Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Sei doch nicht so pütscherig!

Mit „pütscherig“ – was auf hochdeutsch so viel heißt wie „pedantisch“ oder „kleinlich“ – bin ich gemeint. Wieso bin ich in den Augen meiner Familie pütscherig? Weil ich was kritisiert hatte, was den Ortsansässigen anscheinend gar nicht übel aufstößt – Radwege, vor deren Zustand man lieber mit zusätzlich aufgestellten Schildern warnt,

als die Schäden selbst zu beheben

und benutzungspflichtige Zweirichtungsradwege, die so schmal sind, dass es im wahrsten Sinne des Wortes eng wird, wenn ein Radfahrer mit Kinderanhänger entgegenkommt.

Bin ich von der Karlsruher Infrastruktur her schon so verwöhnt, dass ich ein paar Bodenwellen oder entgegenkommenden Radfahrern nicht mehr ausweichen kann? Meine Ansprüche was die Radinfrastruktur anbetrifft sind zugegebenermaßen hoch. Meine Familie ist da weniger pingelig.

Du mööt dor doch nich förn. Wie nemt jümmer nen annern wech!

Was so viel heißt wie „da musst du doch gar nicht fahren, wir nehmen immer einen anderen Weg“.

Das ist natürlich auch eine Möglichkeit – schlechte Radwege einfach meiden! Für Ortskundige kein Problem. Aber Ortsfremde, die den Wegweisern folgen, haben die A-Karte!

 

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Nachruf auf eine starke Frau

  1. Norbert

    Ich würde auch noch das VZ 240 kritisieren, das nur bis 1992 korrekt war und somit zusätzlich altersbedingt schon längst ausgetauscht werden hätte müssen. 😉

    • Anke

      Da hast du natürlich recht. Das alte, nicht mehr gültige Schild steht im Kreis Rotenburg (Wümme) noch auf vielen Radwegen. Das ist mir persönlich aber nicht so wichtig. Wenn ich wählen könnte zwischen einem breiten, frisch geteerten Radweg oder einer aktuellen Radwegbeschilderung würde ich ersteres immer vorziehen. Wenn ich ehrlich bin, gefallen mir die alten Piktogramme mit der Fahrradbeleuchtung auch besser als die aktuellen.

  2. Norbert

    Es ist vor allem ein Ausdruck der Ernsthaftigkeit, mit der man sich um den Radverkehr kümmert.

  3. Jaja, die Macht der Gewohnheit. Es ist meiner Ansicht nach wirklich ein ziemliches Problem, dass sich ein Großteil der Radfahrer schon derart an die bescheidenen Zustände gewöhnt hat. Im Gegenteil, oft ist man sogar froh um jedes Fitzelchen „Radweg“, sei der noch so mangelhaft oder gefährlich.

    Die Ortskunde ist übrigens der wesentliche Grund, warum ich grade in der Fremde inzwischen erst einmal alles meide, was in irgendeiner Weise als „Radverkehrsanlage“ beschildert ist. Das ist eine Nebenwirkung, die von den Verkehrsplanern aber ebenfalls völlig ignoriert wird; zur Not hat der Radfahrer ja dann die A…karte und bekommt eine Knolle – oder hat, wenn es zum Unfall kommt, dann seine ganz persönlichen zivilrechtlichen Nachteile…

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