit mir gerungen habe, ob ich nicht lieber gleich nach Feierabend nach Hause ins Warme fahre. Schließlich muss man ja nicht an jeder Critical Mass teilnehmen. Von den Temperaturen her ging es eigentlich. Minusgrade machen mir an sich auch nichts aus, aber der Wind war fies, sodass die Fühltemperaturen fast im 2-stelligen Minusbereich lagen. Aber schließlich bin ich dann doch zum Kronenplatz gefahren, wo zu meiner großen Überraschung bereits eine Menge Radfahrer warteten. Normalerweise kommen die meisten kurz vor knapp, gestern war das anders. Was mich immer am meisten freut ist die Zusammensetzung der Critical Mass: Familien mit Kindern, Junge und Alte, Leute aus allen Schichten, die eins gemeinsam haben – sie fahren gerne mit dem Rad. Was in Karlsruhe nicht zuletzt auch Dank der Lastenrad Initiative immer beliebter wird ist das Lastenrad als Transportmittel und Autoersatz. Auch gestern war wieder eine junge Familie dabei, die vom Auto aufs Lastenrad umgestiegen ist. Der Nachwuchs saß vorne in Decken gehüllt auf einem kuscheligen Lammfell durch ein Regendach gegen den Wind geschützt. Mit dem hätte ich gerne den Platz getauscht.

 

Die Polizei ist gestern mit sechs PKWs angerückt. In jedem Fahrzeug saßen zwei Polizisten. Wir konnten 52 Teilnehmer verzeichnen. Von so einem Betreuungsschlüssel träumt jede Kita und jedes Krankenhaus. Hoffentlich haben die Karlsruher nicht gedacht, dass wir da Steuergelder verschwenden. Schließlich haben wir die Polizei nicht gerufen, sie hat uns vielmehr vor knapp zwei Jahren gefunden. Aber die Polizisten haben ihren Job gestern wirklich gut gemacht. Statt ständig mit Tatütata an uns vorbeizufahren, standen sie immer schon strategisch richtig, wenn wir mit unseren Rädern um die Ecke bogen. Hat mich irgendwie an die Geschichte vom Hasen und Igel erinnert:

Ick bün al hier!

Was mich auch gefreut hat: Ein Polizist hat sich gleich mal einen Karlsruher Fahrradkalender geschnappt. Vielleicht haben wir da ja einen neuen Mitstreiter gewonnen 😉




Critical Mass KA Februar 2018

Für die am Freitag, den 23. Februar um 18 Uhr auf dem Kronenplatz startende Critical Mass habe ich mir schon mal ein T-Shirt mit passendem Motiv zugelegt. So in etwa stelle ich mir das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Radfahrern und MIV im Stadtzentrum vor. In Karlsruhe ist dieses Verhältnis nicht nur auf den 12 Fahrradstraßen bereits gelebte Realität. Genauso sieht es auf den Zufahrtsstraßen zu den weiterführenden Schulen aus. Beispiel: Max-Planck-Gymnasium in Rüppurr. Morgens um 7.30 Uhr kommen mir an der Kreuzung am Rüppurrer Schloss Heerscharen von Radfahrern entgegen. Nach Schulschluss das gleiche Bild, nur in umgekehrter Richtung. Die Hauptroute zu dieser Schule (Rechts der Alb, Heidelberger Straße, Am Rüppurrer Schoss und Krokusweg) sollte man als eine weitere Fahrradstraße ausweisen, da Radfahrer hier sowieso in der Mehrzahl sind.

Karlsruhe hat bereits einen hohen Radverkehrsanteil. Aber es gibt da noch jede Menge Luft nach oben. Wenn die Randbedingungen stimmen – insbesondere die Infrastruktur –  steigen noch mehr Menschen um vom MIV aufs Rad. Nicht zuletzt um diese Botschaft rüber zu bringen, treffen wir Radfahrer uns immer am letzten Freitag des Monats zu unserer Critical Mass.  Es wäre natürlich toll, wenn trotz der niedrigen Temperaturen wieder viele Karlsruher mit ihrem Fahrrad zum Kronenplatz kämen, um auf der knapp 12 Kilometer langen Radtour durch die Stadt Flagge zu zeigen und für die Rechte der Radfahrer einzutreten. Der Streckenverlauf ist einmal mehr zentrumsnah gewählt. Nur so können wir auch in der dunklen Jahreszeit Aufmerksamkeit erregen und neue Mitstreiter gewinnen.

Hier noch mal die Daten im Überblick:

  • Start: 18 Uhr Kronenplatz
  • Ziel: ca. 19 Uhr Platz vor der Kirche St. Stephan
  • After Mass: Alte Bank in der Herrenstraße



Critical Mass Karlsruhe

Alltagsradler sind ja bekanntermaßen abgehärtet – kaum Ausfalltage, selten krank und immer dabei, wenn es darum geht, ein Zeichen zu setzen. So hat auch der heutige Dauerregen und einstellige Temperaturen 63 Karlsruher nicht davon abgehalten, sich aufs Rad zu schwingen und an der ersten Critical Mass des Jahres teilzunehmen. Manch einer von uns hätte wahrscheinlich gerne getauscht mit einem der vielen Velomobilisten. So ein Dach über dem Kopf hat bei Regen echt Vorteile.




Alle reden vom Wetter …

… Alltagsradler tun das nicht, sie ziehen sich einfach entsprechend an 🙂

Bestens ausgerüstet ließen es sich somit heute Abend 47 Karlsruher Radler nicht nehmen, bei strömendem Regen an der Novemberausgabe der Critical Mass teilzunehmen. Hier ein paar Impressionen vom Start auf dem Kronenplatz und vom Fotoshooting vor dem Schloss.

Die Velomobilisten sind mittlerweile ein fester Bestandteil der Critical Mass in Karlsruhe. Ich denke sie konnten es verkraften, dass ihnen diese Lichtshow am Rad heute beinahe den Rang abgelaufen hätte.

Sehen und gesehen werden – in der dunklen Jahreszeit extrem wichtig




Stressfrei in die City?

Die Stadt Karlsruhe rüstet sich wieder für den Weihnachtsansturm. Unter Stressfrei in die Weihnachtsstadt  findet man Informationen zur Verkehrsführung.

Der Verkehr soll fließen

Damit meint man allerdings in erster Linie den Autoverkehr. Damit dieser Verkehr noch „besser“, sprich schneller durch die City direkt am ECE und am Rondellplatz vorbei Richtung Fritz-Erler-Straße fließen kann und Autofahrer auf den für sie anscheinend lästigen Schulterblick komplett verzichten können, hat man den Radfahrstreifen auf  der Markgrafenstraße für Radfahrer kurzerhand aufgehoben, zu unserem Schutz, wie es in der Pressemeldung lapidar heißt.

Wieso man den Autoverkehr hier lang führt, ist mir absolut schleierhaft. Wegen der paar Stellpätze in der IHK Tiefgarage? Auf dem Friedrichplatz eröffnet bald der Weihnachtsmarkt, vom ECE  laufen täglich Tausende von Fußgänger in Richtung Kaiserstraße und die Markgrafenstraße ist Hauptverkehrsader für Radfahrer. Ausgerechnet hier leitet man jetzt zusätzlich den Autoverkehr lang? Dann sieht das bis Anfang nächsten Jahres hier wohl so aus, bloß noch schlimmer, da die Weihnachtszeit ja noch kommt:

 

Man konnte förmlich spüren, dass der Autofahrer die vor ihm fahrende Radfahrerin am liebsten zur Seite gefegt hätte. Bei der ersten sich bietenden Gelegenheit ist er mit überhöhter Geschwindigkeit an ihr vorbeigebraust, nur um an der nächsten Kreuzung gleich wieder eine Vollbremsung hinzulegen, um links abzubiegen. So viel zum Thema Der Verkehr soll fließen.




Gut gemeint, aber auch gut gemacht?

Zwei Radfahrer sind innerhalb kürzester Zeit in Karlsruhe durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die Critical Mass Karlsruhe hat daraufhin spontan beschlossen, zwei Ghost Bikes aufzustellen. Es wurde geplant, auf die Schnelle zwei Räder organisiert, diese weiß angestrichen und Gedenktafeln beschriftet.
Eigentlich alles richtig gemacht und dennoch frage ich mich, ob wir die beiden verunglückten Radfahrer nur als Vorwand genommen haben, um auf Missstände im Radverkehr hinzuweisen.

Impressionen von der Critical Mass Oktober 2017

Wieso komme ich darauf, obwohl ich selbst an der Planung beteiligt war? Woher rühren meine Zweifel?




Critical Mass im September

Letzter Freitag im Monat = Critical Mass in Karlsruhe 🙂

Start wie üblich um 18 Uhr auf dem Kronenplatz. Hier schon mal die Strecke für alle, die unterwegs einsteigen wollen.

Streckenverlauf der Critical Mass Karlsruhe, September 2017

Petrus ist uns wohlgesonnen und die Strecke verläuft zentrumsnah, so dass wir viele Menschen mit unserer Botschaft erreichen können. Die Tour endet gegen 19 Uhr auf dem Kolpingplatz.




Wahlversprechen oder Wahlversprecher

Ich bin ja eigentlich ein positiv gestimmter Mensch, aber wenn es um Wahlversprechen geht, bin ich eher skeptisch. Papier ist geduldig und versprochen hat man sich schnell.

Wenn man mal von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und DIE LINKE absieht, haben sich die anderen vier Parteien, die wahrscheinlich im Bundestag vertreten sein werden, in puncto Radverkehr nicht allzu weit aus dem Fenster gelehnt. Hier ein Link zu den Wahlprogrammen der einzelnen Parteien.

Zwei Parteien – die FDP und die AFD – schweigen sich zu diesem Thema komplett aus.

Bei der SPD finden sich gerade mal ein paar Zeilen:

Die Infrastruktur für den Fahrradverkehr wollen wir verbessern. Dazu gehören mehr innerörtliche Fahrradspuren, sichere Abstellmöglichkeiten und regionale Radschnellwege. Für E-Bikes müssen außerdem mehr Ladestationen unter anderem an öffentlichen Gebäuden zur Verfügung gestellt werden.

Das Wahlversprechen der CDU/CSU fällt ähnlich knapp aus und der Schwarze Peter wird schon mal prophylaktisch an die Kommunen weitergereicht.

Wir erwarten von den betroffenen Städten, dass sie auch die Fahrrad-Mobilität fördern, ähnlich wie dies in den Niederlanden oder in der Stadt Münster der Fall ist. Gerade junge Menschen sind häufig bereit, auf Fahrräder umzusteigen. Der Bund wird den Fahrradverkehr und den Radwegebau weiter fördern. Wir starten ein Programm zur Förderung von Radschnellwegen, die unabhängig von vorhandenen Bundesstraßen verlaufen.

Christine Lehmann, stellt in ihrem heutigen Blogbeitrag die Frage: Welche Partei versteht am meisten vom Fahrradfahren? Den Kommentaren nach zu urteilen ist das Vertrauen der Leser in die diesbezügliche Kompetenz der Parteien nicht allzu groß. Ich muss gestehen, dass ich diese Skepsis teile. Wenn die beiden großen Parteien sich gerade mal am Rande für den Radverkehr interessieren, nützt es wenig, wenn potentielle Juniorpartner sich dafür stark machen. Noch dazu heißt koalieren auch immer kompromissbereit zu sein.

Im Gegensatz zu den Autofahrern, haben wir Radfahrer leider keine Interessenvertreter aus der Zweiradindustrie, die sich in Berlin für den Radverkehr stark machen. Jedenfalls habe ich nicht den Eindruck, dass sich Firmen wie Derby Cycle, Winora etc. hier ins Zeug legen würden. Solange das der Fall ist, müssen wir wohl oder übel selbst auf unsere Rechte als Verkehrsteilnehmer aufmerksam machen. Steter Tropfen höhlt den Stein, heißt es doch so schön.

Die Critical Mass ist so ein steter Tropfen. In Karlsruhe treffen wir uns immer am letzten Freitag des Monats um 18 Uhr auf dem Kronenplatz, um mit Gleichgesinnten etwa eine Stunde gemütlich durch die Stadt zu radeln und auf unser Anliegen aufmerksam zu machen. Den Streckenverlauf der nächsten Tour am 29. September findet ihr übrigens schon auf GPSies zum Download.

 

 




CM KA – Nachlese

Critical Mass in Karlsruhe: Immer am letzten Freitag des Monats. Start immer um 18 Uhr vom Kronenplatz. Da könnte man meinen, dass das eine schnarchlangweilige Veranstaltung ist. Wer das glaubt, war noch nie dabei und heute Abend schon gar nicht.

Es ist nichts Spektakuläres passiert und dennoch wird die Tour heute einen ganz besonderen Platz in meiner Erinnerung einnehmen. Wieso? Vor allem wegen der vielen Leute, die heute zum ersten Mal zu uns gestoßen sind.

Da waren zum Beispiel die vier Knirpse, die uns entdeckt haben, sich uns anschlossen und total beeindruckt waren, dass sie mit ihrem Rad auf der 2-spurigen Ludwig-Erhard-Allee fahren dürfen. Um es mit ihren Worten auszudrücken „einfach geil“.

Oder die junge Frau, die in Pfaffenrot bei Marxell von uns gehört hatte und schon immer mal mit uns mitfahren wollte. Karlsruher wissen, wie weit Pfaffenrot von Karlsruhe entfernt ist. Da fährt man nicht mal eben kurz mit dem Rad runter und wieder hoch.

Besonders beeindruckt war ich von der älteren Dame – und wenn ich „älter“ sage, dann meine ich eine Frau jenseits der 70 – die zufällig auf uns aufmerksam wurde. Sie kam mit ihrem Rad angefahren, sah die Polizisten und sprach diese an, weil sie eine Beschwerde vorbringen wollte, die zwar nichts mit Fahrrad oder Critcal Mass zu tun hatte, aber in den Zuständigkeitsbereich der Polizei fiel. Ich muss jetzt mal eine Lanze brechen für die Polizei. Der Beamte, der von der Seniorin angesprochen wurde, hat nicht nur zugehört, sondern sich gekümmert, obwohl er mit Sicherheit nicht für ihr Anliegen zuständig war.

Die Seniorin ist daraufhin spontan mit uns mitgefahren. Sie hatte ein „normales“ Fahrrad ohne eingebauten Rückenwind. Locker hat sie die 10 Kilometer Umweg per Rad weggesteckt, sich am Ziel auf dem Werderplatz vielmals bedankt für die schöne Radtour durch die Stadt, die sie eigentlich schon kennt wie ihre Westentasche und versprochen, in Zukunft häufiger teilzunehmen.

Ach ja, und dann war da ja noch die Presse. Thomas Simon vom SWR hat uns mit seinem Rad begleitet. Ich durfte mit seiner GoPro Kamera die Tour aufnehmen. Er hat mit seinem Smartphone ebenfalls gefilmt und unterwegs bzw. am Start/Ziel Teilnehmer interviewt. Der SWR4 veröffentlicht seinen Beitrag am kommenden Montag gegen Mittag.

Die Ehefrau von Herrn Simon sollte mit dem PKW den Weg der CM Tour kreuzen, um das ganze aus dem Blickwinkel der Autofahrer zu beleuchten. Sie wurde auf dem Weg dahin in einen Unfall verwickelt. Am Ende der Tour war leider nicht klar, ob es sich hier „lediglich“ um einen Blechschaden handelt oder nicht. Ich hoffe mal, dass alles glimpflich abging. Blechschäden sind mega-ärgerlich, aber immer noch besser, als wenn Menschen zu Schaden kommen.