Scheibenbremsen oder Felgenbremsen

Kaum ein Thema erhitzt die Gemüter passionierter Radfahrer heute mehr. Rennradfahrer schwören auf Felgenbremsen, weil sie leichter sind als Scheibenbremsen und auch Anfänger sie schnell einstellen und warten können. An Mountainbikes dagegen findet man heutzutage nur noch Scheibenbremsen. Ich habe mir die Mühe gemacht und bei ein paar namhaften Versandhändlern nachgeschaut. Ich habe kein einziges Mountainbike gefunden, dass keine Scheibenbremse hatte. Scheibenbremsen haben sich in diesem Marktsegment einfach durchgesetzt. Mögen die Puristen auch die Nase rümpfen, bei Regen und Dreck, auf unwegsamem Terrain und bei steilen Abfahrten sprechen Scheibenbremsen mit ihrer unübertroffenen Bremskraft einfach für sich. Außerdem werden bei Scheibenbremsen die Felgen der Laufräder nicht beansprucht, geschweige denn abgenutzt. Wenn man bedenkt, wie oft man Downhill die Bremse betätigt, dann ist das ein weiteres Argument, das für Scheibenbremsen spricht. Das macht auch den höheren Anschaffungspreis und das größere Gewicht wieder wett.
Bei Rennrädern verhält es sich anders. Nach dem Motto „wer später bremst, ist länger schnell“ betätigen Rennradfahrer die Bremsen ihres Rades deutlich seltener als Mountainbiker. Außerdem fahren sie ihre Rennmaschinen auf sauberen asphaltierten Straßen. Da hat Dreck überhaupt keine Chance, zwischen Bremsbacken und Felge wie Schmirgelpapier zu wirken. Noch dazu sind Rennradfahrer wegen der schmalen Reifen und des damit verbundenen Risikos bei Nässe zu rutschen meist nur unterwegs, wenn die Straßen trocken sind.
Unser Fuhrpark daheim ist mit der ganzen Palette, die der Bremsen-Markt derzeit bietet, ausgerüstet: Am Rennrad meines Mannes ist ein Felgenbremse verbaut, mein Crossrad hat eine hydraulische Scheibenbremse, mein neues Trekkingrad eine hydraulische Felgenbremse und unsere alten Trekkingräder haben stinknormale V-Brakes. Wir sind mit allen zufrieden. Logisch, denn jedes Rad wird unterschiedlich eingesetzt.
Wichtig bei Felgenbremsen ist, dass man die Felgen der Laufräder von Zeit zu Zeit auf Verschleiß überprüfen sollte. Bei normaler Beanspruchung hält so ein Laufrad schon einige Tausend Kilometer. Unsere alten Trekkingräder haben bestimmt schon 20 000 Kilometer auf dem Buckel und sind noch okay. Dreck auf den Felgen und Bremsbelägen sorgt dafür, dass die Felge abgeschmirgelt wird. Deshalb solltet ihr euer Rad nach einem matschigen Ausritt immer gleich vom gröbsten Dreck befreien. Das erhöht die Lebensdauer immens. Vergesst dabei die Räder eurer Kinder nicht. Die pflegen nämlich ihre Räder nicht freiwillig zu putzen. Insbesondere im Frühjahr, wenn für viele die Radsaison wieder anfängt, erlebt man da so manch unliebsame Überraschung, wenn man die Räder der lieben Kleinen aus der Garage holt.

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