Kommt Zeit, kommt Rad?

Leider nein! Kaum war ich gestern Abend von der Critical Mass in Karlsruhe zurück, überbrachte uns unsere Tochter die schlechte Nachricht: man hatte ihr an der Uni in Kiel das Fahrrad gestohlen. Dabei hatte sie alles richtig gemacht. Das Schloss war hochwertig, sie hatte das Rad nicht nur abgeschlossen, sondern auch an einen festen Gegenstand angeschlossen und der Abstellort selbst war hell und mit viel Publikumsverkehr. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mit ausreichend krimineller Energie, dem richtigen Werkzeug und ein bisschen Know-How hat man auch das beste Schloss in Sekunden geknackt, sei es mit Brachialgewalt.

Die Wahrscheinichkeit, das Rad wiederzubekommen, geht gegen Null. Ich habe das mal ergoogelt. Gerade mal 6,7 % der gemeldeten Fahrraddiebstähle wurden in Schleswig-Holstein im Jahr 2014 aufgeklärt. Das Rad meiner Tochter gehört zur sogenannten Mittelklasse (Wert: 500 – 2000 Euro). Es sticht aus der Masse der Räder nicht hervor, denn es hat keine auffälligen Merkmale (schwarz, Kettenschaltung, Felgenbremsen, Dynamo betriebene Lichtanlage, Gepäckträger). Das lässt sich mit anderen Worten schnell wieder verkaufen. Wir haben zwar die Rahmennummer, aber das Rad wurde nicht vom ADFC oder der Polizei kodiert. Hätten wir vielleicht doch machen sollen…. Aber hinterher ist man immer schlauer.