Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Radfahrer sind hitzeresistent

Wer befürchtet hatte, dass die gestrige Critical Mass der Hitze zum Opfer fallen würde, der lag falsch. Radfahrer, insbesondere Alltagsradler, fahren bei jedem Wetter. Und so machten sich dann allen Unkenrufen zum Trotz 233 Radfahrer auf den Weg durch die Karlsruher Innenstadt. Der Streckenverlauf war gut gewählt. Es war ein Mix aus Sightseeing Tour und Baustellentourismus. Insbesondere für Neu-Karlsruher bietet die Critical Mass so manch ein Aha-Erlebnis.


Woran wir auf jeden Fall noch arbeiten müssen, ist unsere Außenwerbung.

Critical was? Wofür bzw. wogegen seid ihr?

Erstaunlich wenig Menschen wissen, wofür die Critical Mass Bewegung sich einsetzt. Anscheinend reichen die paar Plakate, die wir an den Rädern oder auf unseren Westen und Rucksäcken befestigt haben, dazu nicht aus.

Wir sollten es so machen wie die FridaysForFuture Bewegung und unterwegs Forderungen lautstark skandieren, meinetwegen auch auf Englisch. Das muss wohl so sein.

What do we want? Bike-friendly cities!
When do we want them? Now!

Die Critical Mass auf einem großen Platz ausklingen zu lassen und Kaltgetränke gegen eine freiwillige Spende anzubieten – Spende ging gestern vollumfänglich (208 €) an die jungen Leute von FridaysForFuture Karlsruhe, die uns so tatkräftig unterstützt haben – hat sich erneut bewährt. Die Teilnehmer verweilen einfach länger, und wir bekommen auch viel mehr Feedback und konstruktive Kritik. Was war gut, was ließe sich verbessern, wo sollten wir mal lang fahren? All dies lässt sich vor ehrwürdiger Kulisse, mit musikalischer Untermalung einfach viel besser diskutieren als in einer rappelvollen engen Straße.

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Danke Karlsruhe!

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Festgefressen!

  1. eva

    Werbung?
    Ja, für Helme, die wenigsten haben welche auf.

    Schon schockierend.

    LG Eva

    • Anke

      Hallo Eva,

      Werbung? Ja, fürs Radfahren! Dafür kann man gar nicht genug Werbung machen.
      Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht. Jeder Radfahrende muss selbst entscheiden, ob er einen Helm aufsetzen will oder nicht.
      Ich muss gestehen, dass ich normalerweise immer einen Helm trage, aber aufgrund der Hitze in den letzten Tagen darauf verzichtet habe. Ja, das ist inkonsequent. Aber ich habe es unter dem Helm einfach nicht mehr ausgehalten.

  2. Wir tragen immer Helm, es gibt nur ganz wenige Ausnahmen. Zum einen weil der Sohnemann meistens dabei ist und zum anderen weil es reichen kann, einmal ohne unterwegs zu sein und dann passiert eben was. Man muss ja nicht mal selber schuld sein, vor allem im Straßenverkehr.

    Die Hitze macht es ultra schwierig ja, die Suppe läuft… Aber es gibt gute Helme die auch gut Fahrtwind durchlassen. Lediglich wenn wir am Rhein oder z.B. auf Feldwegen fahren haben wir manchmal auch kleinere Strecken ohne Helm absolviert.

    Aber das kommt sehr selten vor… selbst auf Feldwegen kann man blöd fallen, alles schon erlebt.

    Seit es Decathlon in der Stadt gibt, sieht man mehr Helmfahrer, was man vor allem an den Decathlon Helmen erkennt 😀 Aber ich finde es immer noch heftig wie viele Leute nicht nur mit teilweise Rädern in schrecklichem Zustand unterwegs sind, geschweige denn, ohne Helm. Selbst Eltern mit Kindersitz und Kleinkind drin OHNE Helm.

    Absolut unverständlich sowas. Wenn was passiert jammern genau solche Leute dann am meisten rum. Es passiert weiß Gott genug und man liest doch andauernd selbst von Todesfällen.

    Das sowas Leute nicht wach rüttelt?

  3. Blöde Frage zu CM: Kann solch eine Route auch durch eine Fußgängerzone führen?

    • Anke

      Ich finde nicht, dass das eine blöde Frage ist. Rein rechtlich gesehen sind Fußgängerzonen den Fußgängern vorbehalten. Radfahren darf man dort nur, wenn dies ein zusätzliches Schild explizit erlaubt. In Karlsruhe können Radfahrende Fußgängerzonen werktags zwischen 20 Uhr und 10 Uhr des Folgetages sowie an Sonn- und Feiertagen ganztägig befahren.
      Die Karlsruher CM startet immer um 18 Uhr auf dem Kronenplatz. Wir dürften also rein theoretisch die Fußgängerzone auf der Kaiserstraße auf Höhe der Kronenstraße nicht queren. Bisher wurde uns dies aber immer erlaubt. Ich nehme an, weil wir die CM offiziell anmelden und die Polizei die Querung absichert.
      Für mich stellt sich die Frage, warum will ich eine Fußgängerzone queren? Will ich Aufmerksamkeit erregen, auf meine Rechte als gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer hinweisen oder nur möglichst schnell irgendwohin gelangen. Unser rollender Protest richtet sich ja gegen die Bevorzugung des MIV im Straßenverkehr, nicht gegen Fußgänger. Wir wollen einen Teil der Straße für uns zurückgewinnen, nicht die Fußgängerzone. Außerdem berufen wir uns ja auf die Verbandsregel der Straßenverkehrsordnung, denn als Verband dürfen wir auf der Straße mit dem Rad fahren.

      Was meint ihr, kann oder sollte eine CM Route durch eine Fußgängerzone führen?

      • Würde sagen, nur zur Querung oder um ein gewisses Ziel zu erreichen wenn durch die FZ besser möglich. z.B. um zum Zirkel zu gelangen aus Höhe Kriegsstraße oder Waldstraße.

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