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Fahrradcodierung sinnvoll oder nicht?

Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich mein teures Trekkingrad codieren lassen soll oder nicht. Schließlich habe ich die Originalrechnung noch, kenne die Rahmennummer und kann mein Rad ganz genau beschreiben. Die meisten Radfahrer wissen nämlich nicht, welche Marke sie eigentlich fahren. Sie haben kein Markenbewusstsein. Wer nach einem Diebstahl lediglich sagen kann, welche Farbe sein Rad hat, der hat schlechte Karten. Schwarze, rote oder grüne Fahrräder gibt es wie Sand am Meer. Codierte Räder können ihrem Besitzer dagegen eindeutig zugeordnet werden.

Ausschlaggebend für mich war der „jüngste“ Coup der Polizei in Hamburg. Bei einer Razzia in Hamburg-Rothenburgsort hat man im April gut 2000 Fahrräder beschlagnahmt. Im Mai wurden Fotos der gestohlenen Fahrräder im Internet veröffentlicht. Daraufhin meldeten sich 850 potentielle Besitzer bei der Polizei, aber nur gut 20 Räder konnten bislang eindeutig zugeordnet werden. Derzeit werden die Räder in zwei großen Lagerhallen in Hamburg-Niendorf ausgestellt, in der Hoffnung, sie ihrem rechtmäßigen Besitzer übergeben zu können. Aber das wird schwierig, wenn man nicht durch eine Rechnung oder Fotos belegen kann, dass einem das Rad auch tatsächlich gehört. Angenommen mein Rad wäre unter diesen gut 2000 Rädern, dann wäre ich bereits von der Polizei informiert worden, denn anhand der Codierung wüsste man meinen genauen Wohnort und die Initialen meines Namens.




Lastenrad-Initiative Karlsruhe

Die freie Lastenrad-Initiative Karlsruhe geht auf die Zielgerade. Im November gab es bereits ein erstes Treffen, auf dem die Initiative einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Resonanz war überaus positiv. Sowohl Fahrradhändler als auch Privatpersonen haben angeboten, ihre Lastenräder kostenlos zur Verfügung zu stellen.

2017 feiert das Rad seinen 200. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums finden in Karlsruhe und Mannheim viele Veranstaltungen statt. Die freie Lastenrad Initiative Karlsruhe soll sich bis zum Fahrradjubiläum im Mai konstituiert haben. Die Umsetzung des ehrgeizigen Plans gelingt nur mit Hilfe vieler Freiwilliger, denn allein können das die Initiatoren – André Lachmund, Christian Büttner und Markus Radke – nicht schaffen. Ein erster Satzungsentwurf steht und am 19. Januar findet um 19 Uhr im Fahrradbüro / Umweltzentrum in der Kronenstraße 9 in Karlsruhe das Gründungstreffen statt.

So oder ähnlich könnten die zukünftigen Lastenräder aussehen:

Darf ich vorstellen - Kasimir

Kasimir (Bild: Lastenrad-Initiative Köln)

Lastenrad für die Reise

Lastenrad auf der Roadshow in Karlsruhe

Mit der Gründung der Initiative fängt die Arbeit aber eigentlich erst an. Es braucht viele helfende Hände. Daher sollen Arbeitsgruppen gebildet werden, die die folgenden Aufgaben übernehmen:

  • Fundraising, Spendenwerbung, Crowdfunding
  • Öffentlichkeits- und Pressearbeit (Logo, Flyer, Postkarten, Bilder und Filme)
  • Homepage und Aufbau eines Buchungssystems
  • Radbeschaffung, Rad-Stationen, Wartung und Technik

Wenn ihr euch aktiv einbringen wollt und Lust habt, in einer der Arbeitsgruppen mitzuwirken, geht zum Gründungstreffen oder meldet euch beim Vorsitzenden des ADFC Karlsruhe, Christian Büttner (christian.buettner@adfc-bw.de).