Wer wie ich bei Amazon einkauft, Suchmaschinen wie Google verwendet, seine gelaufenen / gefahrenen Kilometer per Fitnesstracker (z.B. Runtastic) oder GPS-Geräte (Garmin, TomTom, etc.) dokumentiert und außerdem in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter unterwegs ist, der ist im Grunde schon heute ein gläserner Mensch.

Karikatur aus Word Cliparts

Karikatur aus Word Cliparts

Amazon weiß, was ich lese und welche Musik ich höre, Google kennt meine sonstigen Interessen und TomTom und Garmin wissen, wie es um meine Fitness bestellt ist. Jetzt gibt es ein neues Smartphone gestütztes Erhebungsinstrument – neudeutsch App – mit dem ich mein sonstiges Mobilitätsverhalten überprüfen kann. modalyzer erkennt automatisch, wie lange und mit welchem Verkehrsmittel ich unterwegs war. Wie viel Kilometer ich mit dem Fahrrad gefahren bin und wie oft ich den Bus genutzt habe. Ein essentieller Unterschied zu den üblichen Fitnesstrackern ist, dass die auf dem Smartphone installierte App acht verschiedene Verkehrsmittel automatisch unterscheiden kann. Ich muss nichts machen, nur die App einschalten und mein Smartphone mitführen. Standardmäßig findet die Datenübertragung vom Smartphone zum modalyzer Server nur bei WLAN Internetverbindung statt. Über Karten und Statistiken kann ich dann ablesen, wann und wo ich welches Verkehrsmittel genutzt habe, wie lange ich damit unterwegs war und welche Entfernung ich dabei jeweils zurückgelegt habe.

Logisch, dass solche Informationen nicht nur für uns selbst interessant sind, sondern auch für andere. Unsere Bewungsprofile und die von möglichst vielen anderen App-Nutzern lassen Rückschlüsse zu über unser Mobilitätsverhalten. Solche Daten sollen natürlich nicht in falsch Hände geraten. Laut modalyzer werden die erfassten Daten nur anonymisiert bzw. pseudonymisiert an Forschungsprojekte weitergegeben, wenn wir dazu aktiv unsere Zustimmung gegeben haben. Ohne diese Zustimmung ist eine Weitergabe der Daten nicht erlaubt. Ein für in Berlin wohnende Radfahrer interessantes Projekt heißt RadSpurenLeser. Es untersucht das Verkehrsverhalten an der Schnittstelle zwischen Fahrrad und ÖPNV. Gefördert wird dieses Projekt vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Es läuft noch bis Ende August 2016.

Mit modalyzer wollen wir neue Wege in der Forschung gehen und interessante Erkenntnisse über neue Formen der Mobilität gewinnen: Du als TeilnehmerIn kannst auf interaktivem Weg mehr über dein Mobilitätverhalten erfahren und lernst etwas über die Umweltwirkung. Dabei hast du die Möglichkeit, Forschungsprojekte zu unterstützen und einen aktiven Beitrag zu leisten, um bestehende Mobilitätsangebote zu verbessern oder sogar neue entstehen zu lassen!

Mal abgesehen von den Daten, die man freiwillig preisgibt, scheint die App laut User einen praktischen Haken zu haben: Sie verbraucht verhältnismäßig viel Akkuleistung.