Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Fundstücke am Wegesrand

Wer mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, dem fallen viele Dinge auf, die man vom Auto aus nicht bemerken würde. Manche dieser Dinge zaubern einem ein Lächeln ins Gesicht, andere machen einen wütend oder traurig.
Wütend war ich vor zwei Tagen über diesen Zeitgenossen – Kippe im Mund und Bierflasche in der Hand. Alkohol am Lenker ist ein absolutes No-Go! Ins Schlingern geriet er, als er unterwegs die Flasche von einer Hand in die andere wechselte, um sein Smartphone aus der Jackentasche zu fummel. Da Betrunkene ja bekanntermaßen ihren Schutzengel oft dabei haben, ist er aber nicht gestürzt, zumindest nicht solange ich hinter ihm fuhr.


Über den Klassiker bin ich gestern auf dem Weg zur Critical Mass gestolpert. Man könnte ihn untertiteln mit „was vom Rade übrig blieb“. 

Es reicht eben nicht, nur sein Vorderrad an einen festen Gegenstand anzuschließen. Das kann sogar ich mit meinen beiden linken Händen in Sekunden vom Rad lösen. Die Bügel sind ja dazu da, dass man den Rahmen des Rades daran anschließt oder wenigstens das Hinterrad, das nicht so schnell auszubauen ist.

An diesem „Konstrukt“ bin ich schon oft vorbeigegangen. Mir ist heute zum ersten Mal aufgefallen, dass es sich hier um einen Fahrradständer handelt, der als Aschenbecher missbraucht wird.

Der eigentliche Abfallbehälter mit Aschenbecher steht einen Meter daneben.

Um die vielen Kippen aus dem Fahrradständer zu entfernen, müsste man entweder todesmutig mit der Hand in den schmalen Schlitz greifen, einen Staubsauger bemühen oder die vier Schrauben lösen, mit denen das Gestell am Boden befestigt ist. Ich weiß nicht, ob ich den Rauchern hier überhaupt einen Vorwurf machen kann, wenn nicht mal ich als Radfahrer dieses Konstrukt bisher als Ständer erkannt habe. Das Radsymbol in der Mitte ist mir heute zum ersten Mal aufgefallen.

Schmunzeln musste ich, als ich auf dem Heimweg an diesem Baum vorbeigeradelt bin. Er hing voller Schuhe – leider nicht meine Größe, alles Herrenschuhe – die jemand kunstvoll paarweise über einzelne Äste geworfen hat. Angesichts der Größe des Baumes war das bestimmt gar nicht so einfach, die Schuhe so gezielt zu werfen, dass sie auch im Baum hängen geblieben sind. Da muss sich jemand wirklich Zeit genommen haben. Vielleicht handelt es sich hier aber auch um das Ergebnis einer Trainingseinheit eines Hammerwerfers.

Ihr seht, es gibt viel zu entdecken. Auf dem Rad oder zu Fuß sieht man einfach besser.

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#VacuumingForFuture

  1. Steffen Mutter

    Mir graut es auch schon wieder vor dem 1. Mai. Da fahre ich nicht freiwillig Rad, weil ich mich von Biergartenradlern (Tour der Vogel) distanzieren will. Wer Rad fährt sollte auf Alkohol verzichten. Vatertag ist ähnlich schlimm. Das Problem dabei ist, dass dann alle Radfahrer in einen Topf geworfen werden…

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