Sei doch nicht so pütscherig!

Mit „pütscherig“ – was auf hochdeutsch so viel heißt wie „pedantisch“ oder „kleinlich“ – bin ich gemeint. Wieso bin ich in den Augen meiner Familie pütscherig? Weil ich was kritisiert hatte, was den Ortsansässigen anscheinend gar nicht übel aufstößt – Radwege, vor deren Zustand man lieber mit zusätzlich aufgestellten Schildern warnt,

als die Schäden selbst zu beheben

und benutzungspflichtige Zweirichtungsradwege, die so schmal sind, dass es im wahrsten Sinne des Wortes eng wird, wenn ein Radfahrer mit Kinderanhänger entgegenkommt.

Bin ich von der Karlsruher Infrastruktur her schon so verwöhnt, dass ich ein paar Bodenwellen oder entgegenkommenden Radfahrern nicht mehr ausweichen kann? Meine Ansprüche was die Radinfrastruktur anbetrifft sind zugegebenermaßen hoch. Meine Familie ist da weniger pingelig.

Du mööt dor doch nich förn. Wie nemt jümmer nen annern wech!

Was so viel heißt wie „da musst du doch gar nicht fahren, wir nehmen immer einen anderen Weg“.

Das ist natürlich auch eine Möglichkeit – schlechte Radwege einfach meiden! Für Ortskundige kein Problem. Aber Ortsfremde, die den Wegweisern folgen, haben die A-Karte!