Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Rad-Rowdys

In der gestrigen BNN Ausgabe gab es einen Leserbrief zum Thema Radfahren in der Sophienstraße in Karlsruhe:

Radfahrer = Landplage?

Ich stimme dem Verfasser des Leserbriefes insofern zu, dass auch ich es hasse, wenn sich Radfahrer nicht an die Verkehrsregeln halten, so als stünden sie über dem Gesetz, nur weil sie per Rad und nicht mit dem Auto unterwegs sind. Es gibt diese Rad-Rowdys, wie er sie nennt, und sie ruinieren den Ruf aller Radfahrer.

Aber angesichts der steigenden Zahl von Radfahrern auf Karlsruher Straßen von einer „Landplage“ zu reden, halte ich nun doch für etwas übertrieben und am Thema vorbei. Nehmen wir den Ort des Geschehens, die Sophienstraße. Sie ist eine der vielen Fahrradstraßen der Stadt Karlsruhe. Wie die meisten Fahrradstraßen in unserer Stadt ist sie zwar gut gemeint, aber nicht gut gemacht.

  1. Die winzigen grünen Fahrradpiktogramme auf der Straße sind verblichen und weder für Radfahrer noch für Autofahrer gut erkennbar.
  2. Bis auf eine einzige Ausnahme (ca. 30 Meter langes Teilstück der Erbprinzenstraße) ist auf allen Fahrradstraßen PKW Verkehr zugelassen, so dass es mir schwer fällt überhaupt einen Unterschied zwischen unseren „Fahrradstraßen“ und „normalen“ Straßen zu erkennen.

Die Sophienstraße ist extrem. Auf beiden Seiten parken Autos und dazu kommt die von Herrn Fehrle genannte Rechts-vor-Links-Regelung. Damit will ich jetzt nicht das verkehrswidrige Verhalten von wem auch immer entschuldigen, aber die Situation wäre dort viel entspannter und übersichtlicher, wenn man die Sophienstraße gleich zur Vorfahrtsstraße erklären würde. Noch besser wäre, wenn man – abgesehen von Anliegern – überhaupt keine Autos mehr auf Fahrradstraßen zuließe. Dann könnte man wirklich von Fahrradstraßen reden.

 

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Ganz schön „draist“ diese CM in Karlsruhe

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Bloggerwalk auf den Spuren von Karl Drais

  1. Da sprichst du mir aus der Seele. Ähnlich schlimm ist der viel zu schmale nutzungspflichtige Radweg auf der Moltkestraße Richtung Knielingen. Es ist dort fast unmöglich, auf eine für alle Verkehrsteilnehmer sichere Weise zu überholen.

    Der mangelnde Respekt der Stadt gegenüber den Radfahrern führt irgendwann zwangsläufig dazu, dass die Radfahrer gegenüber dem Rest des Verkehrs ihren Respekt verlieren. Die StVO fordert jedoch den respektvollen Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern. Es wird Zeit, dass Städte wie Karlsruhe das ihrige dazu tun.

    • Kai S.

      Der angesprochene Radweg in der Moltkenstraße wurde die letzten Wochen in einen reinen Gehweg umgewandelt. Radfahrer müssen hier jetzt die Straße benutzen. Auf der Straße wurden entsprechende Piktogramme auf die Fahrspur gemalt. Sehr vorbildlich das ganze.

      Unbefriedigend ist allerdings die Situation auf Höhe des städischen Klinikums: auch dort wurde der sehr gefährliche Rad-/Gehweg in einen reinen Gehweg umgewandelt. Radler in Richtung Knielingen müssen nun entweder ihr Rad auf dem Gehweg schieben oder auf der Straße fahren. Da dort ebenfalls die Straba fährt und es keine Möglichkeit gibt, diese als Radler an sich vorbeifahren zu lassen und man nebenbei noch höllisch auf die Straßenbahngleise dort aufpassen muss ist das nur für geübte und ortskundige Radfahrer mit dickem Fell praktikabel.

      • Anke

        Ich fahre fast nur von Knielingen in die Innenstadt. In diese Richtung ist der Radweg bis auf ein paar Ausnahmen eigentlich recht gut. Was auffällt – es gibt kaum Falschparker. Das schreibe ich aber eher der Tatsache zu, dass es auf der rechten Seite der Moltkestraße so gut wie kein Geschäft gibt.
        In die andere Richtung – sprich nach Knielingen fahre ich den Weg eher selten. In diese Richtung ist der Radweg eher unterirdisch. Viel zu eng und der Belag hat auch schon bessere Tage gesehen.
        Die Radfahrer hier auf die Straße zu schicken, ist schon frech. Angesichts des starken Autoverkehrs und der parallel verlaufenden Straßenbahnschienen ist das nicht gerade ungefährlich.

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