Laut BNN (Badische Neuste Nachrichten, 25. Mai 2016) fahren auch Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes der Stadt Karlsruhe (KOD) mit dem Fahrrad Streife.

Mit Muskelkraft auf Streife

Mit Muskelkraft auf Streife

Ich bin in der Stadt fast nur mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs. Ich habe weder diese Streife noch die Fahrradstaffel der Polizei jemals mit eigenen Augen gesehen. Das kann natürlich Zufall sein, schließlich ist Karlsruhe kein Dorf. Es könnte aber auch daran liegen dass die Fahrradstreifen, so der KOD, vorwiegend in den Sommermonaten und bei trockenem Wetter unterwegs seien, weil dann eine größere Effektivität erzielt werde. Was ist das denn für eine Argumentation? Sind Spitzbuben und Dreckspatzen nur bei gutem Wetter unterwegs?

Widersprüchlich finde ich auch, dass man einerseits mit dem Fahrrad viel besser Präsenz zeigen könne (z.B. in Grünanlagen), aber andererseits weniger flexibel sei verglichen mit den Kollegen, die mit dem PKW unterwegs sind. Wenn man im Stadtzentrum flexibel ist, dann doch wohl mit dem Fahrrad. Egal, ob mit dem Pedelec oder mit reiner Muskelkraft, Strecken unter 5 Kilometer legt man innerhalb der Stadt nachweislich schneller zurück. Auch für den Transport von Einsatzmitteln gibt es Lösungen – Lastenräder zum Beispiel. Wieso meldet sich der KOD nicht auch bei der Stadt, um eine E-Lastenrad zu testen? Es werden doch gerade Testfahrer für E-Lastenräder gesucht.

Am Ende des BNN Artikels wird dann auch klar, warum die KOD Mitarbeiter Schön-Wetter-Radler sind: Derzeit sei man dabei, spezielle Kleidung für die Radlerteams zu beschaffen.

Doch bei aller Kritik, die Richtung stimmt. Der nächste Schritt wäre, wenn jetzt die Mitarbeiter des KOD und der Polizei nicht nur in Grünanlagen („Fahrradstreifen im Grünen optimal“), sondern auch sichtbar im Baustellen-Dschungel der Stadt unterwegs wären, um sich hautnah ein Bild von den Rad- und Gehwegen, den Fahrradabstellplätzen und gefährlichen Kreuzungen zu machen.