Impressionen von Rügen 2018

Wer Rügen hört, der denkt an Kreidefelsen, mondäne Seebäder und Landungsbrücken …

… die Ostsee und jede Menge Strand…

… vielleicht auch an Häfen mit Jachten und Fischerbooten oder Kraniche und Wildgänse, die sich im Herbst auf den Feldern von Rügen versammeln, um dann gemeinsam gen Süden zu fliegen.

Rügen hat aber nicht nur Meer, sondern auch Boddengewässer und Seen zu bieten.

Große und kleine Steine gibt es hier auch in Hülle und Fülle.

Nicht zu vergessen die vielen Buchenwälder und Naturschutzgebiete.

Um mit dem Rad zu all diesen Sehenswürdigkeiten zu gelangen, sollte man die ausgewiesenen Radrouten wählen. Der Zustand der Radwege reicht von sehr gut bis extrem verbesserungswürdig. Manche könnte man euphemistisch auch pittoresk, naturbelassen oder altertümlich nennen. Sie sind zwar meist holprig, aber sie haben Charme und im Urlaub soll man ja entschleunigen 😉

Auf Rügen wäre daher ein Rennrad nicht das Rad meiner Wahl. Mit einem gut gefederten Tourenrad, einem MTB oder einem (Falt)Rad mit breiten Reifen – Gott sei Dank hat mein Tern Verge die breiten Big Apple Balloon-Pannenschutzreifen von Schwalbe – ist man hier auf der sicheren Seite. Aber ich habe auch das eine oder andere Rennrad und Tandem gesichtet. Es scheint also zu gehen, wenn man routiniert und hart im Nehmen ist.

Auf einer der wunderschönen Alleen-Straßen zu fahren, die nicht offiziell als Radroute ausgewiesen ist, birgt Risiken. Die Straßen sind eng, dicht von Bäumen gesäumt und leider stark befahren. Insbesondere PKW Fahrer mit RÜG Kennzeichen haben es immer eilig und überholen meist zu dicht. Wer auf Nahtoderfahrungen verzichten will, der folgt daher lieber den Hinweisschildern.

Doch auch was die ausgeschilderten Radrouten anbetrifft, muss man des Öfteren eine Kröte schlucken – Achtung: Starker Verkehr.  Diesen Hinweis findet man überall dort, wo es viele Touristen hinzieht, sowohl mit dem Rad als auch mit dem PKW. Radfahrer ziehen hier leider den Kürzeren. Statt den Verkehr sicherer zu gestalten und Regelverstöße zu ahnden (z.B. baulich getrennt verlaufende Radwege, Geschwindigkeitsmessungen, Shuttlebusse statt MIV), wird dem Radfahrenden suggeriert „Du darfst hier zwar mit dem Rad fahren, aber du hast selbst Schuld, wenn du es machst, denn hier hat der MIV Vorrang und die Fahrer halten sich nicht unbedingt an die Verkehrsregeln“. Das muss sich ändern, denn das geht besser! Wer Radtouristen anlocken will, der muss auch für eine sichere Infrastruktur sorgen.

Was einem als Alltagsradler auf Rügen sofort auffällt, sind die vielen Geisterradler. Schuld an diesem Verhalten ist sowohl der starke Autoverkehr auf den Straßen als auch die unsäglich vielen gemeinsam genutzten Geh-/Radwege wie der unten rechts abgebildete. Mal abgesehen davon, dass der Zustand dieses (Rad)Weges unterirdisch ist, sorgen solche Verkehrsschilder dafür, dass Leute, die selten mit dem Rad unterwegs sind, ständig auf dem Gehweg fahren und das möglichst auch noch in falscher Richtung.