Rügen – Wittower Runde

Wir sind das dritte Mal auf Rügen. Unser erster Besuch liegt bereits 15 Jahre zurück. Da waren die Kinder noch klein. Die Ferienanlage in Juliusruh auf der nördlichsten Halbinsel Wittow war damals relativ neu und idyllisch in einem Kiefernwald direkt am Meer gelegen. Die Strandresidenz Aquamaris ist übrigens auch heute noch ein Paradies für Kinder. Gut acht Kilometer Sandstrand laden zum Baden, Faulenzen, Spazierengehen und Joggen ein.

Strand zwischen Juliusruh und Glowe

2002 hatten wir keine Räder dabei. Damals habe ich die Halbinsel mehr oder minder erjoggt.

Letztes Jahr waren wir das zweite Mal auf Rügen, erneut ohne Räder. Da musste ich wohl oder übel mit einem Leihrad die Insel erkunden. Wenn man wie ich was Räder anbetrifft verwöhnt ist, muss man da schon die eine oder andere Kröte schlucken.

Leihräder – drei Gänge, Rücktrittbremse und breiter Sattel

Da ich mich dieser Tortur nicht noch einmal aussetzen wollte, habe ich mir letztes Jahr ein Faltrad gekauft – mein Kleines Schwarzes von Tern. Das hatten wir dieses Mal dabei.

Die Wittower Runde ist eine meiner Lieblingstouren auf Rügen. Sie führt einmal um die Halbinsel herum, ist locker an einem halben Tag zu schaffen und bietet viel fürs Auge.

Wittower Runde – immer an der Küste lang

Der Radweg führt fast immer an der Küste entlang und ist mehr oder minder autofrei. Knapp vier Kilometer hinter Juliusruh kommt man am ersten Highlight vorbei, einem ca. 4000 Jahre altem Großsteingrab, das erst 1970 entdeckt wurde.

Großsteingrab nordöstlich von Nobbin

Von Nobbin geht es weiter am Rügenhof Arkona vorbei zum Fischerdorf Vitt, einem aus dreizehn reetgedeckten Häusern bestehenden Ort mit einem winzigen Hafen. Wenn man gut zu Fuß ist, kann man von dort aus über den felsigen Strand bis nach Arkona wandern.

Fischerdorf Vitt, Rügens „romantischster“ Ort (Marco Polo)

 

Küste zwischen Vitt und Kap Arkona

Vor und hinter Arkona kommt man über steile Treppen an den Strand. Versteht sich von selbst, dass die Räder oben bleiben müssen. Fahren könnte man unten sowieso nicht.

Treppe hinunter zur Küste hinter Kap Arkona

Etwa 600 Meter nordwestlich von Arkona führt eine dieser Treppen hinunter zum viertgrößten Findling der Insel, dem Siebenschneiderstein. Er heißt so, weil auf dem 6,40 m langen und 4,90 m breiten Felsen sieben Schneider Platz hätten um zu arbeiten.

Siebenschneiderstein – von oben sieht er eigentlich gar nicht so groß aus, aber das täuscht

Wenn man dann wie ich die falsche Abzweigung wählt – sprich den Wanderweg anstelle des Radweges einschlägt – fährt man anschließend ein paar Kilometer über einen holprigen Single Trail.

Der Weg ist das Ziel …

Über Dranske, von wo aus man bereits einen Blick auf Hiddensee erhaschen kann, führt der Radweg dann wieder zurück über den kleine Hafenort Wiek nach Juliusruh.

Wieker Bodden

Erst geht es am Wieker Bodden entlang nach Wiek. Dann kommt man über eine schmale Alleenstraße nach Breege, wo sich ein Abstecher hinunter zum Hafen lohnt. Dann schließt sich der Kreis und man ist wieder in Juliusruh.

Breege Hafen

Ein Tipp am Rande: Auch wenn die Straßen noch so pittoresk sind, der Belag glatt und zum Radfahren geradezu einlädt, wählt den ausgeschilderten Radweg. Lieber über die eine oder andere plötzlich auftauchende, tückische Bodenwelle hoppeln, als von einem zu dicht überholenden PKW touchiert und überfahren zu werden.

Radwege „leben“ auf Rügen

Die als Radwege ausgeschilderten Nebenstraßen sind in der Regel gut. Was die benutzungspflichtigen Radwege anbetrifft, muss man Abstriche machen. Schilder, die auf Radwegsschäden hinweisen, sind eben günstiger als die Beseitigung der Schäden selbst. Aber das findet man in ganz Deutschland, nicht nur auf Rügen.