Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Rückblick – Critical Mass Oktober

Vor einer Woche habe ich die Gretchen-Frage gestellt:

Wie familienfreundlich sind Karlsruher Straßen?

Dies wollten wir auf der gestrigen CM ein wenig in Augenschein nehmen. Eins ist sicher, die Critical Mass selbst ist sehr familienfreundlich. Auch gestern waren wieder viele Eltern mit ihren Kindern im Schlepptau gekommen. Manche saßen noch im Kindersitz hinten auf dem Gepäckträger oder vorne im Lastenrad, aber es waren auch wieder viele Kinder und Jugendliche mit eigenem Rad dabei.
Da die Polizei uns auf unserer Tour immer begleitet und absichert – vielen Dank dafür von dieser Stelle – fährt man mit einem ganz anderen Gefühl durch die Stadt, als würde man dieselbe Strecke alleine mit dem Rad fahren. Auf der CM kann man als Radfahrer die Seele baumeln lassen. Man fährt gemütlich durch die Straßen, entdeckt neue Stadtteile, lernt interessante Menschen kennen und muss eigentlich nur auf die Radfahrer achten, die vor, neben oder hinter einem fahren. Den motorisierten Verkehr nimmt man nur am Rande wahr, da die uns begleitende Polizeistaffel die Kreuzungen absperrt und uns den Weg frei macht.
Das ist ein fast unwirkliches Gefühl – eine Stunde mit dem Rad durch die Stadt, ohne Angst haben zu müssen, mal wieder zu dicht überholt zu werden. Drängelnde Autofahrer? Werden von der Polizei in Schach gehalten. Parkende Autos auf dem Radweg? Mal wieder eingequetscht auf dem Schutzstreifen zwischen fahrenden und parkenden PKWs? Auf der CM alles kein Problem, hier benutzen wir die Straße.

So gesehen kann man auf einer CM natürlich nicht realitätsnah feststellen, wie familienfreundlich die Straßen unserer Stadt wirklich sind. Fahrt die Strecke mal alleine ab. Samstags wäre zum Beispiel ein guter Zeitpunkt für so eine Tour. Dann ist in der Erbprinzenstraße viel los und der Markt auf dem Gutenbergplatz lädt zum Verweilen ein. Nehmt eure Kinder mit und fragt euch zum Schluss, ob ihr sie hier auch bedenkenlos alleine mit dem Rad fahren lassen würdet.
Auf der Strecke liegen zwei Schulen – das Fichte und das Lessing Gymnasium. Die meisten Schüler kommen wahrscheinlich zu Fuß, viele aber auch mit dem Rad. Stellt euch mal morgens zwischen 7.30 und 7.45 Uhr an die Ecke Karlstraße / Sophienstraße und beobachtet das „muntere“ Treiben. 

Ich hoffe, dass es allen Teilnehmern gestern Abend gefallen hat. Die Sophienstraße ist für mich eine der schönsten Straßen der Stadt. Sie bietet sich für eine CM Begegnungsstrecke an. So können die vorne Fahrenden sehen, wie viele Radfahrer noch folgen. Das war gestern wirklich imposant. 203 Teilnehmer im Oktober, das hatten wir noch nie. Dass die Sophienstraße fast auf der kompletten Länge als Fahrradstraße ausgewiesen ist, finde ich toll. Noch besser fände ich es allerdings, wenn man sie als Vorfahrtsstraße ausweisen würde. Sie wird ja auch jetzt schon von den meisten Verkehrsteilnehmern als vorfahrtsberechtigt empfunden. Dies wird von der Stadt derzeit geprüft, und was nicht ist kann ja noch werden.

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Per Rad den Herbst genießen

  1. Karsten

    Habe erst in letzter Zeit auf KA Feedback versucht die Stadt auf ein paar Gefahrenstellen hinzuweisen. Dort wird die ganze Sache anders gesehen – als z.B. ich Sie empfinde. So hat die Stadt vor gut einem Jahr einen Radstreifen in ein Parkstreifen umgewandelt…… (Waldstadt). Seit her gab es vor allem Unfälle zwischen Radfahrern (die nun auf dem Gehweg fahren) und Fußgänger….. Dem geschuldet, das die – zwar Tempo 30 Zone – nun so Eng ist, das sich viele Radfahrer nicht auf die Straße trauen – es auch für z.B. einen 11 jährigen Radfahrer auch ein Himmelfahrtskommando währe, sich da – im all morgendlichen Verkehrschaos durch die Autos zu trängen….. Die Stadt beruft sich darauf, das alle Mindestmaße eingehalten wurden……
    Für mich ein absulutes no go – für noch mehr kostenfreie Stellplätze, die in nur einem Jahr schon wieder so gut belegt sind, das man schon nach noch mehr Fläche zum Parken schauen könnte…..

    • Anke

      Wenn es um Scherben auf Rad-/Gehwegen oder das Leeren überquellender Papierkörbe geht, funktioniert das Tool KA-Feedback eigentlich ganz gut. Meist reagiert die Stadt da ganz schnell. Wenn es aber um größere Dinge geht, wie Sinn und Unsinn von benutzungspflichtigen Radwegen oder wie in deinem Beispiel die Umwandlung eines Radstreifens in einen Parkstreifen, mahlen die Mühlen langsam, oder der Verbesserungsvorschlag / Änderungswunsch wird gleich abgeschmettert. Ich fände es persönlich auch besser, wenn man die Radinfrastruktur weiter ausbauen würde, damit mehr Leute vom Auto aufs Rad umsteigen. Dann bräuchte man nämlich keine neuen Parkstreifen. Es gibt Schutzstreifen, da würde ich mit Kindern im Schlepptau nicht fahren. Ich erlebe es immer wieder, dass hier Eltern mit ihren Kindern auf den Gehweg ausweichen. Das führt dann wieder zu Konflikten mit Fußgängern.

  2. Susanne

    Um welche Straße in der Waldstadt geht es denn?
    Auf jeden Fall sollte man seinem Kind beibringen, auf normalen Fahrbahnen nicht zu dicht an parkenden Autos vorbei zu fahren. Dann lieber noch ein Stück weiter in der Mitte, damit auch der tollkühnste Autofahrer nicht auf die Idee kommt zu überholen. Durch Vorbilder lernen das die Kids übrigens am Besten.
    Oder es tun sich einiger Waldstädter Radfahrer zusammen uund „kontrollieren“ vor Ort. Und bringen konsequent Verstösse zur Anzeige.

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