Radelblog

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Radinfrastruktur – Leuchtturmprojekte für Karlsruhe

Gestern habe ich über das Verkehrspolitische Programm des ADFC Karlsruhe berichtet, das in einer Entwurfsfassung vorliegt und wenn es nach dem ADFC geht bei der nächsten Fortschreibung des 20-Punkte-Programms zur Förderung des Radverkehrs in Karlsruhe mit einfließen soll. Unter dem Abschnitt „Infrastruktur“ geht es u.a. um Groß- und Leuchtturmprojekte für Karlsruhe. Bis 2025 sollen mindestens drei solcher Leuchttumprojekte verwirklicht werden. Als Beispiel wird eine wegen ihrer Form Schlange genannte Brücke nur für Radfahrer genannt, die 2014 in Kopenhagen fertiggestellt wurde. Der ADFC verweist in diesem Zusammenhang auf die schlechte Anbindung des Rheinhafens für Radfahrer und könnte sich so ein Leuchtturmprojekt dort vorstellen.

Ich hätte da ja einen weiteren Vorschlag, nämlich den Aus- / Umbau der Fußgängerbrücke am Rüppurrer Schloss. Derzeit müssen Radfahrer absteigen und schieben, wenn sie die Brücke zur Querung der Ettlinger Allee/ Herrenalber Straße benutzen wollen. Da ziehen es die meisten Radfahrer vor, an der Ampel zu warten, um die Kreuzung fahrend zu überqueren. Morgens vor Schulbeginn und nachmittags nach Schulende reicht eine Grünphase in der Regel nicht aus, um alle an der Ampel wartenden Schüler sicher über die Kreuzung zu bringen. Wenn man Pech hat und eine Straßenbahn kommt, fällt eine Grünphase dann auch schon mal aus.

Statt hier die Grünphase zu verlängern, würde ich die Brücke, von der aus ich filme in eine reine Radfahrerbrücke umbauen oder so verbreitern, dass Radfahrer und Fußgänger sich nicht in die Quere kommen. Ihr sucht Leuchtturmprojekte? Hier wäre ein potentieller Kandidat, zumal sich unter der Rubrik Bildung, Öffentlichkeitsarbeit und Tourismus auch der Punkt Fertigstellung und Fortschreibung der Radschulwegpläne findet.

Wenn am Ende einer Grünphase die Zahl der querenden Radfahrer dünner wird, kommt es oft zu brenzligen Situationen, wenn PKW Fahrer meinen, eine Lücke zwischen zwei Radfahrern zum links Abbiegen nutzen zu müssen.

 

Auch der „Herdentrieb“ kann böse enden. Immer wieder sehe ich Schüler die Straße queren, obwohl die Ampel schon längst wieder auf Rot gesprungen ist. Eine Brücke für Radfahrer wäre hier die ideale Lösung. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder den Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen, dann müssen wir auch die nötige Infrastruktur bereitstellen, dass sie sicher ans Ziel kommen.

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Verkehrspolitisches Programm des ADFC Karlsruhe

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Kalt, kälter, CM

  1. Susanne

    Der Herdentrieb ist aber genau richtig. Wenn mindestens 16 Fahrräder in einer Gruppe radeln, so sind sie doch ein“Verband“ und alle dürfen radeln, obwohl die Ampel schon auf rot umgesprungen ist. Hier sollten mal die Autofahrer kontrolliert werden. Natürlich gibt es da dann gefährliche Situationen. Aber den Radverkehr ganz den Blicken des MIV zu entziehen, ist in der Summe noch gefährlicher. Eine Brücke ist immer eine schlechtere Lösung. Es ist einfach bequemer ebenerdig die Straße zu überqueren. Wenn der Radverkehr eine Zukunft haben soll, muss er in den Städten mindestens gleichberechtigt sein, am Besten wäre natürlich die Radfahrer würden bevorzugt.

    • Anke

      Als Radfahrerin und regelmäßige Critical Mass Teilnehmerin kenne ich natürlich die Verbandsregel. Ich würde mich allerdings abseits der CM nicht darauf verlassen, dass auch jeder Autofahrer diese Regel kennt. Und schon gar nicht auf einer Straße mit so viel Autoverkehr wie auf der Herrenalber Straße. Und wenn es um meine Kinder geht, möchte ich schon gar kein Risiko eingehen.
      Sicher, eine ebenerdige Querung einer Kreuzung ist weniger anstrengend als eine Überquerung mittels einer Brücke. Aber auf einer Fahrradbrücke hätte ich immer Vorfahrt und müsste an keiner Ampel halten.
      Was man an dieser Kreuzung sofort ändern müsste, ist die Ampelschaltung. Es dürfte immer nur eine Seite Grün haben. Dann gäbe es zumindest keine Konflikte mit Linksabbiegern.

  2. Danke für diesen Blog. Doch denke ich nicht, dass alle Punkte des Plans sich entsprechend 100 Prozent umsetzen lassen. Sicherheit ist wichtig, doch werden Fahrradfahrer immer in Gefahr Leben.

    • Anke

      Ich glaube auch nicht, dass die Stadt Karlsruhe bis 2025 drei Leuchtturmprojekte umsetzen wird oder kann. Aber zumindest ein zukunftsweisendes Projekt sollte man schon angehen, wenn man Fahrradhauptstadt Süddeutschlands oder sogar ganz Deutschlands werden will. Das würde den Bekanntheitsgrad unserer Stadt erhöhen und hätte auch Signalwirkung für andere.

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