Wie viele anderen Eltern auch war ich gestern Mittag auf der Kundgebung #ParentsForFuture auf dem Karlsruher Marktplatz. Es hatten sich zwar keine Tausend Teilnehmer versammelt, wir waren mit Sicherheit auch nicht so laut wie die vielen Schüler und Studenten einen Tag zuvor an selber Stelle, aber das war auch nicht der Anspruch der Veranstaltung. Es sollte vielmehr – so u.a. Martin Wacker auf Twitter – ein Zeichen gesetzt werden.

Als die Eckdaten des Pariser Übereinkommens zum Klimaschutz vorgetragen wurden, von denen viele nicht eingehalten werden können, wenn nicht JETZT und SOFORT gehandelt wird, wurde mir vor allem eines klar, dass wir uns alle erst mal an die eigene Nase fassen müssen.
Es ist nicht damit getan, dass wir unseren Kindern anerkennend auf die Schulter klopfen, weil sie für den Klimaschutz kämpfen, wir müssen auch unseren eigenen Hintern von der Couch lüpfen und unseren sei er auch noch so kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. So machtlos wie wir glauben, sind wir gar nicht.

Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.

  • An der Wahlurne:
    Die nächsten Europa- und Kommunalwahlen stehen vor der Tür. Wer nicht zur Wahl geht oder aus einem diffusen Protest heraus rechts wählt, ohne die Konsequenzen zu bedenken, hat seine „Bürgerpflicht“ nicht richtig verstanden.
  • Auf der Straße in Form von Kundgebungen wie #ParentsForFuture
  • Bei der Wahl seines fahrbaren Untersatzes:
    Muss man mit dem PKW ins Fitness-Studio fahren, um sich dann dort auf dem Laufband oder Ergometer aufzuwärmen? Braucht man wirklich einen SUV oder täte es auch ein kleines Hybrid- oder Elektro-Fahrzeug?
    Da die meisten Wege, die wir täglich zurücklegen, sowieso kürzer sind als 3 km und Parkplätze noch dazu Mangelware, könnte man auch gleich aufs Auto verzichten und zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.
  • Beim Einkaufen:
    Finger weg von den Plastiktüten, es gibt mittlerweile genügend Alternativen. Mehrweg statt Einwegflaschen. Lokal produzierte statt aus fernen Ländern per Flugzeug ins Land geschaffte Erzeugnisse.
    Statt jeden Tag Billigfleisch auf dem Teller lieber nur einmal pro Woche Qualität genießen.
  • Energie sparen:
    Stromverbraucher abschalten statt alle Geräte auf Stand-by. Häuser dämmen statt Wärme durchs Fenster nach draußen zu blasen.

Die Liste ließe sich noch um ein Vielfaches verlängern. Klimaschutz ist nicht etwas, was die da oben machen. Klimaschutz ist unser aller Aufgabe. Statt immer nur zu sagen „Es gibt viel zu tun, fangt schon mal an“, müssen wir selbst anfangen.