Pole Position fürs Rad

Ich nenne die unten im Bild rot markierte Fläche „Pole Position fürs Rad“, der Terminus technicus lautet aufgeweiteter Radaufstellstreifen. PKWs und Motorräder müssen an der zurückgesetzten Haltelinie stehen bleiben, sodass Radfahrer die Möglichkeit haben, rechts vorbeizufahren, um sich vor die wartenden Fahrzeuge aufzustellen. Vorteil – es sinkt das Risiko, von einem Rechtsabbieger „übersehen“ zu werden, weil man im direkten Sichtfeld der nachfolgenden Autofahrer steht.

Kreuzung Waldstraße Zirkel gegenüber der Staatlichen Kunsthalle In Karlsruhe

Wenn diese Aufstellfläche dann auch noch farblich hervorgehoben ist, um so besser. Alles wäre super, wenn mittlerweile nicht auch Roller- und Mofa-Fahrer die Vorzüge dieser „Pole-Position“ für sich entdeckt hätten.

Sowohl die Aufstellfläche als auch der dorthin führende Radweg sind für Radfahrer konzipiert. Roller, Motorräder und Mofas haben hier eigentlich nichts zu suchen. Das schert aber einige Roller- und Mofa-Fahrer überhaupt nicht. Erst wird rechts auf dem Radweg am PKW Stau vorbeigefahren und dann stellt man sich kackfrech mit seinem kleinen Stinker ganz vorne an die Pole Position. Wenn die Maschinen wenigstens nicht so eine „Duftwolke“ hinter sich herziehen würden! Jeder, der schon mal hinter einem Roller oder Mofa her gefahren ist, weiß wie lange es dauert, bis sich der üble Geruch verzogen hat.

Den Rollerfahrer oben links im Bild habe ich angesprochen und gefragt, ob er wüsste, dass er auf dem Radweg nichts zu suchen hat. Er hat mich nur angegrinst, mehrmals demonstrativ Gas gegeben und ist dann davon gerauscht.

Bilde ich mir das nur ein oder nutzen tatsächlich immer mehr Mofa- und Roller-Fahrer Radwege und Schutzstreifen, um schneller voranzukommen?