Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Stehen wir über dem Gesetz?

Stehen wir Radfahrer über dem Gesetz, nur weil wir Rad fahren? Gelten Regeln immer nur für andere Verkehrsteilnehmer, aber nicht für uns selbst? Anders kann ich die Pressenachricht der Polizei Karlsruhe leider nicht interpretieren:

Radkontrollen stießen auf Unverständnis

Ich weiß natürlich nicht, wie viele Radfahrer insgesamt kontrolliert wurden. 17 von 100 sind viel, 17 von 1000 sind nicht viel. Die Kreuzung Rüppurrer Straße / Baumeisterstraße ist ein gefährliches Eck. Gerade dort sollten wir Radfahrer nicht nur höllisch aufpassen, sondern uns auch an die Regeln halten. Ich halte es weder für Schikane noch für unsinnig, wenn man auch uns kontrolliert. Die Polizisten hätten bestimmt auch lieber etwas „Besseres“ getan,  Auch zugeparkte Radwege oder blind nach rechts abbiegende Autofahrer rechtfertigen nicht unser eigenes Fehlverhalten. Nur weil wir mit dem Rad unterwegs sind, gibt uns das keinen Freifahrtschein für Regelverstöße. Das sehen viele andere Radfahrer auf Twitter und Facebook zwar komplett anders als ich, aber irgendwie war ich noch nie Mainstream.

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Eine Stadt voller Räder

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Floskeln in Unfallmeldungen

  1. Wir stehen sicherlich nicht über dem Gesetz. Es wäre aber vermutlich einfacher Kontrollen zu akzeptieren, wenn auch mal Kontrollen bei Autofahrern durchgeführt würden in Bezug auf Verstöße, die uns Radler gefährden.
    Denn die schweren Verletzungen oder gar tödliche Ausgänge sind letztlich meist durch Geschwindigkeit und Masse der Autos bedingt. Aus diesem Grund gibt es auch die Gefährdungshaftung! Der Autofahrer muss wegen der systembedingten Gefährdung damit eigentlich mit besonderer Rücksichtnahme gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern unterwegs sein und das schließt auch die Radfahrer mit ein.
    Kontrollen von Autofahrern in Bezug auf Verstöße, die Radfahrer gefährden, habe ich in Karlsruhe bisher nicht wahrnehmen können.

    • Alexander Schottmüller

      Wo er Recht hat, hat er Recht.
      Dem ist nichts hinzuzufügen.

    • Anke

      Sicher, auch Autofahrer könnte man stärker kontrollieren (z.B. verstärkt in 30er Zonen, vor Schulen und Kindergärten). Was ich aber überhaupt nicht leiden kann, ist die Unsitte, immer erst mal mit dem Finger auf andere zu zeigen, wenn man bei einem Verstoß gegen die StVO erwischt wird, um damit den eigenen Regelverstoß klein zu reden oder gar zu entschuldigen. Dann könnte ja auch der Kleinkriminelle, der beim Diebstahl ertappt wird, sagen „habt ihr nichts Besseres zu tun, als mich festzunehmen? Die Kleinen bestraft ihr und die Großen lasst ihr laufen!“
      Ich glaube auch nicht, dass diejenigen, die man bei der Kontrolle am Donnerstag in flagranti erwischt hat, sich anders verhalten hätten (sprich regelkonform), wenn im Vorfeld mehr Kontrollen bei Autofahrern durchgeführt worden wären.
      Muss ich den Sinn einer Kontrolle verstehen, damit ich einen Paragraphen der StVO einhalte? Ich muss den Sinn des Paragraphen selbst verstehen und akzeptieren. Wer hat Vorfahrt? Der Verkehrsteilnehmer, der an der roten Ampel steht oder der, der Grün hat? Ist die rote Ampel da, um mich zu ärgern? Nein, sie lenkt lediglich Verkehrsströme und soll uns alle schützen. Das funktioniert aber nur, wenn wir uns alle an dieselben Regeln halten.

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