Hübsch, aber auch sinnvoll?

BMW vertreibt nicht nur schnittige Autos und Motorrräder, sondern auch sogenannte Lifestyle Produkte. Brillen, Geldbörsen, Tassen, Bekleidung, Taschen und auch Fahrräder. Eines dieser Räder hat sogar 2014 einen der begehrten Red Dot Design Awards abgegriffen.

Begründung der Jury:

Eine ausdrucksstarke Gestaltung hebt die neue BMW Bike-Kollektion besonders hervor und unterstreicht insbesondere die Dynamik des Fahrverhaltens.

BMW cruise bike (Bild: BMW)

BMW cruise bike (Bild: BMW)

Jeder Designer oder Hersteller kann Produkte für diesen jährlich seit 1955 stattfindenden Wettbewerb anmelden. Die Anmeldung ist natürlich nicht umsonst. Wer mit einem Red Dot ausgezeichnet wird, muss außerdem weitere Kosten tragen für den verpflichtenden Eintrag im Jahrbuch, die exklusive Nutzung des Labels und die Präsentation in der Ausstellung im Red Dot Design Museum in Essen.

Dass das Rad schnieke aussieht, wird wohl kaum jemand bestreiten. Ein wahrer Hingucker. BMW Fahrer, die auf sich halten, eine große Garage haben und nicht gerade gezwungen sind, jeden Cent dreimal umzudrehen, würden sich so ein Cruiser Bike wahrscheinlich schon aus dekorativen Gründen an die Wand hängen. Aber wenn man mal vom Aussehen absieht, macht ein Rad mit dieser Ausstattung überhaupt Sinn?

  • Größe: 26 Zoll
  • Gewicht: 15 kg
  • Rahmen: Aluminium, frontgefedert
  • Reifen: Continental CruiseCONTACT mit „Safety System“
  • Gabel: SR Suntour XCT
  • Scheibenbremsen: Shimano BR-M395 180 mm
  • Schaltwerk: Shimano Deore 30 Gänge
  • Felgen: Felgen: Rodi, Airline Plus 4 lacing
  • Sattel: Selle Royal Freccia

Es hat 30 Gänge und ist gefedert wie ein Hardtail, hat aber glatte Reifen, so dass man es eigentlich nicht abseits der Straße fahren kann. Mit seinen 15 kg ist es nicht nur als Mountainbike zu schwer, sondern auch als Stadtrad, es sei denn man lebt in einer Gegend, die vollkommen eben ist. Dann sind wiederum die 30 Gänge überflüssig. Eine Federung für ein Rad, das fürs Cruisen auf asphaltierten Straßen konzipiert ist, scheint auch irgendwie redundant.

Wer wie ich bei Wind und Wetter mit dem Rad zur Arbeit fährt, würde sich nie ein Rad ohne Schutzbleche zulegen. Die kämen dann ja gewichtsmäßig noch obendrauf. Und was ist mit einem Gepäckträger? Macht sich auch gut, wenn man mit dem Rad einkaufen fährt.

Alles in allem würde ich sagen, dass das BMW Cruise Bike zwar nicht gerade alltagstauglich, aber „nice to have“ ist. Macht sich bestimmt gut für den sommerlichen Weg zur Eisdiele oder als Deko neben der R nine T und dem Z4 Roadster.