Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Ohne Auto mobil im Alltag

Jetzt ist es also passiert – ich habe mich von meinem Fiat getrennt. Er bleibt zwar in der Familie, aber mir steht er nicht mehr zur Verfügung. Ein bisschen wehmütig war mir beim Abschied am Montag schon, als ich mit dem Faltrad zum Bahnhof geradelt bin, um nach Karlsruhe zurückzufahren.
Ich habe ihn zwar kaum genutzt, aber es hatte etwas ungemein Beruhigendes zu wissen, dass da in der Garage ein Auto steht, das ich in der Not hätte nehmen können. Dieses beruhigende Gefühl habe ich jetzt natürlich nicht mehr. Dafür aber eine große Auswahl an Rädern 😉

Damit mein Lastenrad nicht so verloren aussieht, habe ich nach meiner Rückkehr gleich mal ein wenig umgeräumt und mein Faltrad und ein Rad meines Mannes nebst Montageständer in der Garage verteilt. Wie man sieht gibt es noch jede Menge Platz für mein Alltagsrad, das Mountainbike und mein Rad mit den Spikereifen.

Eins möchte ich noch einmal betonen – ich habe nichts gegen Autos per se. In dem kleinen Dorf in Norddeutschland, in dem ich aufgewachsen bin, ist man auch heute noch ohne Auto aufgeschmissen. Es fährt morgens ein Bus in die nächstgelegene Kreisstadt und mittags einer wieder zurück – während der Schulzeit, versteht sich, nicht in den Ferien. Vor allem in ländlichen Regionen gibt es noch keine wirkliche Alternative zum Auto. Da haben wir noch erheblichen Nachholbedarf.

Aber in Karlsruhe sieht das anders aus. Hier brauche ich kein Auto, um von A nach B zu kommen. Der ÖPNV ist gut ausgebaut und dicht getaktet, dass ich mit Bus und Bahn überall hinkomme. Selbst an Sonn- und Feiertagen fährt alle 30 Minuten ein Bus von meinem Wohnort zum Hauptbahnhof oder nach Durlach mit Anschlussmöglichkeiten in die City, nach Heidelberg, Vaihingen Enz, Wissembourg, Bühl, Bad Wildbad und vielen Städten mehr.

KVV Liniennetzplan Schiene

Trotzdem ziehe ich in der Stadt selbst das Rad dem Öffentlichen Nahverkehr vor. Denn mit dem Rad bin ich flexibler und selbst bei einer Entfernung von 15 Kilometern und mehr im innerstädtischen Verkehr meist schneller. Und wenn ich zudem sehe, wie oft meine Kollegen krank sind, die mit dem Auto oder dem ÖPNV zur Arbeit kommen, dann denke ich, dass ich mit meiner Wahl nicht so ganz falsch liegen kann. Das könnte mein Arbeitgeber ruhig mal honorieren. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Zurück

Dunkelampeln

Nächster Beitrag

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

  1. Glückwunsch. Ich habe meins (einen Ford Focus) Mitte 2015 abgeschafft, als ich mal wieder rund 600 Euro für Reparaturen hätte aufbringen müssen. Es geht auch prima ohne – trotzdem vermisse ich hin und wieder die Möglichkeit grade auch im Zusammenhang mit dem Fahrrad, weil ich mein Rennrad oder Mountainbike gerne spontan in den Kofferraum geladen habe und so dann immer wieder mal Touren in Gegenden fahren konnte, die ich nun nicht mehr oder nur auf sehr langen Touren erreichen kann. Und es fehlt mir auch als trockenes Transportmittel für größere Einkäufe als auch generell bei schlechtem Wetter. Regen mag ich nämlich beim Radfahren überhaupt nicht.

    Ich lebe in einer Gegend mit äußerst miesem S- und ÖPNV. Daher kann ich es nachvollziehen, dass sehr viele keine wirkliche Alternative zum Auto sehen oder haben.

    Was ich andererseits gar nicht vermisse, sind die extrem hohen Kosten: Keine Versicherung mehr, keine Kfz-Steuer, keine HU- und AU-Gebühren, keine Parkgebühren, keine neuen Reifen, keine Bremsbeläge, keine teuren Tankstellen- und Werkstattbesuche, kein Eiskratzen… Klar, meine beiden Räder sind auch hin und wieder zu warten – das dürfte in der Summe aber kaum 5 % der Kosten ausmachen, die ich für das Auto aufwenden musste.

    • Anke

      Ich bin zwar etwas wehmütig gestimmt, glaube aber nicht, dass ich meinen FIAT sehr vermissen werde. Meist stand er eh in der Garage nutzlos herum. Das Kurzstreckenfahren nur zum Einkaufen tat der Batterie auch nicht gerade gut. So sind weitere Kosten entstanden, die unnötig waren.
      Meine Fahrräder waren in der Anschaffung zwar nicht gerade ein Schnäppchen, aber dafür verursachen sie relativ geringe Wartungs- u. Reparaturkosten. Ich gehöre zwar nicht zu den Schraubern, aber den Part übernimmt in der Regel mein Mann.
      Letztendlich habe ich für mich lediglich den einzig konsequenten Schritt getan.
      Regen und Minusgrade machen mir persönlich nichts aus, solange ich mich am Ziel umziehen kann. Ich bin immer wieder selbst überrascht, dass ich kaum friere, wenn ich bei Kälte mit dem Rad unterwegs bin. Würde ich bei gleichen äußeren Bedingungen von der Haustür zum Auto gehen, wäre das Kälteempfinden ein komplett anderes – ich würde frieren wie ein Schneider.
      Ich kann nur jedem, der noch schwankt, ob er vom Schönwetterradler zum Allwetterradler mutieren sollte, raten es einfach mal auszuprobieren. Ihr werdet sehen, es ist ganz einfach und macht sogar jede Menge Spaß.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén