Sieger im Fahrradklimatest und Sieger beim Fahrradklau

Wir sind in Baden-Württemberg Spitze in punkto Fahrradfreundlichkeit, wir sind aber auch Spitze in Sachen Fahrradklau. In keiner anderen Stadt Baden-Württembergs werden so viele Fahrräder gestohlen wie in Karlsruhe. Wir toppen Stuttgart um 100 Prozent, obwohl dort doppelt so viele Menschen wohnen wie in Karlsruhe. Das hört sich viel an, wundert mich persönlich aber nicht wirklich. Karlsruhe ist flach und damit schon alleine von der Topographie prädestiniert fürs Radfahren und Stuttgart liegt unten in einem Kessel. Wer von der Stuttgarter Innenstadt in die umliegenden Vororte will, muss schon leidenschaftlich gerne mit dem Rad fahren. Gelegenheitsradler tun sich das nicht täglich an.

Kein Wunder also, dass bei uns mehr Räder gestohlen werden, es stehen ja auch mehr davon herum.

Wo werden am meisten Räder gestohlen:

  • Bahnhof
  • Innenstadt
  • KIT

Auch das ist logisch, am Bahnhof, in der Innenstadt und an der Uni haben potentielle Diebe auch die meiste Auswahl.

Wer die Wahl hat, hat die Qual

Laut Untersuchung war jedes sechste gestohlene Fahrrad ungesichert abgestellt und / oder gar nicht abgeschlossen oder hatte eine schlechte Sicherung (Billigschloss). Auch wenn Räder durch ein hochwertiges Schloss abgeschlossen sind, schützt dies nicht wirklich vor Diebstahl, wenn man es mühelos wegtragen kann. Ein Rad gehört nicht nur abgeschlossen, sondern an einen festen Gegenstand angeschlossen.

Vor allem Abschreckung schützt vor Fahrradklau. Dafür eignen sich insbesondere stabile Faltschlösser und Bügelschlösser. Als Faustregel gilt: Für ein passendes Schloss sollte man rund zehn Prozent des Fahrradpreises einrechnen. Je teurer und leichter ein Rad ist, umso schwerer und teurer sollte auch ein adäquates Schloss sein.

Gleichgültig welches Schloss ihr wählt, entscheidet euch auf jedem Fall für „geprüfte Qualität“ und für hochwertiges Material sowie durchgehärteten Spezialstahl und massive Schließsysteme. Viele Hersteller bieten ihre Produkte farblich gekennzeichnet nach Sicherungsklassen (A+ und B+) an. Beim Verband der Schadensversicherer (VdS) findet ihr ein Verzeichnis mit anerkannten Zweiradschlössern.

Man hat sein Rad ja nicht immer im Blick, deshalb sollte man es stets an einen fest verankerten Gegenstand anschließen. Aber bitte nicht nur das Vorderrad anschließen. Das kann selbst ich innerhalb von Sekunden vom Rad montieren und dann mit dem nicht gesicherten Rest davon spazieren.

Das Vorderrad ist gut gesichert, der Rest leider gestohlen

Das Vorderrad ist gut gesichert, der Rest leider gestohlen

Lasst eure Räder außerdem codieren. Das macht der ADFC oder auch die Polizei selbst. Es ist nämlich ohne Codierung gar nicht so einfach für die Polizei, ein als gestohlen gemeldetes Fahrrad ausfindig zu machen. Schwarze Räder mit einer silbernen Klingel gibt es viele. Fast die Hälfte aller Radfahrer weiß nämlich nicht einmal, von welchem Hersteller ihr Rad ist. Die Polizei empfiehlt daher, das Zweirad codieren zu lassen. Die eingravierte Zahlenkombination gibt unmissverständlich Auskunft über den Besitzer des Fahrrads. Codierte Fahrräder lassen sich außerdem nicht so leicht verkaufen, denn die Codiernummer lässt sich nur sehr schwer wieder entfernen. Das macht den Diebstahl codierter Räder unattraktiv für professionelle Diebe.