Skateboard, Kickboard und Co.

Als ich gestern mit dem Rad in Richtung Innenstadt unterwegs war, wäre ich beinahe mit einem Skateboard Fahrer kollidiert. Er kam mit Karacho von rechts aus einer Seitenstraße geschossen und nahm mir rotzfrech die Vorfahrt. Mit eleganten Schwüngen fuhr er mittig auf dem Radweg vor mir her. Ich habe ihn kurz darauf zwar überholt, aber an der nächsten Ampel hatte er mich wieder eingeholt. Selbstbewusst nahm er dort die Poleposition ein und setzte seine Fahrt bei Grün unbekümmert auf dem Radweg fort.

Da habe ich mich natürlich gefragt, ob so ein Skateboard Fahrer überhaupt auf der Straße bzw. dem Radweg fahren darf. Und was ist mit den anderen fahrbaren Untersätzen, als da wären Kickboards, Cityroller, Inlineskates, Skikes oder Segways?

Kickboards und Cityroller sind zwar etwas aus der Mode gekommen, aber ab und zu sehe ich noch Leute, die mit diesen praktischen kleinen Dingern in der Stadt unterwegs sind. Abgesehen von der SkateNight begegnen mir Inline-Skater und Skiker eigentlich nur abseits öffentlicher Straßen.

Was sagt das Gesetz? Laut § 24 Absatz 1 StVO sind

(1) Schiebe- und Greifreifenrollstühle, Rodelschlitten, Kinderwagen, Roller, Kinderfahrräder, Inline-Skates, Rollschuhe und ähnliche nicht motorbetriebene Fortbewegungsmittel (…) nicht Fahrzeuge im Sinne der Verordnung. Für den Verkehr mit diesen Fortbewegungsmitteln gelten die Vorschriften für den Fußgängerverkehr entsprechend.

Kickboards, Cityroller, Skateboards, Inline-Skates und Skikes zählen also zu den ähnlichen nicht motorbetriebenen Fortbewegungsmitteln im Sinne des § 24 Absatz 1 StVO und unterliegen den Vorschriften des Fußgängerverkehrs. Mit ihnen darf ich also auf Gehwegen und in Fußgängerzonen mit der gebotenen Rücksichtnahme fahren, nicht aber auf Radwegen oder öffentlichen Straßen. Allerdings kann ich trotzdem nachvollziehen, warum der junge Mann mit seinem Skateboard lieber auf dem Radweg als auf dem Gehweg gefahren ist. Erstens ist der Belag des Radwegs besser, zweitens kommt man besser voran. Trotzdem hat er sich natürlich regelwidrig verhalten.

Was aber ist mit Segways? Ich persönlich finde die Dinger ja überflüssig wie ein Kropf, aber wie heißt es so schön „jedem Tierchen sein Pläsierchen“. Immer wenn mir ein Trupp Segway-Fahrer entgegenkommt, hoffe ich inständig, dass die Fahrer mit dem Gefährt auch umgehen können.

Laut Mobilitätshilfenverordnung (MobHV) gehören Segways (d.h. max. 20 km/h schnelle Einpersonen-Transportmittel mit elektrischer Antriebs- und Balancetechnik, zwei parallel angeordneten Rädern und einer Lenk- bzw. Haltestange) zu den Kraftfahrzeugen im Sinne der StVO. Gefahren werden dürfen Segways auf Schutzstreifen, Radfahrstreifen, Radwegefurten und Radwegen. Nur wenn diese nicht vorhanden sind, dürfen Fahrbahnen benutzt werden. Möchte man mit dem Segway in die Fußgängerzone fahren, muss man gemäß § 7 Absatz 5 MobHV seine Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr anpassen. Auf Fußgänger muss Rücksicht genommen werden, sie dürfen weder behindert noch gefährdet werden.

Dann hoffe ich mal, dass die Leute, die Karlsruhe mit dem Segway erkunden, das auch alles wissen, was in der Mobilitätshilfenverordnung 2009 festgelegt wurde.