Radelblog

Das Rad – Fortbewegungsmittel und Lebensgefühl zugleich

Fahrradklimatest 2018 – Städteranking

And the winner is ….. KARLRSRUHE!

In der Kategorie Städte über 200 000 Einwohner hat Karlsruhe den ersten Platz belegt. Können die Stadtväter sich jetzt selbstzufrieden auf die Schultern klopfen? Nein, das können sie nicht. Wir haben nicht gewonnen, weil wir uns notenmäßig  verbessert hätten, sondern weil die Mitbewerber – Münster und Freiburg – noch stärker abgestraft wurden als wir. So kann man auch gewinnen, einfach darauf hoffen, dass andere noch schlechter sind als man selbst. Eigentlich sollten ja die Ergebnisse des letzten Fahrradklimatests den Verkehrsplanern und politisch Verantwortlichen konkrete Rückmeldungen zum Erfolg ihrer Radverkehrsförderung und nützliche Hinweise für Verbesserungen geben. Anscheinend hat man aber nicht die richtigen Schlüsse gezogen oder zu wenig getan.

Dass in den letzten beiden Jahren in Karlsruhe gar nichts für den Radverkehr getan wurde, kann man allerdings auch nicht behaupten. Es ist viel Farbe auf den Straßen der Stadt verteilt worden.

  • Es sind neue Schutzstreifen – böse Zungen nennen sie auch Todesstreifen – und Radfahrstreifen markiert worden.
  • Vom Zündhütle aus gibt es einen baulich getrennten und verbreiterten Radweg nach Hohenwettersbach.
  • Auf der Südseite des Hauptbahnhofs ist eine weitere Fahrradgarage entstanden.
  • Sowohl am Durlacher Bahnhof als auch am Albtalbahnhof wurden Fahrradboxen aufgestellt, die das sichere Abstellen von Rädern ermöglichen.

Die Liste ließe sich bestimmt noch erweitern und soll hier nur stellvertretend für andere Beispiele stehen. Wenn jedoch viele dieser Schutz- und Radfahrstreifen abrupt in Parkplätze (z.B. Karlstraße) oder Bushaltestellen (Ettlinger Straße) münden oder von PKW-Fahrern als Parkplatz missbraucht werden, ohne dass das OA da nennenswert einschreiten würde, dann vermisse ich doch bei den Stadtvätern den politischen Willen, die Verkehrswende konsequent anpacken zu wollen. Sicher, das Leben ist ein Kompromiss. Aber letztendlich muss man sich darüber im Klaren sein, dass man einfach nicht darum herumkommt, dem MIV etwas wegzunehmen, wenn man den Radverkehr wirklich fördern will. Irgendwann reicht Farbe allein nicht mehr, zumal sie so schnell verblasst:

Mein direkter Weg zur Arbeit wäre ca. 15 KM lang. Diesen Weg fahre ich so gut wie nie. Ich ziehe es vor, morgens und abends einen Umweg von gut 3 Kilometern zu fahren, denn ich fühle mich im dunklen Wald einfach sicherer als auf einem hell erleuchteten „Schutzstreifen“. Aber nur die wenigsten Pendler werden solch eine lange Strecke auf sich nehmen. Wenn die Radinfrastruktur nicht stimmt, wenn die Leute sich nicht sicher fühlen, dann steigen sie auch nicht aufs Rad um.

So hat Karlsruhe im Einzelnen abgeschnitten.

Hier ein Bericht von Rebekka Plies vom SWR.

Hier der Kommentar von Christian Büttner vom ADFC Karlsruhe

 

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#nennmichnichtfahrradstadt

  1. Rainer Scheerer

    völlig unverständlich aus der Sicht eines Radfahrers der nur Rad fährt.
    Es wird viel zu wenig getan. Nach wie vor haben Autofahrer mehr Möglichkeiten und Rechte. Z.B. Ampeln sind sogeschaltet das Autofahrer grüne Wellen haben aber als Radfahrer hast du immer Rot. Ostring Kreisel als Radfahrer warten warten warten angesagt. Abbiegen Durlacherallee von Durlach kommend auf den Ostring bedeudet 3 Ampelphasen !!!!! der Autofahrer nur eine . Stuttgarter Strasse für Radfahrer und Fussgänger viel zu wenig Platz und und dies sind nur 3 Dinge.
    Die Note 3.1 ist halt nicht gut oder sehr gut sondern ein Befriedigend und da ist viel Platz nach oben !!!

    • Karsten

      Eigentlich ein sehr trauriges Ergebnis – das der erste Platz mit halten des Status Quo erreicht wird.
      Die Verkehrswende muss anders gehen – Bundesweit. Radfahren ist erst dann Sicher, wenn es auch für ein 10 jähriges Kind sicher ist, mit dem Rad durch die Stadt zu fahren. – Ab 10 darf das Kind nach StVZO nicht mehr auf dem Gehweg fahren…… Karlsruhe ist davon noch Lichtjahre entfernt. Wenn Radschutzstreifen vorhanden sind werden sie regelmäßig als Parkplatz missbraucht, an Ausfahren, Einmündungen und Kreuzungen wird man regelmäßig geschnitten, auch rechtmäsig parkende Autos entlang der Radwege nehmen die Sicht und dooring ist an der Tagesordnung. Aber auch Fußgänger die sich nicht um einen Radweg scheren und auch Radfahrer die von der STVZO noch nie was gehört zu haben scheinen zwingen zur höchsten Aufmerksamkeit. Ich traue es meinen Kindern in vielen Bereichen der Stadt nicht zu, alleine unterwegs zu sein – das istoft kein fahren sondern ein Spießrouten lauf….. Und das soll das beste in Deutschland sein?? Da haben wir aber noch sehr viel vor in Richtung Energie wende – oder ist der Abstieg von Münster und Freiburg nur ein Anlauf nehmen um es von nun an besser zu machen? Die Hoffnung stirbt zuletzt – hoffentlich nicht überfahren von KFZ’S. ….

  2. Curt Schmidt

    Es ist ärgerlich, dass Karlsruhe in Presse und Medien fast unisono als ‚beste Fahrradstadt‘ dargestellt wird, was ein völlig falsches Bild ergibt. Richtig ist vielmehr, dass sie als die am wenigsten schlechte abgeschnitten hat. Bei den sicherheitsreleanten Fragen liegen die Noten zwischen 3.5 und 4. Das kann man wahrlich nicht als fahrradfreundlich bezeichnen.
    Selbst auf den Fahrradstraßen, die immerhin zunehmend eingerichtet werden, ist der KFZ-Verkehr mit 30 kmh ( was Autofahrer ohnehin oft nur als unverbindliche Empfehlung betrachten) zugelassen. Das ist viel zu schnell und führt, wie ich es täglich erlebe, zu gefährlichen Situationen durch Überholmanöver. Wenn man überhaupt Kraftfahrzeuge auf Fahrradstraßen mit max. 20kmh fahren lässt, dann sollte für sie ein striktes Überholverbot gelten, nur so kannn ich mich als Radfahrer dort sicherfühlen.
    Bei Ampelschaltungen muss sich die Verkehrsbehörde entscheiden, ob sie mehr Autos oder Fahrräder in der Stadt haben will. Bei Bedarfsampeln hat sich die Situation für den Radverkehr sogar verschlechtert im Vergleich zu den zuvor installierten ‚Bettelampeln‘ (Beispiel Überweg Haltestelle Reitschulschlag). Kam zuvor ‚Grün‘ 6 sec nach Drücken, sind jetzt mit erheblichem Aufwand Sensoren installiert worden, die überprüfen, ob Kraftfahrzeuge auf die Kreuzung zufahren und nur dann sofort auf ‚Rot‘ schalten, wenn weit und breit kein Auto in Sicht ist. Ansonsten warten Radfahrer oder Fußgänger 30 oder mehr Sekunden. Kein Wunder, dass die Bedarfsampel nur noch wenig genutzt wird. Viele Schulkinder, die den Überweg benutzen, häufig im Pulk fahren und vielleicht dabei weniger aufmerksam sind, werden dadurch unnötig gefährdet.
    Fazit: Viele Verbesserungen für den Radverkehr sind kostenlos und sofort zu realisieren, wenn man wirklich den Radverkehr fördern will.

  3. Habt Ihr Wien schon mal „getestet“? Dürfte als Winner hervorgehen? Lg daraus 🙂

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