Lieber ein „Ufo“ als unter die Räder kommen

Ich habe vor ein paar Tagen einen Beitrag über meine Helmlampe Neo 2 geschrieben. Daraufhin hat mir Anders einen ausführlichen und sehr konstruktiven Kommentar gesandt. Danke dafür von dieser Stelle. Ich stimme mit den Kernaussagen seines Kommentars überein:

  • Helmlampen ersetzen nicht die vom Gesetzgeber vorgeschriebene passive / aktive Beleuchtungsanlage des Rades
  • Falsch eingestellte Helmlampen sind gefährlich und gefährden den Gegenverkehr

Im Gegensatz zu mir findet Anders Helm-Lampen als zusätzliche Beleuchtung nicht unbedingt als hilfreich:

(..) das Lichtbild so eines Radfahrers ist extrem ungewohnt und führt dazu, dass der Autofahrer erst einmal stutzt und überlegt, was für ein UFO ihm da entgegenkommt. Das kann dazu führen, dass ein Autofahrer in so einer Situation vor lauter Verwunderung erst einmal eine ruckartige, unnötige und für andere Verkehrsteilnehmer vollkommen unerwartete Bremsung hingelegt – was dann auch zu einem Auffahrunfall führen kann.

Diesbezüglich habe ich andere Erfahrungen gemacht. Wenn ich als „UFO“ entgegenkomme, hat das bisher noch zu keinen ruckartigen Bremsmanövern der mir entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer geführt, sondern zu einer bedachten, vorsichtigen und rücksichtsvollen Fahrweise. Ich führe das darauf zurück, dass man mich nicht als „Radfahrer“ eingestuft und wahrgenommen hat, sondern als einen möglicherweise motorisierten Verkehrsteilnehmer.

Zum Thema Wie werden Radfahrer und Pedelec Fahrer  von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen gibt es eine interessante Studie der Unfallforscher der Versicherer (UDV). Sie ist zwar schon etwas älter – ich habe schon vor knapp zwei Jahren darüber berichtet – aber viele Punkte treffen immer noch zu:

  • Eine hohe Trittfrequenz suggeriert eine hohe Geschwindigkeit.
  • Eine aufrechte Sitzhaltung suggeriert eine langsame Geschwindigkeit.
  • Große „Fahrzeuge“ hält die Mehrheit der Verkehrsteilnehmer für schneller als kleine.

Das Fatale an dieser Wahrnehmung ist, dass die Geschwindigkeit von Pedelec und E-Bike Fahrern dadurch häufig falsch eingeschätzt wird. Wenn man mal Mountainbiker mit Rückenwind außen vor lässt, sitzt der klassische Pedelec Fahrer aufrecht auf seinem Rad und fährt mit geringer Trittfrequenz. Das verbindet der unkundige Autofahrer mit einer langsamen Geschwindigkeit und wundert sich dann, wie flott der Pedelec Fahrer unterwegs ist.

Aber zurück zu meiner Helm-Lampe. Wenn der entgegenkommende Verkehr mich für ein „Ufo“ und nicht für einen Radfahrer hält, kann er mich auch nicht in eine Schublade stecken – Frau auf dem Rad, schon älter, also langsam. Seit ich im Winter mit doppelter Beleuchtung (Fahrradlampe + Helmlampe) unterwegs bin, verhalten sich entgegenkommende Verkehrsteilnehmer vorsichtiger. Dass man mich für ein „UFO“ hält, womöglich sogar für ein motorisiertes, nehme ich dafür gerne in Kauf.