Pendeln ist nicht gleich Pendeln

Als ich jüngst auf meinem Weg von Karlsruhe nach Kiel an der Ausfahrt nach Bensheim vorbeikam, fiel mir unmotiviert ein, dass dort ein Kollege meines Mannes eine Wohnung hat und oft mit dem Auto zu seinem Arbeitsplatz nach Karlsruhe pendelt. Morgens und abends jeweils eine Stunde Fahrtzeit? No way, dazu hätte ich ja keine Lust, dachte ich. Was für eine Verschwendung von Lebenszeit!

Dabei brauche ich für die Fahrt zur Arbeit genauso lange wie der Kollege meines Mannes. Einziger Unterschied – ich fahre mit dem Rad. Während mir zwei Stunden im Auto als pure Zeitverschwendung erscheinen, empfinde ich zwei Stunden Radfahren als entspannend und erholsam. Ich kann unterwegs die Seele baumeln lassen, denn es ist – von ein paar Joggern und Spaziergängern mal abgesehen – nichts los auf meiner Strecke.

Mit dem Rad zur Arbeit fahren – besser als mit dem Auto im Stau stehen (Bild links: Oberwald / Bild rechts: Alb)

Nicht mal Regen, Schnee oder Kälte können diese Freude trüben. Pendeln ist eben doch nicht gleich Pendeln. Mit dem Auto pendeln bedeutet für mich Stress, mit dem Fahrrad – je nach Tempo – Bewegung oder Sport an frischer Luft. Wenn ich abends nach Hause komme, habe ich mich bereits ausgetobt. Die Kosten fürs Fitness-Studio kann ich mir sparen.




Diamonds are a girl’s best friend?

Auch ich liebe Schmuck, freue mich aber eigentlich noch viel mehr über solche Geschenke 🙂 Meine Familie kennt mich eben.

Die Kamera hatte ich mir schon länger gewünscht, damit ich in Zukunft unterwegs auf dem Rad festhalten kann, was sich auf deutschen Straßen und insbesondere auf den sogenannten Schutzstreifen für Szenen abspielen.

Ich bin schon sehr gespannt, was Juliane Schumacher zum Thema Radfahren in der Stadt zu berichten hat. Jedenfalls wird Ihr Buch How to Survive als Radfahrer in der Presse in den höchsten Tönen gelobt.

Auch die Putz- und Schmiermittel kommen genau richtig, denn nicht nur mein Alltagsrad hat eine gründliche Reinigung dringend nötig. Allerdings lohnt es sich bei der jetzigen Wetterlage nicht, mit der Radpflege anzufangen. Eine Fahrt durch das Schmuddelwetter und schon wäre das schöne Rad wieder dreckig.




Bild der Woche

Auf der letzten Critical Mass in Karlsruhe konnten wir ein für unsere Breitengrade ungewöhnliches Rad bewundern – eine Rikscha.

Ich hatte sie zuvor schon mal in Karlsruhe Durlach gesehen und angenommen, dass wir auch in Karlsruhe einen Standort von Radeln ohne Alter haben. Da habe ich mich wohl geirrt, aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Diese Rikscha gehört jedenfalls einem Ettlinger, der damit seine Eltern durch die Gegend fährt, weil sie gerne an der frischen Luft sind und früher auch viel mit dem Rad unterwegs waren. Er tue dies aber nicht nur ihnen zuliebe, sondern auch aus rein egoistischen Gründen. Schließlich täte es auch seiner Gesundheit gut, sich mehr zu bewegen. Ich muss sagen, dass ich total beeindruckt war, schließlich ist so ein Gefährt ja nicht ganz billig,

Mit unseren Töchtern haben mein Mann und ich schon des Öfteren scherzhaft diskutiert, wie der Rollator ausgestattet sein müsste, über den wir uns später mal freuen würden. Liebe Töchter, solltet ihr diese Zeilen lesen, ich hätte da ja jetzt noch einen zusätzlichen Wunsch. Wenn ich mal nicht mehr selbst Rad fahren kann, dann würde ich mich über die eine oder andere Ausfahrt in einer Rikscha extrem freuen. Bis es soweit ist, dauert es hoffentlich noch lange. Und bis dahin gibt es bestimmt auch in Karlsruhe einen Standort von Radeln ohne Alter, wo ihr euch dann eine Rikscha ausleihen könnt, um mit uns eine Ausfahrt zu machen 🙂


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Der Winter kann kommen

Gestern noch strahlender Sonnenschein und goldener Herbst, heute „Schietweer“.
Die Wetteraussichten für die kommende Woche sind auch nicht prickelnd: Kälteeinbruch und die Schneefallgrenze soll bis auf 800 m sinken.

Also habe ich auf meinem Crossrad wieder die Spikereifen aufgezogen, denn selbst ist die Frau. Bisher ist es mir nie gelungen, die Reifen zu wechseln, ohne mindestens einen Reifenheber zu schrotten. Mit den neuen Reifenhebern von Schwalbe ist mir das diesmal nicht gelungen. Entweder stelle ich mich nicht mehr ganz so ungeschickt an oder die Teile sind stabiler als sie aussehen.

Noch hängt das Rad dekorativ an der Wand, aber ich bin für alle Eventualitäten gerüstet. Bei Schnee und Eis nehme ich mein Crossrad mit Spikereifen, sonst wie gewohnt mein Trekkingrad.
Bin ich froh, dass ich nicht nur ein Rad besitze!

 

 

 




Nur mal kurz …

… zum Bäcker, zur Reinigung, zur Bank, den Warnblinker ausprobieren oder mit schlechtem Beispiel vorangehen. Ausreden gibt es immer. Seit wir in Karlsruhe diese wunderschön breiten und durch einen fetten Strich von der Fahrbahn abgetrennten Radwege haben, parkt es sich darauf viel besser als früher.

Nehmen wir einen typischen Samstagmorgen in der Karlstraße. Alle paar Meter steht ein Fahrzeug widerrechtlich geparkt auf dem breiten Radweg. Die Karlstraße steht stellvertretend für viele in Karlsruhe. Die Stadtväter bauen neue Radwege, Schutzstreifen und Fahrradstraßen. Doch als Radfahrer muss man Slalom fahren. Das Ordnungsamt könnte sich eine goldene Nase verdienen. Aber entweder fehlt der Wille, hier durchzugreifen oder das Personal oder beides.

Nur mal kurz im Weg stehen

 




Neuer Radrundkurs in Karlsruhe

„Von Schloss zu Schloss“ – so lautet der Name der neuen Radtour, die Christian Büttner vom ADFC Karlsruhe am 19. Oktober in den BNN veröffentlicht hat. Die Strecke verläuft von Karlsruhe über Rüppurr, Weiherfeld, Ettlingen nach Durlach, macht dann einen Schlenker durch Grötzingen und führt danach über Durlach wieder zurück zum Karlsruher Schloss. Leider steht der Artikel (noch) nicht online zur Verfügung, sonst hätte ich direkt auf ihn verlinken können. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden 🙂

Gestern bin ich die Strecke abgefahren. Einziges Hilfsmittel: die Print-Ausgabe des Artikels. Da ich kein begnadeter Kartenleser bin, hatte ich für alle Fälle natürlich mein Smartphone dabei. Man weiß ja nie und Google Maps ist im Zweifelsfall schon sehr hilfreich.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, einen Streckenverlauf möglichst knapp und dennoch präzise zu beschreiben, so dass sich Ortsunkundige zurechtfinden. Herrn Büttner ist dies extrem gut gelungen. Verfahren habe ich mich nur dort, wo ich meinte, mich gut auszukennen (in Ettlingen) oder ich habe einfach automatisch den Weg genommen, den ich immer fahre (zwischen Durlach und Grötzingen).

Von Schloss zu Schloss in Karlsruhe




Ertappt

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich auch in Karlsruhe mal auf veraltete Verkehrsschilder stoßen würde. Das kenne ich eigentlich nur aus Norddeutschland.

Früher war mehr Licht und auch mehr Farbe

Ich fahre seit Jahren jeden Tag zweimal daran vorbei und es ist mir erst jetzt aufgefallen, dass beide Schilder veraltet sind und eigentlich durch neue ersetzt gehören. Da sieht man mal wieder, wie blind man durch die Gegend fährt.




Jammern auf hohem Niveau

Jammern wir in Karlsruhe auf hohem Niveau, wenn wir auf schlechte oder fehlende Infrastruktur für Radfahrer, Laub auf Radwegen oder gefährliche Kreuzungen hinweisen?

Jammern auf hohem Niveau?

Dies war u.a. auch Thema auf der jüngsten Critical Mass. Eine Passantin sprach mich auf dem Kronenplatz an und fragte, was denn die vielen Radfahrer dort machen würden. Ich erklärte ihr kurz die Ziele der Critical Mass Bewegung, worauf sie entgegnete, dass wir in Karlsruhe da wohl eher auf hohem Niveau jammern würden. Als Fußgängerin fühle sie sich eher von Radfahrern gefährdet und bedrängt. Viele Karlsruher Radfahrer meinten, sie stünden über dem Gesetz, nur weil sie auf zwei statt auf vier Rädern unterwegs sind.




Gut gemeint, aber auch gut gemacht?

Zwei Radfahrer sind innerhalb kürzester Zeit in Karlsruhe durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Die Critical Mass Karlsruhe hat daraufhin spontan beschlossen, zwei Ghost Bikes aufzustellen. Es wurde geplant, auf die Schnelle zwei Räder organisiert, diese weiß angestrichen und Gedenktafeln beschriftet.
Eigentlich alles richtig gemacht und dennoch frage ich mich, ob wir die beiden verunglückten Radfahrer nur als Vorwand genommen haben, um auf Missstände im Radverkehr hinzuweisen.

Impressionen von der Critical Mass Oktober 2017

Wieso komme ich darauf, obwohl ich selbst an der Planung beteiligt war? Woher rühren meine Zweifel?




CM KA will Ghost Bikes aufstellen

Hintergrund der Aktion sind die beiden schrecklichen Fahrradunfälle, die sich Ende September / Anfang Oktober in Karlsruhe ereignet haben. Am 28. September wurde ein 80-jähriger Pedelec-Fahrer bei einem tragischen Unfall in Mühlburg tödlich verletzt. Der genaue Unfallhergang ist noch immer ungeklärt. Der zweite Unfall ereignete sich eine Woche später in der Nordweststadt. Ein vorfahrtsberechtigter 74-jähriger Radfahrer wurde von einem rechtsabbiegenden LKW erfasst und schwer verletzt. Der Radfahrer erlag wenig später seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Es ist geplant, morgen Abend (= letzter Freitag des Monats) an beiden Unfallorten (Rheinhafen-/Eckenerstraße bzw. Landauer Str./Wilhelm-Hausenstein-Allee) ein Ghost Bike zur Erinnerung an die verunglückten Radfahrer aufzustellen. Die Critcal Mass startet wie gewohnt um 18 Uhr auf dem Kronenplatz.

Streckenverlauf – Critical Mass Karlsruhe / Oktober 2017