Radweg in die Bergdörfer (1)

Das Warten hat sich gelohnt, der neue gut vier Meter breite Rad-/Gehweg in die Höhenstadtteile von Karlsruhe ist fertiggestellt. Bis auf zwei Tage hatten wir Radfahrer während der gesamten Bauphase freie Fahrt, während der Autoverkehr einspurig mit Ampelschaltung an der Baustelle vorbeigeführt wurde.

Die Stadt Karlsruhe hat tief in die Tasche gegriffen. An mehreren Stellen musste der Hang abgegraben werden und zwei gigantische Stützmauern sollen sicherstellen, dass kein Geröll auf den Radweg bzw. die Straße fällt.

Von Hohenwettersbach kommend sieht das Ganze jetzt so aus. Am Ortsende bei den letzten Häusern wechselt man an der Verkehrsinsel von der Straße nach links auf den Rad-/Gehweg.

Fahrbahnwechsel am Ortsausgang

Danach quert man die Straße, die in die Bergwaldsiedlung führt. An dieser Stelle sollte jetzt auch dem letzten Autofahrer klar sein, dass hier Radfahrer kreuzen.

Roter Radweg mit neuen Piktogrammen

Diese Stelle war bisher brandgefährlich. Wenn man von unten kommend in Richtung Hohenwettersbach weiterfahren wollte, musste man höllisch aufpassen, nicht von rechts in die Bergwaldsiedlung abbiegende PKWs über den Haufen gefahren zu werden. Dadurch, dass die Straße hier eine leichte Linkskurve macht, waren viele Autofahrer im Irrglauben, dass sie ja geradeaus fahren würden und damit automatisch Vorfahrt hätten. Diese Gefahr ist jetzt gebannt. Sicherheitshalber sollte man vielleicht doch ein Schild hinstellen, dass auf eine abknickende Vorfahrt hinweist.

Radfahrer haben hier Vorfahrt

Vor der Verbreiterung durfte man als Radfahrer den Geh-/Radweg nur Richtung Hohenwettersbach benutzen, bergab war nicht erlaubt. Dies hat viele Autofahrer aber nicht daran gehindert, einen anzuhupen, wenn man vorschriftsmäßig die Straße benutzt hat. Bei Licht betrachtet darf man jetzt eigentlich immer noch nicht mit dem Rad bergab fahren, weil das Radwegschild oben in Hohenwettersbach fehlt. Aber das kommt ja bestimmt noch.

Gut vier Meter breit mit einem tollen Belag, da fährt es sich doch gleich leichter

Wieso man unten den Radweg erst auf mehr als vier Meter verbreitert hat, um ihn dann durch diese monströse Absperrung wieder um einen Meter zu verschmälern, kann ich nicht nachvollziehen. Ist das Tiefbauamt sicher, dass das Monstrum links stehen sollte und nicht rechts vom Radweg an der Böschung, wo jetzt noch die rot-weißen Absperrgitter stehen?

Aber auch mit dieser Verengung ist der neue Radweg gelungen. Ich fahre jetzt lieber hier zurück nach Grünwettersbach, obwohl das für mich einen Umweg von gut zwei Kilometer bedeutet. Aber beim Radfahren ist eben auch oft der Weg das Ziel.

Nachtrag:

Ich möchte die konstruktive Kritik von @thomykay auf Twitter aufnehmen und auf drei kritische Stellen des Radweges hinweisen, die man ggf. noch verbessern könnte.

  1. Der Wechsel von der Straße auf den Radweg in Hohenwettersbach ist suboptimal. Stimmt, aber ich sehe keine bessere Stelle, an der man auf den Radweg wechseln könnte. Bei der Verkehrsinsel ist zumindest sichergestellt, dass Autofahrer nicht zum Überholen ansetzen, wenn man nach links abbiegen will.
  2. Unten am Zündhütle bei der Einfahrt ins Wohngebiet weisen noch keine Piktogramme darauf hin, dass auch von rechts Radfahrer kommen können. Das ist brandgefährlich und gehört zeitnah geändert. Noch besser wäre auch hier ein roter Radwegsbelag mit Piktogrammen.
  3. Wenn man den Radweg hinunter fährt, hat man unten an der Kreuzung meist mehrere Ampelphasen in Richtung Durlach oder Aue. Radfahrer, die es eilig haben, kreuzen daher vor der Kreuzung ad hoc die Straße und umgehen so zwei Ampelphasen. Dabei gefährden sie allerdings nicht nur sich selbst, sondern auch andere. Wozu die Eile? Ich bin doch in diese Richtung in der Regel auf dem Weg zur Arbeit und nicht auf der Flucht!