Tag: Bremsen

Faltrad jetzt fit für den Frühling

Das schlechte Wetter gestern hatte auch seine guten Seiten, ich habe Dinge gemacht, die ich schon lange vor mir herschiebe – z.B. mein Faltrad aus der Versenkung holen und für die erste größere Tour herrichten:

Mein Faltrad – geputzt, geölt und neu eingestellt

Mit einem Rad, mit dem man selten fährt, verhält es sich wie mit einem Zimmer, in dem niemand wohnt – es wird trotzdem staubig und irgendwelche Heinzelmännchen haben was an ihm verstellt. Wenn ihr auch ein Faltrad besitzt, habt ihr vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht. Jeder Zweite, der an meinem Kleinen Schwarzen vorbeigeht, meint er müsse doch mal schauen, wie man den Lenker verstellt und umlegt oder schlimmer noch, wie man das Rad zusammenklappt. Ich habe das Gefühl, dass ich mein Faltrad nie so vorfinde, wie ich es verlassen habe.




28″ Reiserad von Rennstahl

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich mir das Reiserad gekauft. Kaufentscheidend waren das Aussehen – typisch Frau wird jetzt mancher sagen – der Stahlrahmen, die Rohloff-Schaltung und die hochwertige Ausstattung:

  • Bremsen: Shimano XT Scheibenbremsen (vorne 180 mm, hinten 160 mm)
  • Nabendynamo: SON 28 Disc 10 mm
  • Licht: SON Edelux II
  • Rücklicht: Busch und Müller TOPLIGHT Line Brake Plus, 50 mm
  • Kettenblatt/Kurbel: Truvativ Stylo 1.1G 42 Zähne
  • Sattel: Brooks Cambium C17

Reiserad von Rennstahl – eine Augenweide

  • Gefahrene Kilometer: knapp 8000
  • Wo gefahren: Hauptsächlich Straße
  • Verschleiß-/Verbrauchsmaterial: 2 Schläuche (Plattfuß), 1 Kette, 1 Ölwechsel (Schaltung) und 2 Bremsbeläge
  • 1 Crash („sturzbedingte Selbstverletzung“ ohne Fremdeinwirkung aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit).
    Ergebnis: Kratzer am Schutzblech, 2 neue Pedale, ansonsten alles tiptop



28″ Reiserad von Rennstahl

Da die Hersteller, deren Räder wir vertreiben, keine Trekking-/Reiseräder mit Stahlrahmen anbieten, ich aber unbedingt wieder ein Rad mit dünnen Rohren haben wollte, die in meinen Augen viel eleganter und filigraner aussehen als Alurahmen, habe ich mich notgedrungen bei der Konkurrenz umgeschaut und bin bei Rennstahl / Falkenjagd fündig geworden. Wie recht doch meine Kollege hat mit seinem Spruch:

Auch andere können gut!

Hier ist es – mein neues Trekkingrad der bayerischen A. & A. Kirschner Fahrradmanufaktur GbR:

Rennstahl Trekkingrad

Sieht toll aus, nicht wahr. Aber gutes Aussehen ist nicht alles, beim Fahrrad kommt es vor allem auf die inneren Werte an:




Frühjahrscheck fürs Rad

Noch eine Woche, dann ist auch kalendarisch Frühlingsanfang. Es wird also Zeit, euer Rad aus der Versenkung bzw. aus dem Keller zu holen und für den ersten Ausflug startklar zu machen. Wenn ihr Glück habt, dauert der Frühjahrscheck nicht lange. Das hängt aber ganz davon ab, in welch einem Zustand ihr euer Rad in den Winterschlaf versetzt habt: geputzt und in einem fahrtüchigen Zustand oder verdreckt und mit Plattfuß. Spätestens jetzt rächt sich die Faulheit der Vergangenheit.

Fahrrad reinigen

Leider erkennt man an einem dreckigen Rad nicht so gut, ob möglicherweise etwas defekt ist. Daher sollte die Inspektion mit einer gründlichen Reinigung des Rades beginnen. Den gröbsten Dreck könnt ihr mit einem Handfeger entfernen, an die schwer zugänglichen Stellen kommt ihr mit einer alten Zahnbürste, falls ihr keine spezielle Bürste besitzt. Dem hartnäckig festsitzenden Schmutz könnt ihr danach mit lauwarmen Wasser, Schwamm und einem speziellen Fahrradreiniger zu Leibe rücken, ein Spritzer Geschirrspülmittel im Wasser tut’s zur Not aber auch. Anschließend das Fahrrad trocken reiben.




Staiger Oregon – Dauertest

Ein Jahr Dauertest Staiger Oregon, Zeit für eine Zwischenbilanz:

  • Gefahrene Kilometer: > 7500 km
  • Gefahrene Streckenlängen: zwischen 1 und 100 km
  • Wo gefahren: Asphalt, Kopfsteinpflaster, Schotter, Waldwege (Waldautobahnen)
  • Wann gefahren: ganzjährig
  • Verbrauchsmaterial: 2 Schläuche, 1 Bremsbelag vorne und hinten, 1 Kette, 1 Kassette hinten, Pflegemittel
  • Sonstiges: 2 neue Mäntel (unplattbare von Schwalbe)
  • Reparaturen: keine

Die beiden neuen Mäntel wären nicht nötig gewesen, denn die vom Hersteller verbauten waren noch gut. Aber ich hatte schlicht und ergreifend keine Lust mehr, alle Nase lang den Schlauch zu wechseln.

Ansonsten hat mein neues Trekkingrad keinerlei Kosten verursacht. Denn Rad fahren verbrennt nur Fett und kein Geld, während Auto fahren Geld verbrennt und und leider auch viele Menschen fett macht.

Rad fahren verbrennt Fett und spart Geld

Rad fahren verbrennt Fett und spart Geld

Was ich am meisten an meinem neuen Trekkingrad schätze, ist seine Robustheit und Zuverlässigkeit. Es hat mich bis dato auch nicht ein einziges Mal im Stich gelassen. Keine Probleme mit der Schaltung, keine Probleme mit der Beleuchtung, keine Probleme mit den Bremsen. Das Oregon punktet aber nicht nur in Sachen Zuverlässigkeit, auch was die Spritzigkeit anbetrifft kann es mit leichteren Crossrädern durchaus mithalten.
Dass Bremsbeläge nicht ewig halten, ist normal. Dass sich Bremsbeläge leicht wechseln lassen, ist dagegen nicht unbedingt selbstverständlich. Selbst Leute, die wie ich in Sachen Technik eher zwei linke Hände haben, können die Beläge mit ein paar Handgriffen auswechseln. Nichts muss eingestellt werden. Einfach alte Beläge weg, neue Beläge hin – fertig!

Von daher kann ich dem Hersteller nur zustimmen, wenn er auf seiner Homepage verkündet:

Der Langstreckenkönig unter den Trekkingrädern. Das Oregon gänzt durch Robustheit ebenso wie durch Zuverlässigkeit. Bei Antrieb und Schaltung kommen ausschließlich ausgesuchte Bauteile aus der Shimano Deore XT Gruppe zum Einsatz. Abgerundet wird die hochwertige Ausstattung durch eine moderne Beleuchtungsanlage und dem extrem belastbaren Tubus Logo Gepäckträger. Ein Trekkingrad par exellence.

Ich habe am Rad eigentlich nur eines zu bemängeln: das vordere Schutzblech. Es ist viel zu kurz, und zwar an beiden Enden. Bei Regen oder Nässe auf der Straße spritzt das Wasser direkt auf die Füße bzw. die Schienbeine. Abhilfe schaffen könnte da ein sogenanntes Longboard von SKS.

Aber insgesamt bin ich mit meinem Staiger Oregon voll zufrieden. Das Trekkingrad kann ich jedem empfehlen.




Scheibenbremsen oder Felgenbremsen

Kaum ein Thema erhitzt die Gemüter passionierter Radfahrer heute mehr. Rennradfahrer schwören auf Felgenbremsen, weil sie leichter sind als Scheibenbremsen und auch Anfänger sie schnell einstellen und warten können. An Mountainbikes dagegen findet man heutzutage nur noch Scheibenbremsen. Ich habe mir die Mühe gemacht und bei ein paar namhaften Versandhändlern nachgeschaut. Ich habe kein einziges Mountainbike gefunden, dass keine Scheibenbremse hatte. Scheibenbremsen haben sich in diesem Marktsegment einfach durchgesetzt. Mögen die Puristen auch die Nase rümpfen, bei Regen und Dreck, auf unwegsamem Terrain und bei steilen Abfahrten sprechen Scheibenbremsen mit ihrer unübertroffenen Bremskraft einfach für sich. Außerdem werden bei Scheibenbremsen die Felgen der Laufräder nicht beansprucht, geschweige denn abgenutzt. Wenn man bedenkt, wie oft man Downhill die Bremse betätigt, dann ist das ein weiteres Argument, das für Scheibenbremsen spricht. Das macht auch den höheren Anschaffungspreis und das größere Gewicht wieder wett.
Bei Rennrädern verhält es sich anders. Nach dem Motto „wer später bremst, ist länger schnell“ betätigen Rennradfahrer die Bremsen ihres Rades deutlich seltener als Mountainbiker. Außerdem fahren sie ihre Rennmaschinen auf sauberen asphaltierten Straßen. Da hat Dreck überhaupt keine Chance, zwischen Bremsbacken und Felge wie Schmirgelpapier zu wirken. Noch dazu sind Rennradfahrer wegen der schmalen Reifen und des damit verbundenen Risikos bei Nässe zu rutschen meist nur unterwegs, wenn die Straßen trocken sind.
Unser Fuhrpark daheim ist mit der ganzen Palette, die der Bremsen-Markt derzeit bietet, ausgerüstet: Am Rennrad meines Mannes ist ein Felgenbremse verbaut, mein Crossrad hat eine hydraulische Scheibenbremse, mein neues Trekkingrad eine hydraulische Felgenbremse und unsere alten Trekkingräder haben stinknormale V-Brakes. Wir sind mit allen zufrieden. Logisch, denn jedes Rad wird unterschiedlich eingesetzt.
Wichtig bei Felgenbremsen ist, dass man die Felgen der Laufräder von Zeit zu Zeit auf Verschleiß überprüfen sollte. Bei normaler Beanspruchung hält so ein Laufrad schon einige Tausend Kilometer. Unsere alten Trekkingräder haben bestimmt schon 20 000 Kilometer auf dem Buckel und sind noch okay. Dreck auf den Felgen und Bremsbelägen sorgt dafür, dass die Felge abgeschmirgelt wird. Deshalb solltet ihr euer Rad nach einem matschigen Ausritt immer gleich vom gröbsten Dreck befreien. Das erhöht die Lebensdauer immens. Vergesst dabei die Räder eurer Kinder nicht. Die pflegen nämlich ihre Räder nicht freiwillig zu putzen. Insbesondere im Frühjahr, wenn für viele die Radsaison wieder anfängt, erlebt man da so manch unliebsame Überraschung, wenn man die Räder der lieben Kleinen aus der Garage holt.


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