Schläuche – auch kaputt noch zu gebrauchen

Mein Alltagsrad, das Reiserad von Rennstahl, war nach 18500 Kilometern zur Inspektion in der Werkstatt (neue Bremsbeläge, neue Kette, neues Kettenblatt vorne, Ölwechsel Rohloffschaltung). Gestern konnte ich es abholen. Als der Zweiradmechaniker mir bei der Übergabe erklärte, was er warum durchgeführt hatte und am rechten Griff die Schaltung rauf und runter drehte, erinnerte er sich anscheinend an seine Probefahrt und den Anflug von Ekel, den er beim Anfassen meiner Ergogriffe verspürt haben muss. Ich trage im Sommer beim Radfahren so gut wie nie Handschuhe. Meine schweißnassen Hände haben auf den Griffen also eine dementsprechend klebrige (der Norddeutsche würde jetzt sagen pekige, das Wort trifft es genauer) Patina hinterlassen.

Frau Maurer, ich habe da einen Tipp für Sie!

Statt mir nahezulegen, meine Griffe doch mal gründlich mit Wasser zu säubern, ging er in die Werkstatt und kam mit einem Stück Schlauch zurück. Auf der Innenseite der Schläuche befindet sich ja ein Talkum. Das verteilte er auf meinen Griffen. Ergebnis: Was die Haptik anbelangt ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Zuhause habe ich das natürlich gleich beim Packster 40 ausprobiert. Das Lastenrad bin ich zwar erst gut 100 km gefahren, aber die Griffe fühlen sich schon ähnlich klebrig an, obwohl sie noch total sauber aussehen. Langfristig kommt man natürlich an einer gründlichen Reinigung der Griffe nicht vorbei, aber wenn man eine schnelle Lösung sucht, dann wirkt so ein Stück Schlauch wahre Wunder. Bisher habe ich meine alten Schläuche eigentlich nur als Unterlage benutzt, damit die Garmin-Halterung am Lenker nicht verrutscht. Jetzt habe ich eine weitere Einsatzmöglichkeit. Alte Schläuche also nicht wegwerfen, auch kaputt sind sie noch zu gebrauchen.