Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Schulterblick als Lebensretter

Im Mai haben die Stadtväter die aktuellen Pläne und Zahlen zum Thema Stadtentwicklung und Verkehr veröffentlicht. Neben den Themen Radschnellwege, fahrradgerechte Baustellenführung und der Notwendigkeit zusätzlicher Fahrradabstellplätze wurden die neusten Unfallzahlen bekanntgeben. Man könne zwar keinen Rückgang bei Unfällen mit schwer verletzten Radfahrern verzeichnen, aber die Unfallzahlen insgesamt seien in etwa auf Vorjahresniveau. Da sich aber der Anteil der Radfahrer unter den Verkehrsteilnehmern verglichen zum Vorjahr deutlich erhöht habe, könne man sagen, dass die Situation für Radfahrer sicherer geworden sei. Woher diese Zahlen zum Radverkehrsanteil kommen, weiß ich nicht. Auch Thomas hat auf seinem Blog bereits kritisch angemerkt, dass es dazu eigentlich gar keine exakten Daten gibt.

Wir haben uns das Ziel gesetzt, die Unfallzahlen mit schwerverletzten Radfahrern bis 2020 um 25 Prozent zu senken

so Bürgermeister Michael Obert. Das ist natürlich löblich. Jetzt müssen den Worten nur noch Taten folgen. Die Stadt sorgt für die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, indem sie die dafür notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellt. Die nützt aber nur wenig, wenn sich die Verkehrsteilnehmer nicht an ein paar simple Regeln halten.

Ich möchte in diesem Zusammenhang an die Kampagne DANKE! Für Ihren Schulterblick erinnern, mit der Autofahrer zu mehr Achtsamkeit im Straßenverkehr aufgefordert werden. Hauptunfallursache bei Unfällen zwischen Radlern und Autofahrern sind leider nach wie vor Abbiegefehler. Ein Schulterblick beim Rechtsabbiegen kann Leben retten.

Doch selbst wenn man den Schulterblick übt, heißt das ja noch lange nicht, dass der Lenker des Fahrzeugs auch stoppt, wenn er einen vorfahrtsberechtigten Radfahrer rechts von sich bemerkt.

Gestern Nachmittag wäre es beinahe zu so einem Abbiegefehler gekommen. Der Busfahrer der Linie 24 wollte um genau 17 Uhr von der Tiefentalstraße rechts abbiegen in die Straße des Roten Kreuzes. Ich fuhr auf dem brandneuen Radweg rechts von ihm und wollte nach Hohenwettersbach, d.h. ich war vorfahrtsberechtigt.

Radfahrer haben hier Vorfahrt

Der Busfahrer hat mich genau gesehen, dachte wahrscheinlich aber „das schaffe ich noch“. Fatalerweise kam aber von oben aus Hohenwettersbach ein Radfahrer und wollte zum Zündhütle. Den hatte der Busfahrer überhaupt nicht auf dem Schirm. Erst als der Bus schon halb auf dem Radweg stand, bemerkte er den Radfahrer und konnte gerade noch zum Stehen kommen. Wenn der Radfahrer aber nicht schon vorher eine Vollbremsung hingelegt hätte, wäre es zum Crash gekommen. Diese Einmündung gehört noch zusätzlich abgesichert. Regeln kennen heißt noch lange nicht, dass sie auch eingehalten werden. Ich hoffe, dass diese Stelle nicht erst zu einem Unfallschwerpunkt werden muss, bis man hier durch zusätzliche Schilder (abknickende Vorfahrt, Achtung: Radfahrer) auf die neue Verkehrsführung hinweist.

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CM = Kirchentag der Radfahrer

  1. Bin sehr froh, dass dir und dem anderen Radler nichts passiert ist! Dazu DANKE für den Post!

    Das ist nämlich genau der Punkt. Es werden Regeln aufgestellt, Fahrradstraßen eingerichtet, Einbahnstraßen freigegeben, usw. usw. Aber keiner schaut danach, ob die Regeln eingehalten werden. Ich habe das Ordnungsamt auch schon mehrfach auf entsprechende Situationen aufmerksam gemacht.
    Es wird nur abgewiegelt. Da wäre schließlich kein Unfallschwerpunkt!

    Kann man eigentlich die Stadt verklagen wegen Unterlassung, wenn dann doch was passieren würde?! Nur würde es dem betroffenen Radler tatsächlich wenig helfen.

  2. Das Problem ist nicht ein mutwilliges Verletzen der Verkehrsregeln, sondern schlicht und einfach Unaufmerksamkeit, insbesondere aufgrund von Ablenkung. Ich habe letzten 2 Wochen mal mitgezählt: von den 41 Fahrern, die mich beinahe umgenietet hätten, hatten 34 Handy oder Sprechfunk (Taxifahrer) in der Hand, einer aß gerade ein Sandwich und ein LKW-Fahrer hatte die Bild-Zeitung offen auf dem Lenker liegen…

    Dass es jetzt teurer ist, wenn man erwischt wird, bringt leider nicht viel, wenn derartige Vergehen nicht konsequent verfolgt werden. Da sind die Ordnungsämter und Verkehrspolizei von den Städten in die Pflicht zu nehmen.

    Ein weiteres Problem sind die ganzen Radwegparker, die mich dazu zwingen, auf die Fahrbahn auszuweichen, was mitunter zu gefährlichen Situationen führt. Auch in dieser Hinsicht unternimmt die Stadt Karlsruhe herzlich wenig.

    Positiv möchte ich aber noch anmerken, dass ich die kostenlose kühle Dusche im Schlossgarten heute Morgen sehr genossen habe. Dieser Service ist im Sommer sehr angenehm.

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