Pendeln ist nicht gleich Pendeln

Als ich jüngst auf meinem Weg von Karlsruhe nach Kiel an der Ausfahrt nach Bensheim vorbeikam, fiel mir unmotiviert ein, dass dort ein Kollege meines Mannes eine Wohnung hat und oft mit dem Auto zu seinem Arbeitsplatz nach Karlsruhe pendelt. Morgens und abends jeweils eine Stunde Fahrtzeit? No way, dazu hätte ich ja keine Lust, dachte ich. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit!

Dabei brauche ich für die Fahrt zur Arbeit genauso lange wie der Kollege meines Mannes. Einziger Unterschied – ich fahre mit dem Rad. Während mir zwei Stunden im Auto als pure Zeitverschwendung erscheinen, empfinde ich zwei Stunden Radfahren als entspannend und erholsam. Ich kann unterwegs die Seele baumeln lassen, denn es ist – von ein paar Joggern und Spaziergängern mal abgesehen – nichts los auf meiner Strecke.

Mit dem Rad zur Arbeit fahren – besser als mit dem Auto im Stau stehen (Bild links: Oberwald / Bild rechts: Alb)

Nicht mal Regen, Schnee oder Kälte können diese Freude trüben. Pendeln ist eben doch nicht gleich Pendeln. Mit dem Auto pendeln bedeutet für mich Stress, mit dem Fahrrad – je nach Tempo – Bewegung oder Sport an frischer Luft. Wenn ich abends nach Hause komme, habe ich mich bereits ausgetobt. Die Kosten fürs Fitness-Studio kann ich mir sparen.

Hier noch eine Grafik, die zeigt, was in unserem Körper passiert, wenn wir mit dem Rad fahren. Stimmt nicht? Probiert es doch einfach mal aus. Aber Achtung, Radfahren macht süchtig. Wenn man einmal damit angefangen hat, kann man nicht mehr damit aufhören.

Quelle: http://i1.wp.com/hub.chainreactioncycles.com/wp-content/uploads/2015/08/onehourcycling.jpg